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Thema: Naturschutz
Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Tiere und Tierschutz, Naturschutz, Umwelt und Natur

Amphibien

Im Saarland nachgewiesene Arten der FFH-Richtlinie

Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)

Als einzige heimische Amphibienart betreibt die Geburtshelferkröte eine besondere Brutpflege, bei der das Männchen Laichschnüre um die Hinterbeine gewickelt mit sich herumträgt. Seine nächtlichen Rufe klingen wie „üh..üh..üh" und erinnern im Chor an Glockengeläut, was der Art den Beinamen Glockenfrosch einbrachte. Der graubraune Körper der Tiere wirkt gedrungen, die Augen sind dunkel marmoriert mit goldfarbener Iris. Die Pupille steht nicht waagerecht wie bei Fröschen und Kröten, sondern senkrecht.

Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Die Gelbbauchunke ist an der gelb und dunkel marmorierten Bauchseite, leicht erkennbar. Die warzige Oberseite ist dagegen graubraun gefärbt, die Pupille herzförmig.  Bei Gefahr können Gelbbauchunken die sogenannte Kahnstellung einnehmen, bei der sie auf dem Bauch liegend die Beine so hoch biegen, dass ihre leuchtende Unterseite sichtbar wird. So sollen potentielle Feinde in die Flucht geschlagen werden.

Kreuzkröte (Bufo calamita)

Die Kreuzkröte als die kleinste einheimische Krötenart verdankt ihren Namen dem „Kreuz", das sich bei den meisten Tieren als schmaler, gelber Streifen über den Rücken zieht. Ihre Körperoberseite ist oliv-bräunlich mit roten Warzen, die Unterseite schmutzig weiß bis hellgrau gefärbt, die Pupillen stehen waagerecht .Aufgrund der kurzen Beine bewegt sie sich nicht springend fort, sondern eher mäuseähnlich laufend. Die große, kehlständige Schallblase der Männchen ermöglicht ein lautes, weithin hörbares Rufen, meist im Chor.

Wechselkröte (Bufo viridis)

Das charakteristische dunkelgrüne Fleckenmuster bei einer hellen Grundfärbung macht die Wechselkröte unverwechselbar. Die Art besitzt die Fähigkeit zu einem - allerdings recht schwach ausgeprägten - physiologischen Farbwechsel, was ihren deutschen Namen erklären könnte. Zur Paarungszeit geben die Männchen nachts trillernde, bis zu zehn Sekunden andauernde Rufe von sich, die wie „ürrr" klingen und dem Zirpen der Maulwurfsgrille ähneln.

Laubfrosch (Hyla arborea)

Der Europäische Laubfrosch ist unser kleinster einheimischer Frosch. Seine Haut ist glatt und glänzend, die Oberseite ist so leuchtend grün gefärbt, dass der Ausdruck „Laubfroschgrün" geprägt wurde. Laubfrösche sind gute Kletterer, die sogar an Glasscheiben haften können, da sie an Finger- und Zehenspitzen kleine, runde Haftballen besitzen.

Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)

Durch Grabschaufeln an den Hinterbeinen besitzt die Knoblauchkröte von allen heimischen Amphibienarten das beste Grabvermögen. Der Kopf ist groß, die Schnauze kurz und breit gerundet, die stark hervortretenden Augen mit senkrecht stehenden Pupillen treten stark hervor. Die grau gefärbte Körperoberseite ist mit braunen Flecken gezeichnet und weist oft rötliche Tüpfel auf. .Bei Berührung können die Tiere ein Drüsensekret absondern, das bei manchen Individuen nach Knoblauch riecht.

Moorfrosch (Rana arvalis)

Der Moorfrosch - als der kleinste der sich sehr ähnelnden Braunfroscharten - besitzt meist einen deutlichen, hellen Rückenstreifen, hat aber höher aufgewölbte Fersenhöcker als der Grasfrosch und wesentlich kürzere Beine als der Springfrosch. Zur Paarungszeit sind manche Männchen ganz oder teilweise himmelblau bis violett gefärbt. Die Stimme erinnert an ein gedämpftes Blubbern wie austretende Luft aus einer untertauchenden Flasche.

Springfrosch (Rana dalmatina)

Der Springfrosch ist den anderen beiden Braunfroscharten Grasfrosch und Moorfrosch sehr ähnlich, besitzt aber das größte Trommelfell, die längsten Hinterbeine und das beste Sprungvermögen. Die Schnauze ist deutlich zugespitzt. Körperoberseite und Flanken weisen eine hell rötliche oder braune Färbung auf,.Der Springfrosch sendet kurze, anschwellende, durch deutliche Pausen unterbrochene Rufserien wie „ko-ko-ko" aus, die meist unter Wasser ausgestoßen werden.

Wasserfrosch (Rana kl. Esculenta)

Der sehr häufig auftretende und weit verbreitete Wasserfrosch ist keine biologische Art im klassischen Sinne, sondern ein Bastard aus Seefrosch und Kleinem Wasserfrosch. Rein äußerlich ist er den Elternarten sehr ähnlich, er nimmt meist eine Zwischenstellung ein. Aufgrund besonderer genetischer Merkmale kann sich der Teichfrosch fortpflanzen, oft jedoch kommt er zusammen mit einer der beiden Elternarten vor. Trotz des wissenschaftlichen Namens „esculentus", was „essbar" bedeutet, wird er von uns als Nahrung wenig genutzt.

Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae)

Der Kleine Wasserfrosch ist die kleinste Grünfroschform in Mitteleuropa. Äußerlich ähnelt er stark dem Teichfrosch und kann allenfalls von Spezialisten anhand der Form und Größe des Fersenhöckers sicher bestimmt werden. Im Vergleich zum Seefrosch ist der Kleine Wasserfrosch gedrungener und hat kürzere Hinterbeine. Sein hell- oder grasgrün gefärbter Körper ist von einer glatten, kaum warzigen Haut überzogen. Die relativ kleinen Pigmentflecken auf dem Rücken sind schwarz und scharf gegen die Grundfarbe abgesetzt.

Seefrosch (Rana ridibunda)

Der olivgrün bis bräunlich gefärbte Seefrosch ist die größte, in Mitteleuropa vorkommende (Grün-)Froschart. Man kann ihn an seinem robusten Körper mit einer rauen, warzigen Haut und einem hellgrünen bis gelblichen Streifen entlang der Rückenmitte gut erkennen. Charakteristisch sind auch die grauen, äußeren Schallblasen, die langen Hinterbeine und die Schwimmhäute. Der wissenschaftliche Name „ridibunda" stammt von „ridere" = lachen, da sein Rufen an menschliches Gelächter erinnert.

Grasfrosch (Rana temporaria)

Unter den heimischen Froschlurchen ist der Grasfrosch neben der Erdkröte die häufigste und anpassungsfähigste Art. Im Aussehen ähnelt er dem Springfrosch und Moorfrosch ist jedoch größer als diese Arten, besitzt kürzere Beine sowie eine stumpfere Schnauzenspitze. Die Körperoberseite variiert zwischen verschiedenen Brauntönen und zeigt eine dunkelbraune bis schwarze Sprenkelung. Die Männchen verfügen über innere Schallblasen, die ein dumpfes, relativ leises Knurren verursachen.

Kammmolch (Triturus cristatus)

Der Kammmolch ist die größte mitteleuropäische Molchart. Entlang des Rückens bildet das Männchen im Frühjahr ein Hochzeitskleid mit einem hohen, deutlich gezackten Rückenkamm aus, dem die Art ihren Namen verdankt und der ihnen ein drachenähnliches Aussehen verleiht. Die Weibchen besitzen keinen Kamm. Von anderen einheimischen Molcharten unterscheidet sich die Art durch die mit schwarzen Flecken durchsetzte intensive Gelbfärbung des Bauches.