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Thema: Verbraucherschutz

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Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz | Gesundheitlicher Verbraucherschutz

Lebensmittelallergien

In den letzten Jahren hat der Themenbereich Nahrungsmittelunverträglichkeiten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Neben den toxischen Reaktionen, wie zum Beispiel  Pilzvergiftungen oder durch Histamin verursachte allergieähnliche Reaktionen (zum Beispiel  Fischvergiftung) unterscheidet man bei diesen Krankheitsbildern zwischen „echten“ Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelintoleranzen. 

Begriffsbestimmung

Nahrungsmittelallergien beruhen auf immunologischen Mechanismen, die bei den Patienten die Bildung von allergenspezifischen Antikörpern hervorrufen (zum Beispiel  gegen Kuhmilcheiweiß) und werden am häufigsten vom Soforttyp (IgE-vermittelt) ausgelöst. Alle anderen nicht-immunologisch ausgelösten Reaktionen, werden den Nahrungsmittelintoleranzen zugeordnet.

Hierunter fallen

  • enzymatische
  • pharmakologische
  • und unbekannte Mechanismen (Pseudoallergien).

Bei den enzymatischen Intoleranzen tritt am häufigsten die Lactoseintoleranz auf.  Pharmakologische Intoleranzen zeigen sich bei den Patienten nach Genuss von Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an biogenen Aminen oder Histaminfreisetzenden Substanzen.
Pseudoallergien gleichen in ihren Symptomen den echten Nahrungsmittelallergien. Wesentliche Auslöser hierfür sind Nahrungsmittelzusätze (Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Antioxidantien und andere), aber auch natürliche Inhaltsstoffe zum Beispiel in Zitrusfrüchten oder Erdbeeren.

Häufigkeit von Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden von Patienten zwar oft vermutet, betreffen aber weit weniger als allgemein angenommen. Abhängig vom Alter und von weiteren atopischen Erkrankungen rechnet man bei Säuglingen und Kleinkindern mit 0,3 bis 7,5 % Nahrungsmittelallergikern in Europa und bei Erwachsenen mit entsprechend 1 bis 2 %. Bei Kindern, die bereits an Neurodermitis erkrankt sind, liegt bei etwa 30% eine Nahrungsmittelsensibilisierung vor, bei einem Viertel davon ohne klinisch relevante Symptome.
Im Kindesalter lassen sich insbesondere Allergien auf Grundnahrungsmittel (Hühnerei, Kuhmilch, Weizen, Soja, Haselnüsse, Fisch) feststellen.

Allergien auf Nahrungsmittel im Rahmen von Kreuzreaktionen auf Pollen sind im Kindesalter äußerst selten. Sogenannte pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien wie beim Birken-, Beifuß,-Sellerie-, Gewürzsyndrom nehmen mit steigendem Lebensalter zu. Pseudoallergische Reaktionen kommen im Kindesalter vergleichsweise selten vor.

Allergene tierischen und pflanzlichen Ursprungs 

Nahrungsmittelallergene tierischen Ursprungs

  • Fisch, zum Teil sogar Fischdämpfe,
  • Schalentiere (Muscheln, Krabben, Hummer)
  • Hühnerei (-klar und -gelb)
  • Kuhmilch und -proteine
  • Fleisch (Rind, Schwein, Hammel)
  • Geflügel (Huhn, Ente, Gans)
  • Innereien

Nahrungsmittelallergene pflanzlichen Ursprungs

  • Nüsse/Samen (Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln, Paranüsse, Erdnüsse, Sesam, Mohn)
  • Stein- und Kernobst (Äpfel, Kirschen, Pfirsiche)
  • Gewürze und Kräuter (Anis, Kamille, Fenchelsamen, Sellerie, Dill, Kümmel, Koriander, Salbei, Basilikum, Liebstöckel, Zitronenmelisse, Pfeffer, Kurkuma, Thymian, Paprika, Schnittlauch)
  • Getreide (Weizen)
  • Gemüse (Sellerie, Fenchel, Karotten, Hülsenfrüchte, Paprika)
  • Seltene Auslöser allergischer Reaktionen: Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Beerenfrüchte, Tomaten, Bananen

Prinzipiell kann gegen jedes Nahrungsmittelallergen im Individualfall ein hoher Sensibilisierungsgrad bestehen.

Lebensmittelkontrollen

Das Landesamt für Verbraucherschutz untersucht im Auftrag von Landes- oder Bundesbehörden Proben von

  • Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft,
  • Futtermitteln,
  • Bedarfsgegenständen,
  • Trink- und Badewässern und Badegewässern,
  • Tieren
  • auf Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen, um die Verbraucher vor gesundheitlichen Schäden oder Gefahren sowie vor Irreführung und Täuschung zu schützen.

Aktuelle Untersuchungsergebnisse sind auf der Internetseite des LAV einsehbar.

Kontakt

Landesamt für Verbraucherschutz schräg von rechts

Landesamt für Verbraucherschutz

Konrad-Zuse-Straße 11
66115 Saarbrücken

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