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Leitbild

der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes

Auftrag und Ziele der Landeszentrale
Staat und Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland haben aufgrund der durch das nationalsozialistische Deutschland begangenen Menschheitsverbrechen und der Diktaturerfahrungen in der DDR eine besondere Verpflichtung, die Entwicklung eines sich auf Demokratie, Toleranz, Respekt und Pluralismus gründenden politischen Bewusstseins dauerhaft zu fördern und die Bereitschaft zu einer interessierten und engagierten politischen und zivilgesellschaftlichen Mitwirkung kontinuierlich zu stärken.

Vor diesem Hintergrund fördert die im Jahr 1957 gegründete Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit unserem freiheitlich-demokratischen Wertesystem und unterstützt diese dabei, politische und gesellschaftliche Situationen unter Berücksichtigung der eigenen Interessenlage und Einstellungen zu analysieren und sich mündig, aktiv und kritisch an der Ausgestaltung des politischen und gesellschaftlichen Lebens zu beteiligen. Die Landeszentrale stärkt die Fähigkeiten der Bürgerinnen und Bürger zur Meinungsbildung und zum Handeln, indem sie diese beim Erwerb verschiedener Kompetenzen wie zum Beispiel der Sachkompetenz, der sozialen und kommunikativen Kompetenz oder der interkulturellen und interreligiösen Kompetenz unterstützt.

Inhaltliche Schwerpunkte der Landeszentrale
Ihre Ziele verfolgt die Landeszentrale, indem sie unter anderem

  • wichtige demokratisch-institutionelle, historische, tagespolitische, soziale, kulturelle, wirtschaftliche und mediale Zusammenhänge und Prozesse auf regionaler, nationaler und globaler Ebene aus unterschiedlichen, kontroversen Perspektiven beleuchtet,
  • die Bürgerinnen und Bürger über konkrete Möglichkeiten politischer und bürgerschaftlicher Partizipation informiert und sie dazu motiviert, auf diese zurückzugreifen
  • und Politik und Demokratie durch die Vermittlung praktischer Eindrücke erfahrbar macht.

Grundsätze der Bildungsarbeit der Landeszentrale
Die Landeszentrale folgt dem Grundsatz des lebenslangen Lernens. Ihre Aktivitäten decken neben der schulischen Bildung auch die frühkindliche und die Erwachsenenbildung ab. Doch nicht nur in diesen drei Bereichen der institutionellen Bildung sucht die Landeszentrale nach geeigneten inhaltlichen und konzeptionellen Anknüpfungspunkten. Hinsichtlich der Gestaltung des Privat- und Freizeitlebens der Bürgerinnen und Bürger lotet sie auch in nicht-institutionellen Bildungsbereichen Möglichkeiten der konkreten Umsetzung von Bildungs- und Informationsangeboten aus.

Kurzum: Die Landeszentrale orientiert sich an den verschiedenen Lebenswelten der Bürgerinnen und Bürger. Sie setzt sich demnach dafür ein, dass die politische Bildung in unserem Bundesland von der Themenwahl, den inhaltlichen Anknüpfungspunkten und Formaten her stets zielgruppenspezifisch ausgerichtet ist sowie alle gesellschaftlichen Handlungsbereiche und neben den städtischen Ballungsgebieten auch die ländlichen Regionen abdeckt.

In diesem Zusammenhang arbeitet die Landeszentrale nicht nur mit einschlägigen staatlichen und nicht-staatlichen Bildungsträgern und -einrichtungen zusammen. Sie sucht auch in anderen Arbeitsfeldern nach thematischen Anknüpfungspunkten und nach dauerhaften, auf die Herstellung von inhaltlichen und organisatorischen Synergieeffekten ausgerichteten Kooperationen mit zielgruppenspezifisch arbeitenden Netzwerken und deren Multiplikatorinnen und Multiplikatoren – beispielsweise im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit, auf dem Gebiet der Sozial- und Familienarbeit, unter den Religionsgemeinschaften, in der Vereinslandschaft, unter den Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Initiativen, im Kulturleben sowie im medialen Informations- und Unterhaltungssektor. Dies wird auf der lokalen, regionalen und nationalen Ebene, aber auch in globalen Kontexten umgesetzt.

Bei der Umsetzung dieser Aufgaben arbeitet die Landeszentrale inhaltlich unabhängig und überparteilich. Sie ist dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, den Menschenrechten und den im Beutelsbacher Konsens von 1976 festgehaltenen Grundprinzipien politischer Bildung verpflichtet.

Service-Stelle für Bürgerinnen und Bürger und lernende Organisation
Als Serviceeinrichtung für Bürgerinnen und Bürger bearbeitet die Landeszentrale Anfragen schnell und engagiert und geht auf Anregungen und Kritik ein. Um auf gesellschaftliche Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen des demokratischen Gemeinwesens flexibel reagieren zu können, überprüft die Landeszentrale als lernende Organisation durch eine stetige Bereitschaft zur Innovation und Selbstkritik kontinuierlich ihre Arbeitsprozesse und Arbeitsergebnisse. In diesem Zusammenhang steht die Landeszentrale mit den regionalen Expertinnen und Experten schulischer und außerschulischer politischer Bildung, der Bundeszentrale für politische Bildung und den anderen 15 Landeszentralen für politische Bildung sowie mit den politischen Bildnerinnen und Bildnern der Großregion in einem regelmäßigen und intensiven Austausch über Ziele, Inhalte, Theorien und Methoden politischer Bildung.

Ein wissenschaftlicher Beirat berät und überprüft die Landeszentrale bei der Umsetzung ihrer Aufgaben hinsichtlich der im am 26.09.2019 im Amtsblatt des Saarlandes veröffentlichten „Erlass betreffend die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) vom 13.09.2019“ festgehaltenen Grundsätze der Landeszentrale.

Saarbrücken, 28.05.2020

Erlass der Landeszentrale

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