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Das Lager Gurs

Ländervereinbarung „Gedenken an die nach Frankreich deportierten Juden“

Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland haben am 9. September 2019 eine Vereinbarung zum Erhalt der Gräber der 1940 nach Gurs in Südfrankreich deportierten Jüdinnen und Juden unterzeichnet. Auf mehreren Dutzend Friedhöfen im südfranzösischen Raum sind etwa 2.000 Gräber vorhanden, die sich teilweise in einem schlechten Zustand befinden. Die drei Bundesländer bekennen sich zu ihrer historischen Verantwortung und werden zukünftig eng beim Erhalt und bei der Pflege der Gräber zusammenarbeiten. Darüber hinaus bekennen sie sich zur Pflege der deutsch-französischen Zusammenarbeit und Begegnung in der Erinnerung und dem Gedenken an die jüdischen Opfer.

Am 22. und 23. Oktober 1940 deportierten die Nationalsozialisten insgesamt 6.676 jüdische Bürgerinnen und Bürger nach Frankreich. Von diesen kamen 5.617 aus dem heutigen Baden, 825 aus dem heutigen Rheinland-Pfalz und 145 aus dem heutigen Saarland. Die Betroffenen mussten innerhalb weniger Stunden ihre Häuser verlassen und wurden mit insgesamt neun Zügen nach Gurs, einem Ort am Fuße der Pyrenäen, in das dortige, ursprünglich für spanische Bürgerkriegsflüchtlinge errichtete, Lager gebracht. Viele der Deportierten starben im anschließenden Winter 1940/1941 in dem Lager, das aus 400 einfachen Holzbaracken bestand. Sie wurden auf dem angrenzenden Lagerfriedhof beigesetzt. Andere Deportierte wurden in Außenlager, zum Teil weit von Gurs entfernt, weiterdeportiert und verstarben dort oder auf dem Weg dorthin. Überlebende wurden schließlich in die Vernichtungslager verschleppt und ermordet, nur wenige der Jüdinnen und Juden aus Baden, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kehrten in ihre Heimat zurück.

Die Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes vertritt im Auftrag des Ministeriums für Bildung und Kultur das Saarland im die Ländervereinbarung begleitenden Kuratorium.

Weiterführende Informationen zur Geschichte des Lagers und zur Ländervereinbarung können über folgende Internetangebote aufgerufen werden:

Vereinbarung „Gedenken an die nach Frankreich deportierten Juden“

Das Lager Gurs