Thema: Landwirtschaft
Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz | Agrar- und Landentwicklung

Der Weinbau im Saarland

Saarländischer Qualitätswein wächst in dem als „Dreiländereck“ bekannten äußersten Nordwesten des Saarlandes. Die Grenzorte Perl, Oberperl, Sehndorf und Nennig an der Obermosel sind die einzigen saarländischen Orte, in denen Qualitätswein geerntet und hergestellt wird.

Der saarländische Qualitätswein wächst demnach an der Obermosel und nicht an der Saar, wie häufig angenommen wird. Das saarländische Qualitätsweingebiet gehört zum Anbaugebiet Mosel, hier zum Bereich „Moseltor“. Die Großlage Schloss Bübingen beinhaltet 6 Einzellagen:

Perler Hasenberg

Perler St. Quirinusberg

Sehndorfer Klosterberg

Sehndorfer Marienberg

Nenniger Schlossberg

Nenniger Römerberg

lagenfrei

13,09 ha

26,93 ha

16,67 ha

29.06 ha

26,92 ha

10,60 ha

0,80 ha

Daneben ist seit 2006 an den Südhängen von Saar, Blies und Nied die Erzeugung von Wein zur Herstellung von Saarländischem Landwein rechtlich erlaubt. Rebanlagen zur Landweingewinnung bestehen auf 16.899  im Bliesgau, in Merzig, in Beckingen und in Kleinblittersdorf.

Der Weinbau wurde bekanntlich durch die Römer nach Deutschland und somit auch an die Obermosel gebracht. Noch heute gibt die römische Villa in Nennig, mit einen der schönsten und größten erhalten gebliebenen Mosaikfußboden, Zeugnis von der römischen Vergangenheit ab. Für 1136 n.Chr. ist urkundlich festgehalten, dass der Bischof von Trier in Nennig einen Weinberg besaß. Im 20. Jahrhundert hatte der Weinbau an der Obermosel durch die Kriegseinwirkungen Zerstörungen über sich ergehen lassen müssen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Weinberge wieder aufgebaut. Hauptrebsorte in den Weinbergen war der Elbling. Nur langsam fassten andere Rebsorten wie Müller-Thurgau (auch bekannt als Rivaner), Auxerrois und Ruländer (besser bekannt unter dem Namen Grauburgunder) im Saarland Fuß.

Nach der Weinbauerhebung 1972/73 waren noch 113 Betriebe mit Sitz im Saarland mit Weinbau befasst. Bei den Erhebungen 1979/80 wurden 76 Betriebe, 1989/90 noch 47 Betriebe und 1999/2000 noch 43 Betriebe genannt. Im Weinwirtschaftsjahr 2019/2020 hatten im Saarland 26 Betriebe ihren Sitz, wovon neun ausschließlich Landwein an Mosel, Saar und Blies produzieren.

Die 27 saarländischen Weinbaubetriebe gliedern sich wie folgt auf:

  • 8 Haupterwerbsbetriebe, davon 7 Selbstvermarkter und 1 Vollablieferer (Winzer, die ihre Trauben an eine Winzergenossenschaft abliefern und keine eigene Kellertechnik besitzen).
  • 18 Neben- und Zuerwerbsbetriebe, davon 10 Selbstvermarkter und 8 Vollablieferer.

Die bestockte Rebfläche liegt (Stand: Juli 2020) bei ca. 124,96 ha, davon werden ca. 26 ha von Betrieben mit Sitz außerhalb des Saarlandes bewirtschaftet.

27,4 Prozent der saarländischen Rebflächen sind mit der Rebsorte Ruländer bzw. Grauer Burgunder bepflanzt, gefolgt von der Rebsorte Auxerrois (14,3 %), Elbling (13,4 %), Weißer Burgunder (12,1 %), Spätburgunder (9,4 %), Müller-Thurgau (knapp 7,4 %) und Riesling mit 4,8 %. Im Jahre 1996 lag der Elbling mit 51 % noch klar auf Platz 1.
Der Muschelkalkboden beeinflusst den Weincharakter und gibt diesen Weinen die Würze, fruchtige Säure und verleiht ihnen die Eleganz. Die hier erzeugten Weine sind besonders „bekömmlich“ und werden dadurch zu einer begehrten Spezialität. Hier findet der Weinliebhaber für jeden Geschmack und jede Gelegenheit den passenden Tropfen.

Seit 2014 fördert das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz die umweltfreundliche Pheromon-Verwirrungsmethode zur umweltschonenden Bekämpfung des einbindigen und bekreuzten Traubenwicklers (Rebschädling) nach Maßgabe des GAK-Rahmenplans.

Weiterführende Informationen:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft - Weinbau

Ansprechpartnerin im Ministerium:

Katrin Hermes
Referat B/2:
Agrarpolitik, Landwirtschaftliche Erzeugung

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken