Thema: Gesundheit und Prävention
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Informationen zu Affenpocken

Hinweis: Ausführliche Informationen finden Sie auch auf der Homepage des RKIs.

Die aktuellsten Informationen wurden außerdem im Mpox-Flyer zusammengefasst.

Warum heißen Affenpocken jetzt Mpox?

Seit dem 28.11.2022 empfiehlt die WHO, die englische Bezeichnung „Monkeypox“ in „Mpox“ zu ändern. Hintergrund ist nach Angaben der WHO, dass die Bezeichnung „Monkeypox“ als rassistisch und stigmatisierend wahrgenommen werden kann und verschiedene Stellen die WHO gebeten haben, die Erkrankung umzubenennen.

Was sind Mpox?

Bei Mpox handelt es sich um eine durch das Monkeypox virus (MPXV) ausgelöste Erkrankung, die mit dem Pockenvirus verwandt ist. Mpox sind eine Zoonose, d.h. eine von infizierten Tieren auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheit. Vor allem bei engem Kontakt ist eine Übertragung von Mensch-zu-Mensch möglich.

Welche Symptome habe ich bei einer Erkrankung mit Mpox?

Häufig treten allgemeine Krankheitssymptome, wie Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen auf. Zusätzliche können geschwollene Lymphknoten auftreten. Charakteristisch sind Hautveränderungen, die zum Teil sehr schmerzhaft sein können. Diese Hautveränderungen sind Pusteln, die unterschiedlichen Stadien durchlaufen, schlussendlich verkrusten und dann abfallen. Bei den seit Mai 2022 in Deutschland gemeldeten Fällen wurde häufig von einem Erkrankungsbeginn im Urogenital- und Anal-Bereich berichtet. Dies Hautveränderungen bestehen für zwei bis vier Wochen und heilen von selbst aus.

Der Krankheitsverlauf ist im Vergleich zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken deutliche milder, weshalb die Prognose auch als deutlich günstiger bewertet werden kann. Allerding sind schwere Verläufe möglich, vor allem bei immungeschwächten Betroffenen (z.B. bei bestehender HIV-Infektion oder bei Kindern).

Im aktuellen Ausbruch sind weltweit nur sehr wenige Todesfälle (unter 0,1%) verzeichnet worden.

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Symptome treten meist 4 bis 21 Tage nach Kontakt mit einer Person mit Mpox auf. Im internationalen Ausbruchsgeschehen seit 2022 wurden auch kürzere Inkubationszeiten von 1-3 Tagen beobachtet, der Median lag bei 7 Tagen.

Wie werden Mpox übertragen?

Im aktuellen Ausbruch wird die Übertragung von Mensch zu Mensch vor allem bei engen Kontakten beobachtet, insbesondere im Rahmen sexueller Aktivitäten. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch den direkten Kontakt mit den typischen Haut- bzw. Schleimhautveränderungen, den sog. Pockenläsionen. In den Pockenläsionen befinden sich besonders hohe Viruskonzentrationen. Sowohl Bläscheninhalt als auch Schorf sind infektiös.

Die Eintrittspforte für das Virus sind häufig kleine Hautverletzungen sowie insbesondere alle Schleimhäute (Auge, Mund, Nase, Genitalien, Anus), und möglicherweise auch der Respirationstrakt. Infizierte sind ansteckend, solange die Läsionen nicht vollständig abgeheilt sind (in der Regel zwei bis vier Wochen lang). Es ist zu beachten, dass Läsionen auf Schleimhäuten von außen meist nicht sichtbar sind.

Eine Übertragung über kontaminierte Gegenstände wie z.B. Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder in speziellen Fällen durch Oberflächen, die durch den Kontakt mit infektiösem Schorf oder Pockenbläscheninhalt einer infizierten Person mit dem Virus kontaminiert wurden, wurde bisher vor allem in Endemiegebieten beschrieben. Bisher liegen keine Hinweise dafür vor, dass dieser Übertragungsweg im aktuellen Ausbruch eine größere Bedeutung hätte.

Mpox-Viren sind - in geringerer Konzentration als in den Hautveränderungen - auch in Rachenabstrichen nachweisbar. Auch können Viren ausgehend von Pockenläsionen im Mund in den Speichel gelangen. Eine Übertragung durch große respiratorische Tröpfchen bei nahem Kontakt von Angesicht zu Angesicht, z. B. bei einem Gespräch, ist deshalb vorstellbar. Zweifelsfrei belegt sind solche Tröpfchenübertragungen bislang nicht. Eine Übertragung über ausgeatmete Aerosole über größere Distanzen erscheint demgegenüber unwahrscheinlich und bisher finden sich dafür keine Hinweise. Es gibt bislang auch keine Hinweise, dass Mpox-Viren vor Symptombeginn übertragen werden können.

Ob die Viren zusätzlich zum reinen Hautkontakt auch auf direktem sexuellen Übertragungsweg (z.B. durch Kontakt mit Samenflüssigkeit oder Vaginalsekret) verbreitet werden können, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, scheint aber möglich.

In Endemiegebieten kann es auch zur Übertragung vom Tier auf den Menschen kommen. Hier sind nicht Affen, sondern vermutlich Nagetiere das Reservoir (Affen können aber auch ähnlich wie der Mensch als Fehlwirte infiziert sein). Die Übertragung kann hier z.B. durch Kontakte zu infizierten Tieren (Bisse, Sekrete und Exkrete, enger Umgang, Tierkörper bei der Jagd, Kontakt zu Material, das mit Viren kontaminiert ist) oder durch die Handhabung von Fleisch infizierter Tiere kommen.

In Endemiegebieten sind auch Übertragungen bei infizierten Schwangeren über die Plazenta auf den Fötus oder von infizierten Eltern auf Kinder während oder nach der Geburt durch Hautkontakt beschrieben worden.

Wie kann man das Übertragungsrisiko verringern?

Um das Risiko, an Mpox zu erkranken, zu senken, sollten Hautkontakte minimiert und insbesondere keine Ausschläge oder Wunden berührt werden. Bei sexuellen Kontakten ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung deutlich erhöht. Personen können ihr Risiko senken, wenn sie die Zahl der Sexpartner und/oder Sexpartnerinnen reduzieren. Orte, an denen wenig oder gar keine Kleidung getragen wird und Körperkontakte stattfinden wie Darkrooms, Saunen oder Sex-Clubs bergen ebenfalls ein erhöhtes Infektionsrisiko. Kondome können das Infektionsrisiko verringern, indem sie den direkten Kontakt mit Schleimhautveränderungen, insbesondere im Anus oder in der Vagina, verhindern.

Personen mit Mpox-Infektion sollten auf jeglichen Sex (oral, anal, vaginal) verzichten, solange ein Übertragungsrisiko besteht. Darüber hinaus sollten Personen nach einer Infektion nach Abheilen aller Läsionen für acht Wochen Kondome beim Sex benutzen, da das Virus auch noch eine Zeitlang in der Samenflüssigkeit vorhanden sein könnte.

Sind Mpox eine sexuell übertragbare Krankheit?

Mpox können durch engen körperlichen Kontakt von einer Person zur anderen übertragen werden. Das schließt sexuelle Kontakte mit ein: Unter anderem kann direkter Hautkontakt mit Läsionen während sexueller Aktivitäten zu einer Ansteckung führen.

Ausschläge treten häufig am Anus bzw. im Rektum, an den Genitalien oder im Mund auf, was wahrscheinlich zur Übertragung bei sexuellem Kontakt beiträgt.

Vermehrungsfähige Mpox-Viren wurden auch in Samenflüssigkeit nachgewiesen und sind dort möglicherweise auch nach Abheilen der Hautläsionen weiter vorhanden. Ob Mpox durch Samenflüssigkeit oder Vaginalsekret verbreitet werden können, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, scheint aber möglich. Vorsichtshalber sollten Personen, die an Mpox erkrankt waren, auch nach Abheilen aller Läsionen acht Wochen lang beim Sex ein Kondom verwenden.

Mpox-Ausschläge können einigen sexuell-übertragbaren Krankheiten ähneln, einschließlich Herpes und Syphilis.

Schützen Kondome vor einer Infektion mit Mpox?

Kondome können das Infektionsrisiko verringern, indem sie den direkten Kontakt mit Schleimhautveränderungen, insbesondere im Anus oder in der Vagina verhindern. Es gibt zudem Hinweise, dass auch in der Samenflüssigkeit vermehrungsfähiges Virus vorkommen kann. Deswegen sollten Personen mit einer Mpox-Infektion auch nach Abheilen aller Läsionen acht Wochen lang beim Sex ein Kondom verwenden.

Allerdings kann jede Berührung von Hautveränderungen einer infizierten Person zu einer Übertragung führen, unabhängig davon, an welcher Stelle des Körpers sie sich befinden. Insofern können Kondome das Risiko einer Ansteckung zwar verringern, aber nicht ausschließen.

Besteht für Männer, die Sex mit Männern haben, ein höheres Risiko, sich mit Mpox anzustecken?

Im Geschehen seit 2022 sind Mpox-Infektionen weit überwiegend bei Männern aufgetreten, die selbst sexuelle Kontakte mit mehreren anderen Männern (MSM) angegeben hatten. Aber: Das Risiko ist nicht auf Menschen beschränkt, die sexuell aktiv sind oder auf Männer, die Sex mit Männern haben. Mpox werden durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Jede Person, die engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, kann sich infizieren.

Jede Person, die Symptome hat, die Mpox sein könnten, sollte daher enge körperliche Kontakte vermeiden und sofort einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Dazu gehören insbesondere Menschen, die Verbindungen zu Gruppen haben, in denen gehäuft Fälle gemeldet wurden.

Vor dem Hintergrund gesunkener Fallzahlen schätzt das ECDC das Gesamtrisiko für MSM als moderat und für die breitere Bevölkerung als gering ein.

Ich habe den Verdacht, dass ich mich mit Mpox infiziert habe. Wie gehe ich weiter vor?

Sollten Sie Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person gehabt haben, dann melden Sie sich bitte bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt oder ihrem behandelnden Arzt/ihrer behandelnden Ärztin. Hier wird die Entnahme von Proben veranlasst, die eine Speziallabor verschickt werden. Auch wenn Symptome beobachten, die auf eine Infektion mit Mpox hindeutet, sollten Sie sich an das Gesundheitsamt oder ihren behandelnden Arzt/ihre behandelnde Ärztin wenden.

Wie sollten sich mit Mpox Infizierte verhalten, um eine Übertragung zu verhindern?

Das höchste Übertragungsrisiko geht von den Haut- bzw. Schleimhautläsionen aus. Infizierte sollen die Läsionen deshalb so weit wie möglich mit Kleidung oder Verbänden abdecken und auf körperliche Kontakte zu anderen Personen verzichten. Falls dies nicht möglich ist (z.B. bei Läsionen im Gesicht oder an den Händen) und solange allgemeine Krankheitssymptome bestehen, kann das Gesundheitsamt eine häusliche Isolierung anordnen.

Weiter Informationen finden Sie unter „Angepasste risikoadaptierte Empfehlung des RKI zur häuslichen Isolierung von Personen mit einer Mpox-Infektion“.

Besteht eine Meldepflicht für Mpox?

Sobald eine Mpox-Infektion labordiagnostisch bestätigt ist, müssen der Arzt/die Ärztin und/oder das Labor den Fall gemäß Infektionsschutzgesetz innerhalb von 24 Stunden an das zuständige Gesundheitsamt melden. Es besteht daher Arzt-Meldepflicht gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 5 IfSG und die Labor-Meldepflicht gemäß § 7.2 IfSG.

Kann ich mich gegen Mpox impfen lassen?

Die Impfung gegen Mpox ist aktuell nur für bestimmte Personengruppen empfohlen. Hierfür hat die STIKO-Empfehlung veröffentlicht: Beschluss der STIKO für die Empfehlung zur Impfung gegen Mpox.

a) für die Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach Mpox-exposition von asymptomatischen Personen im Alter ≥18 Jahre. Hierzu zählen:

  • Enge körperliche Kontakte über nicht intakte Haut oder über Schleimhäute (z. B. sexuelle Kontakte, zwischenmenschliche Kontakte von Familienangehörigen) oder längerer ungeschützter face-to-face-Kontakt <1m mit einer an Mpox erkrankten Person (z. B. Haushaltskontakte).
  • Nach engem Kontakt ohne ausreichende persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, FFP2-Maske/medizinischer Mund-Nasenschutz und Schutzkittel) zu einer Person mit einer bestätigten Mpoxerkrankung, ihren Körperflüssigkeiten oder zu kontaminiertem potenziell infektiösen Material (z. B. Kleidung oder Bettwäsche von Erkrankten) in der medizinischen Versorgung.
  • Personal in Laboratorien mit akzidentiell ungeschütztem Kontakt zu Laborproben, die nichtinaktiviertes Mpoxmaterial enthalten; insbesondere, wenn Virusanreicherungen in Zellkulturen vorgenommen werden.

b) als Indikationsimpfung von Personen mit einem erhöhten Expositions- und Infektionsrisiko (z. B. während eines Mpoxvirus-Ausbruchs). Hierzu zählen:

  • Derzeit Männer ≥18 Jahre, die Sex mit Männern haben (MSM) und dabei häufig die Partner wechseln.
  • Personal in Speziallaboratorien, das gezielte Tätigkeiten mit infektiösen Laborproben, die Orthopockenmaterial enthalten, ausübt und nach individueller Risikobewertung durch den Sicherheitsbeauftragten als infektionsgefährdet eingestuft wird.

Eine Impfung anderer Bevölkerungsgruppen ist, basierend auf der aktuellen Risiko-Nutzen-Bewertung, nicht notwendig und nicht empfohlen.

Nach welchem Schema wird geimpft?

Die Grundimmunisierung für Personen ≥18 Jahre, die in der Vergangenheit keine Pockenimpfung erhalten haben, erfolgt mit 2 Impfstoffdosen Imvanex / Jynneos (MVA-BN) im Abstand von mindestens 28 Tagen (1 Impfstoffdosis je 0,5ml). Auch wenn der Impfabstand von 28 Tagen überschritten wurde, muss die Impfserie nicht neu begonnen werden. Während die 1. Impfstoffdosis bereits einen guten Basisschutz gegenüber Mpox/Affenpocken vermittelt, dient die 2. Impfstoffdosis insbesondere dazu die Dauer des Impfschutzes zu verlängern. Bei Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft worden sind, reicht eine 1-malige Impfstoffgabe aus. Die Impfung erfolgt subkutan.

Die Impfung soll auch bei Personen mit Immundefizienz erfolgen. Immungeschwächte Personen, die zuvor bereits gegen Pocken geimpft wurden, sollen 2 Auffrischimpfungen erhalten. Die 2. Auffrischungsimpfung darf nicht früher als 28 Tage nach der 1. Impfstoffdosis erfolgen.

Kann ich mich auch noch impfen lassen, wenn die Exposition länger als 14 Tage zurückliegt?

Solange die Person noch keine Symptome aufweist, soll die Impfung möglichst frühzeitig in einem Zeitraum von bis zu 14 Tagen verabreicht werden. Bis zu 4 Tage nach Exposition kann die Impfung sogar eine Infektion verhindern. Danach kann die Krankheitsschwere abgemildert werden.

Sind bis 14 Tage nach Exposition keine Symptome aufgetreten (Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Hauteffloreszenzen), die auf eine Mpox-/Affenpockeninfektion hinweisen, ist davon auszugehen, dass es nicht zu einer Ansteckung kam. Es ist zu diesem Zeitpunkt ohne weiteres möglich und ggf. ratsam eine Impfung mit Imvanex / Jynneos gegen Mpox/Affenpocken anzubieten, wenn die Person zu einer der Gruppen gehört für die eine Indikationsimpfung empfohlen ist.

Wie soll mit der postexpositionellen Impfung verfahren werden, wenn innerhalb von 14 Tagen nach Exposition Symptome auftreten?

Treten bei einer Person im Zeitraum von bis zu 14 Tagen nach Mpox/Affenpockenexposition Symptome auf, die mit einer Mpox/Affenpockeninfektion vereinbar sind, sollte keine postexpositionelle Prophylaxe mit Imvanex / Jynneos mehr durchgeführt werden. Generell sollten Impfungen bei akuten behandlungsbedürftigen Erkrankungen unterbleiben. Die Impfung mit Imvanex / Jynneos hat keinen therapeutischen Effekt und ist daher nicht mehr indiziert. Treten Symptome unmittelbar oder innerhalb weniger Tage nach Verabreichen der Impfung auf, so hat die Impfung keinen Nutzen aber auch keinen Schaden.

Wo kann man sich gegen Mpox impfen lassen?

Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit des Impfstoffes wird die die Indikation zu Impfung über die HIV-Schwerpunktpraxen im Saarland gestellt. Über die HIV-Schwerpunktpraxen wir dann ein Termin zum Impfen am UKS vereinbart.

Schützt die Impfung vor Infektion?

Eine Impfung kann aus verschiedensten Gründen niemals einen 100%-igen Schutz vor Erkrankung bieten. Man kann aber davon ausgehen, dass 14 Tage nach Verabreichung der 2. Impfdosis ein Impfschutz besteht.

Ist eine Impfung gegen Mpox nach durchgemachter Infektion notwendig?

Aktuell ist noch nicht eindeutig geklärt, ob nach durchgemachter Mpox-/Affenpockeninfektion eine lebenslange Immunität besteht. Man kann dies jedoch vermuten, da dies bei den heute ausgerotteten Pocken, die mit Mpox/Affenpocken verwandt sind, der Fall war.

Für Personen, die im aktuellen Mpox-/Affenpockenausbruch erkrankten, ist bis auf weiteres keine Impfung notwendig, da der Immunschutz, der durch die Erkrankung vermittelt wurde, mehrere Jahre besteht.

Ist man gegen Mpox geschützt, wenn man bereits gegen Pocken geimpft wurde?

Man geht davon aus, dass Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden, aufgrund einer Kreuzimmunität auch einen Schutz gegen Mpox aufweisen. Trotz der mit der Zeit nachlassenden Wirkung der Pockenimpfung, schätzt man auf der Basis von Studienergebnissen, dass eine vorangegangene Pockenimpfung einen Schutz von 85 % gegenüber Mpox vermittelt. Vor schweren Krankheitsverläufen ist man noch besser geschützt. Die STIKO empfiehlt daher für Personen, die bereits gegen Pocken geimpft sind, nur eine 1-malige Impfung mit Imvanex / Jynneos. Diese Impfung boostert die Impfantwort.

Wie werden Mpox behandelt?

Die Krankheit ist selbstlimitierend, die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen. 

Die Therapie ist in erster Linie symptomatisch und unterstützend, wichtig ist das Verhindern bakterieller Superinfektionen. Ein zur spezifischen Behandlung von Orthopockenvirus-Infektionen entwickeltes Arzneimittel wurde kürzlich in der EU auch zur Behandlung von Mpox zugelassen (Tecovirimat) und ist in Deutschland in begrenzter Menge verfügbar. Der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) gibt Hinweise zur Therapie von Mpox und steht für Beratungen zum klinischen Management und zur Therapie zur Verfügung. Eine Kontaktaufnahme wird insbesondere bei hoher Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf angeraten. Für das zuständige Kompetenz- und Behandlungszentrum siehe www.rki.de/stakob.

Sind Mpox gefährlich?

Insbesondere Immungeschwächte Personen können schwer an Affenpocken erkranken. Zu dieser Personengruppe gehören Neugeborene, Kinder, Schwangere, alte Menschen und Menschen mit zugrundeliegenden Immunschwächen. Mögliche Komplikationen sind hier schwere Hautinfektionen, Lungenentzündungen, Verwirrtheit und Augeninfektion, die zu Erblindung führen kann.

Besteht eine Gefährdung der breiten Bevölkerung in Deutschland?

Da es engen körperlichen Kontakt zu jemandem erfordert (z.B. im Rahmen von Geschlechtsverkehr), damit sich das Virus zwischen Menschen ausbreitet, wird die Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland nach aktuellem Kenntnisstand als gering eingeschätzt.

Hinweisen zu Präventionsmöglichkeiten für die allgemeine Bevölkerung ist unter www.rki.de/affenpocken-flyer abrufbar.

Was ist bei Veranstaltungen zu beachten?

Vor dem Hintergrund des aktuellen Mpox-Geschehens gibt das RKI Empfehlungen für Organisatoren von Veranstaltungen und den Öffentlichen Gesundheitsdienst, abrufbar unter www.rki.de/mpox-hinweise-veranstaltungen. Ein Flyer von RKI und BZgA mit den wichtigsten Botschaften zum Thema Mpox und Hinweisen zu Präventionsmöglichkeiten für die allgemeine Bevölkerung ist unter www.rki.de/mpox-flyer abrufbar.

Angepasste risikoadaptierte Empfehlung des RKI zur häuslichen Isolierung von Personen mit einer Mpox-Infektion

Es wird empfohlen, zukünftig eine strikte häusliche Isolierung nicht mehr für alle mit Mpox infizierten Personen anzuordnen, sondern grundsätzlich nur für

  • Erkrankte, die Läsionen an Stellen haben, die im Alltag nicht mit Kleidung oder Schutzverband abgedeckt sind bzw. abgedeckt werden können (z. B. Mundhöhle, Gesicht oder Hände),
  • Erkrankte, solange Symptome einer Allgemeininfektion (z. B. Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen) oder respiratorische Symptome (Halsschmerzen, Husten) bestehen,

sowie unter besonderen Umständen im Ermessen des Gesundheitsamts.

Die Notwendigkeit für eine Isolierung kann sich im Krankheitsverlauf durch das spätere Auftreten von Allgemeinsymptomen oder zusätzlichen nicht-abdeckbaren Läsionen ändern.

Die strikte häusliche Isolierung endet, wenn die nicht-abdeckbaren Läsionen vollständig abgeheilt sind (Krusten abgefallen) und keine systemischen Symptome [mehr] bestehen, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt dies erfolgt.

Kontakte zu besonders vulnerablen Gruppen wie Personen mit unterdrücktem Immunsystem, Schwangeren, Kindern unter 12 Jahren oder hochaltrige Personen, sind von allen Mpox-Erkrankten zu vermeiden, solange nicht abgeheilte Läsionen bestehen, unabhängig von der Lokalisation der Haut- oder Schleimhautläsionen. Sofern beruflich Kontakte zu einer der genannten Personengruppen bestehen, soll eine Freistellung von der Arbeit erfolgen.

Darüber hinaus gelten folgende Empfehlungen für die Dauer der Erkrankung, d. h. bis alle Haut- oder Schleimhautläsionen vollständig abgeheilt und die Krusten abgefallen sind, und keine Allgemeinsymptome mehr bestehen:

  • auf sexuelle und vergleichbare intime Kontakte einschließlich Küssen verzichten (Kondome verhindern in dieser Phase nicht zuverlässig eine Übertragung)
  • körperlichen Kontakt, z. B. Händeschütteln, Umarmungen einschränken
  • vorhandene Hautläsionen sorgfältig durch Kleidung und/oder Schutzverband abdecken, insbesondere außerhalb des eigenen Haushalts und bei engem Kontakt (<1,5 m) zu anderen Personen auch im eigenen Haushalt
  • falls Läsionen in der Mundhöhle oder perioral bestehen: konsequentes Tragen eines medizinischen Mundschutzes oder einer FFP2-Maske, insbesondere außerhalb des eigenen Haushalts und bei engem Kontakt (<1,5 m) zu anderen Personen auch im eigenen Haushalt
  • nach dem Berühren der Haut- bzw. Schleimhautareale mit Läsionen gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife
  • Handtücher, Bettwäsche, Kleidungsstücke und andere möglicherweise kontaminierte Gegenstände nicht mit anderen teilen; andere Personen sollten den Kontakt zu solchen Gegenständen meiden bzw. bei unvermeidbarem Kontakt Handschuhe tragen.
  • Nach Benutzung von Toiletten, Waschbecken, Duschen etc. darauf achten, dass keine abgefallenen Krusten verblieben sind.

Für Erkrankte mit nicht abdeckbaren Hautläsionen oder bestehenden Allgemeinsymptomen, die der häuslichen Absonderung unterliegen, gilt zusätzlich:

  • Sie sollten möglichst getrennt von anderen Personen in einem Einzelzimmer untergebracht sein.
  • Nutzen Sie Küche, Flur, Bad und weitere Gemeinschaftsräume nicht häufiger als unbedingt nötig.
  • Verzichten Sie auf direkten Kontakt zu Haustieren, um eine Mensch-zu-Tier-Übertragung zu vermeiden.
  • Sollte das Verlassen des Hauses zwecks medizinischer Vorstellung notwendig sein, vermeiden Sie die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Kann eine mit Jynneos begonnene Impfserie mit Imvanex fortgesetzt werden?

Die STIKO empfiehlt für die Impfung gegen Mpox (Affenpocken) den Impfstoff Imvanex (Modified Vaccinia Ankara, Bavarian-Nordic [MVA-BN]). Dieser Impfstoff, der primär in der EU zum Schutz vor Pocken zugelassen war, erhielt am 25.07.2022 zusätzlich die Zulassung zum Schutz vor Affenpocken. Da der Impfstoff nicht verfügbar war, wurde bis Sommer 2023 ausschließlich der Impfstoff Jynneos für die Impfung gegen Mpox verwendet. Bei Jynneos handelt es sich um einen für den US-amerikanischen Markt vorgesehenen Impfstoff desselben Herstellers, der jedoch in der EU nicht zugelassen ist. Die beiden Impfstoffe sind, bis auf geringe Unterschiede beim Herstellungsverfahren und den Qualitätsspezifikationen, identisch.

Eine mit Jynneos begonnene Impfserie kann daher mit Imvanex fortgesetzt werden. Die Impfserie muss nicht neu begonnen werden. Eine Impfserie erfolgt durch eine 2-malige Impfung in einem Mindestabstand von 28 Tagen. Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden, empfiehlt die STIKO eine 1-malige Mpox-Impfung.

Warum ist es wichtig, die Zahl der Mpox-Fälle so gering wie möglich zu halten?

Mpox sollten so weit wie möglich verhindert werden – einerseits, um Krankheitsfälle und ggf. auch schwere Verläufe zu vermeiden, andererseits, um zu verhindern, dass sich Mpox als Infektionskrankheit in Deutschland etablieren. Außerdem besteht immer ein gewisses Risiko, dass sich das Virus verändert und möglicherweise auch krankmachender werden könnte.

Stand (08.09.2023)