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Landespräventionsrat - LPR Saar

Auf dem Bild ist die Geschäftsstelle des Landespräventionsrates vor einer Wandvertäfelung zu sehen. Geschäfsstelle des Landespräventionsrates
Foto: Presse/MASFG


Die saarländische Landesregierung hat im Dezember 2023 erstmalig ein landesweites Präventionskonzept beschlossen, das auch die Gründung eines Landespräventionsrates für das Saarland (LPR Saar) vorsieht. Die konstituierende Sitzung des LPR Saar fand nunmehr am 03. Mai 2024 statt.

Präventionsarbeit erfährt in einer Welt zunehmender Unsicherheit und multipler Krisenerfahrungen einen herausgehobenen Stellenwert. Sie ist Bestandteil eines Bündels notwendiger Bewältigungsstrategien. Sie soll Menschen dazu befähigen, individuell, nachhaltig und ganzheitlich Problemen, negativen Entwicklungen oder Schädigungen vorzubeugen. Gleichermaßen will sie gesellschaftliche Strukturen und Lebensbedingungen dahingehend verbessern, dass sie Personen jeden Alters, jeden Geschlechts, jeder Herkunft, jeder finanziellen Möglichkeit bestmögliche Bedingungen für ein gesundes, gleichberechtigtes und diskriminierungsfreies Leben bietet.

Mit dem ersten landesweiten Präventionskonzept und der Gründung des LPR Saar haben wir es geschafft, der Prävention im Land einen herausgehobenen Stellenwert zu geben. Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche und interdisziplinäre Aufgabe und benötigt in einer Welt zunehmender Unsicherheit und multipler Krisenerfahrungen größte Bedeutsamkeit.

Staatssekretärin und Vorsitzende des LPR Saar Bettina Altesleben

Historie

Nach der Auflösung des ehemaligen Landesinstituts für Präventives Handeln (LPH) musste die Prävention für das Saarland auf eine neue Grundlage gestellt werden. Um künftig in einen regelmäßigen Austausch aller Ministerien mit den beteiligten externen Akteurinnen und Akteuren zu treten, wurde im Saarland erstmalig ein Landespräventionsrat installiert. Er vereint und bündelt das Expertinnen- und Expertenwissen des Landes in der Prävention und fördert so das multiprofessionelle Zusammenarbeiten.

Aufgaben und Ziele

Der LPR Saar ist ein auf Dauer angelegtes Gremium, der die bereits etablierten Strukturen in der Prävention ergänzen soll. Gemeinsam begleiten und beraten die Mitglieder des LPR Saar die präventive Arbeit der Landesregierung und vernetzen sie mit den Trägern der Präventionsarbeit. Sie tragen Impulse in das Regierungshandeln hinein, benennen aktuelle Themen und bearbeiten diese in Arbeitsgemeinschaften. Aufgabe des LPR Saar ist es weiterhin, die bereits vorhandenen Themenfelder der Prävention im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit, Ministerium für Inneres und Sport sowie Ministerium für Bildung und Kultur gemeinsam mit externen Akteurinnen und Akteuren in der Präventionsarbeit koordiniert weiterzuentwickeln.

Zentral für den LPR Saar ist daher die gemeinsame Weiterentwicklung der beschlossenen Landespräventionsstrategie sowie die kontinuierliche Anpassung an gesellschaftliche Bedürfnisse und aktuelle Gegebenheiten. Er soll zudem den Informationsaustausch zu aktuellen Themen zwischen der Praxis und der Wissenschaft sicherstellen. Gut funktionierende Strukturen in der Präventionslandschaft können weiterhin in den bisherigen Verantwortlichkeiten ihre Arbeit fortführen, finden ihre Berücksichtigung selbstverständlich auch im LPR Saar.

Mitglieder

Mitglieder des LPR Saar sind neben Vertretern der Staatskanzlei, verschiedener Ministerien und seinen nachgeordneten Behörden auch unterschiedliche Landesbeauftragte und kommunale Interessenvertretungen, die Wissenschaft sowie andere zivilgesellschaftliche Vertreter der Präventionsarbeit. Aktuell sind rund 40 Institutionen benannt.

Erste Schwerpunktthemen

Aufgrund der interdisziplinären Zusammensetzung und der damit verbundenen Themenvielfalt hat der LPR Saar zunächst die fachliche Auseinandersetzung mit folgenden Schwerpunkten beschlossen, die in Arbeitsgruppen vorgenommen wird. Hier werden nunmehr Empfehlungen und Präventionskonzepte in ihrer aktuellen und gesamtgesellschaftlichen Relevanz erarbeitet, die Basis künftigen Regierungshandelns in der Prävention sein sollen.

Suchtprävention

Die Entkriminalisierung des Cannabis-Konsums, welche auf Bundesebene aktiv vorangetrieben wurde, benötigt die Flankierung durch präventive Maßnahmen – insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene.

Pädagogische Prävention und Kinderschutz

Das Kinderschutzgesetz formuliert insbesondere den Auftrag, dass alle mit Kindern und Jugendlichen arbeitenden Einrichtungen ein eigenes Schutzkonzept entwickeln müssen. Gemeinsam mit dem Kinderschutzbeauftragten soll der LPR Saar die Etablierung der notwendigen Kinderschutzkonzepte flankieren.

Extremismusprävention und Demokratieförderung

Welche präventiven Antworten gibt es auf die Verbreitung rechten und rechtsextremen Gedankenguts bis tief in die Mitte der Gesellschaft? Wie geht man mit verfassungsfeindlichen Bestrebungen um? Was sind die präventive Antworten auf das Erstarken demokratiefeindlicher Strukturen? Damit soll sich der LPR Saar in diesem Schwerpunktthema vertieft auseinandersetzen.

Prävention durch Sport

Sport kann wichtige Beiträge zur Präventionsarbeit leisten. Durch die Förderung von Mannschaftsgeist, Fair Play und durch seine verbindende Kraft kann er auch Beiträge zur Verbesserung des gesellschaftlichen Klimas leisten. Es sollen bestehende Maßnahmen, Projekte und Ideen gesammelt, geschärft und anhand guter Beispiel aus anderen Ländern ergänzt und weiterentwickelt werden.

Der LPR Saar bildet zu diesen Themenschwerpunkten Arbeitsgruppen (AGs sowie temporäre Ad-hoc-AGs), die Fragestellungen vertieft fachlich betrachten und zur Vorbereitung der Beratung im LPR Saar dienen. Aus den Ergebnissen sollen Empfehlungen abgeleitet und die Umsetzung von Maßnahmen und Projekten angestoßen werden.

Hubert Meusel
Geschäftsstelle Landespräventionsrat Saarland

Franz-Josef-Röder-Straße 23
66119 Saarbrücken

Saarland-Markenzeichen mit der Regierungswortmarke des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit