Thema: Klima
| Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz

Starkregen

Was ist Starkregen?

Wenn besonders große Niederschlagsmengen innerhalb einer recht kurzen Zeitspanne fallen, spricht man von Starkregen. Als Starkregen mit Unwettercharakter wird vom Deutschen Wetterdienst Regen mit einer Niederschlagmenge von

  • mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde
  • mehr als 35Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden

definiert. Fällt binnen eines relativ kurzen Zeitraums eine große Menge an Regen, so hat der Boden meist nicht die Möglichkeit, die Wassermassen aufzunehmen. Auch die Kanalisation ist nicht auf solche Regenmengen ausgelegt. Rasch ansteigende Wasserpegel und nachfolgende Überschwemmungen, Sturzfluten oder Erdrutsche sind die Folge.

Starkregenereignisse treten lokal auf und treffen selten eine ganze Region. Das ist nur bei sehr kräftigen Tiefs der Fall, wenn Dauerregen die Starkregenschwelle überschreitet.

Generell ist Starkregen ein Phänomen, das hauptsächlich im Sommerhalbjahr auftritt. Für die großen Niederschlagsmengen in recht kurzer Zeit müssen massive Quellwolken mit großen Wassermengen entstehen. Dies ist jedoch nur bei ausreichend warmer Luft möglich, da kalte Luft weniger Feuchtigkeit und auch weniger Energie enthält.

Ist Starkregen eine Folge des Klimawandels?

Ein direkter Zusammenhang konnte wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen werden. Laut einer Statistik des Deutschen Wetterdienstes ist die Anzahl derartiger Wetterphänomene seit 1960, also seit über 50 Jahren, weder gesunken noch angestiegen. Es gibt aber dennoch Jahre, in denen deutlich mehr Starkregenereignisse auftreten als in anderen. Der relativ kurze Zeitraum seit Aufzeichnung des Wetters ist nicht ausreichend, um einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Starkregenhäufigkeit zu beweisen. Trotzdem sind sich die meisten Meteorologen einig, dass die globale Erwärmung zu mehr extremen Wetterereignissen und damit auch zu häufigerem und intensiverem Starkregen führt, und das auch in Deutschland.

Prävention und Handlungsbereitschaft

Nach den Extremregenereignissen vom Mai und Juni 2016 wurden in drei saarländischen Kommunen (Eppelborn, Wadern und Sulzbach / Friedrichsthal) Pilotprojekte zum Thema Starkregenvorsorge gestartet.

In den vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (MUV) mit 80 Prozentgeförderten Pilotprojekten sollen in den Kommunen Methoden für Starkregenvorsorgekonzepte mit unterschiedlichen Detaillierungsgraden erarbeitet werden. Zu den vorgegebenen Inhalten zählt eine Gefährdungsanalyse mit Erstellung von Gefahrenkarten sowie eine Risikobewertung, die insbesondere die Gefährdung sozialer Einrichtungen mit einbezieht. Außerdem soll ein Maßnahmenkatalog auf Grundlage der Karten Teil des Konzepts sein. Schlussendlich ist auch ein Kommunikationskonzept mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Stakeholdern zu Vorbeugungsmaßnahmen und Risiken  bei Starkregenereignissen Teil des Vorsorgekonzepts.

Die Ergebnisse der Pilotprojekte und zusätzliche Tipps finden Sie auf den Seiten des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Weitere hilfreiche Empfehlungen bietet die Seite des Zentralen Kommunalen Entsorgungsverbands ( Kommunaler Entsorgungsverband ZKE ).