Thema: Frühkindliche Bildung
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Startklar Deutsch – alle Chancen für alle Kinder

Saarland startet landesweites Sprachförderkonzept ab dem vierten Lebensjahr  

Mit dem neuen Gesamtkonzept „Startklar Deutsch – alle Chancen für alle Kinder“ stärkt das Saarland gezielt die frühe Sprachförderung und verankert ein verbindliches „Bildungschancenjahr“ zur individuellen Sprachförderung vor der Einschulung.

Das Saarland führt damit eine verpflichtende, landesweite Sprachstandsfeststellung ab vier Jahren ein, die bereits ab April 2026 in einem zweistufigen Modellversuch startet.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot: „In ganz Deutschland können immer weniger Kinder ausreichend Deutsch sprechen, wenn sie in die Schule starten. Mit dieser Feststellung ist klar, dass zentrale Rechte unserer Kinder tangiert sind: Das Recht auf Bildung. Das Recht auf Teilhabe. Das Recht, sich ausdrücken zu können. Ein Kind, das sich sprachlich nicht ausdrücken kann, wird seltener gehört. Wer nicht gehört wird, beteiligt sich weniger. Und wer sich weniger beteiligt, lernt schlechter. Aktuell können im Saarland rund 30 Prozent der Kinder bei ihrer Einschulung noch nicht ausreichend Deutsch sprechen. Eine Situation, die wir nicht akzeptieren wollen und deshalb setzen wir genau hier an.

Mit „Startklar Deutsch“ führen wir eine verpflichtende landesweite Sprachstandsfeststellung ab vier Jahren ein. Kinder, die eine besondere Förderung in der deutschen Sprache benötigen fördern wir gezielt im letzten Kita-Jahr vor der Einschulung. Unser „Bildungschancenjahr“ unterstützt die Kinder gezielt im Erwerb der deutschen Sprache.“

Kern des Konzepts „Startklar Deutsch“ ist eine einheitliche Sprachstandsfeststellung knapp zwei Jahre vor Schuleintritt im Rahmen einer vorgezogenen Schulanmeldung. Alle Kinder eines Jahrgangs werden erreicht – unabhängig davon, ob sie eine Kita besuchen oder nicht. Zum Einsatz kommt in der Modellphase die im Saarland entwickelte „Wuschel-App“, ein digitales, wissenschaftlich begleitetes Instrument zur kindgerechten Sprachstandsfeststellung. Die App wurde unter Beteiligung der Universität des Saarlandes entwickelt und war bereits erfolgreich in Sprach-Kitas im Einsatz. Damit sind wir bundesweit Vorreiter. Sie erfasst spielerisch Wortschatz, Sprachverständnis, Satzbau und Erzählfähigkeit. Die pädagogische Verantwortung bleibt dabei stets bei den Fachkräften.

Die Ergebnisse werden transparent mit den Eltern besprochen. Ziel ist die Verantwortungspartnerschaft zwischen Eltern, Kita, Schule und Staat zu stärken. Wird ein erheblicher Sprachförderbedarf festgestellt, beginnt die verbindliche Unterstützung im letzten Kitajahr – dem „Bildungschancenjahr“. Kinder mit erheblichem Förderbedarf erhalten im letzten Kita-Jahr vier zusätzliche Wochenstunden gezielte Sprachförderung in kleinen Gruppen. Diese Förderung ist in den Kita-Alltag integriert und wird von (Sprachförder-)Lehrkräften begleitet.

Kinder ohne bisherigen Kitabesuch erhalten ein Ersatzangebot im Umfang von 15 Stunden pro Woche, das mit örtlichen Trägern der Jugendhilfe geschaffen wird.  Dieses Angebot bringt die räumlichen Möglichkeiten vor Ort zusammen und kann in einer Kita, in einem Sozialraum oder einer Schule stattfinden.

Das Gesamtkonzept wird in einem zweistufigen Modellversuch erprobt. Beteiligt sind insgesamt alle 28 Startchancen-Grundschulen und 92 Kitas in allen Landkreisen.Die erste Modellphase mit 14 Schulen und 42 Kitas startet unmittelbar. Im April 2026 erhalten die Schulen die Meldedaten aller Kinder, die im Schuljahr 2027/2028 schulpflichtig werden. Die Erhebung der Sprachstände erfolgt im Anschluss. Die verbindliche Förderung beginnt nach den Sommerferien an den Modellstandorten.Auf der Basis der Erkenntnisse der Modellphase schaffen wir im kommenden Jahr die rechtlichen Voraussetzungen für den verpflichtenden Kitabesuch, wenn keine ausreichenden Deutschkenntnisse vorhanden sind.

Voraussetzung dafür ist die Kitabeitragsfreiheit, die ab 2027 vollständig gilt. Parallel dazu unterstützt das Land die Kommunen mit zusätzlichen Investitionen in Höhe von 24 Millionen in den Ausbau von Kitaplätzen im Rahmen des Kita-Turbo.

Mit „Startklar Deutsch“ baut das Saarland auf bestehenden Strukturen auf. Nach dem Ende des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ hat das Land die Förderung fortgeführt und gezielt ausgebaut. Die nun eingeführte Sprachstandsfeststellung stellt einen weiteren entscheidenden Schritt dar, um Bildungsgerechtigkeit frühzeitig und systematisch zu sichern.

„Wir schauen hin und fördern verbindlich. Wir erreichen alle Kinder – auch diejenigen ohne Kitaplatz. Kein Kind soll am ersten Schultag schweigen müssen, weil ihm die Worte fehlen. Wir geben jedem Kind im Saarland eine starke Stimme. Denn starke Sprache bedeutet starke Zukunft“, so die Ministerin.

Ansprechpersonen

Daniel Treser
Referatsleitung E 1 - Frühkindliche Bildung und Betreuung

Trierer Straße 33
66111 Saarbrücken

Dr. Katharina Günther
Qualitätsentwicklung in der Bildung der frühen Kindheit

Trierer Straße 33
66111 Saarbrücken

Informationsschreiben zur 1. Phase

Informationsschreiben zur 2. Phase

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FAQs "Startklar Deutsch - Alle Chancen für alle Kinder"

Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Programm "Startklar Deutsch - Alle Chancen für alle Kinder"