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Thema: Boden und Altlasten
| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Geologie und Bodenschutz

Bodenbelastungen

Der Boden ist vielen Belastungen ausgesetzt. Hierzu gehören neben direkten oder diffusen Einträgen von Schadstoffen (Schwermetalle, anorganische Schadstoffe, Säurebildner u.a.) auch nichtstoffliche Belastungen wie Verdichtung, Erosion oder die Versiegelung von Böden. Mit der Beeinträchtigung oder dem Verlust von Bodenfunktionen sind auch andere Umweltgüter wie z.B. das Grundwasser gefährdet.

Hintergrundbelastung

Der Zustand der saarländischen Böden

Im Gegensatz zu den Umweltmedien Luft und Wasser reichern sich im Boden Schadstoffe langfristig an. Neben einer direkten Kontamination durch die Lagerung von Abfällen, Transport- und Industrieunfälle oder schadhafte Leitungen spielen auch diffuse Einträge über den Luftpfad eine Rolle, die als Hintergrundbelastung quasi in jedem Boden nachweisbar sind. Ihr Ausmaß ist eine wichtige Bezugsgröße für die Bewertung der Schadstoffsituation eines Standortes.

Hintergrundwerte geben die für bestimmte Substrate, Nutzungen und Gebietstypen repräsentativen Stoffkonzentrationen einer Region an. Sie setzen sich aus den naturbedingten (geogenen)  Grundgehalten sowie der allgemein vorhandenen anthropogenen Zusatzbelastung der Böden als Folge diffuser Einträge zusammen. Die Hintergrundbelastung stellt damit das „obere Konzentrationsniveau“ dar, bei dessen Überschreitung die Besorgnis einer schädlichen Bodenveränderung besteht. Punktuelle Belastungsschwerpunkte gehen nicht in die Ermittlung ein.

Für das Saarland liegen nutzungsspezifische Hintergrundwerte für verschiedene Schwermetalle und organische Schadstoffparameter vor:

  • organische Schadstoffe:  Polychlorierte Biphenyle (PCB), Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Hexachlorbenzol (HCB) 
  • Schwermetalle:   Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Blei, Quecksilber, Zink.

Die Hintergrundbelastung mit organischen Schadstoffen wurde regionalspezifisch (ländlicher Bereich, Verdichtungszone, Randzone) abgeleitet. Die  Hintergrundwerte für Schwermetalle wurden nach geologischen Einheiten differenziert, da die im Saarland verbreiteten Bodenausgangsgesteine unterschiedliche geogene Grundgehalte aufweisen. Die Daten stammen aus dem Schwermetallbelastungskataster.

Weitere Informationen von UBA und LABO

Schwermetalle

Schwermetalle reichern sich aufgrund ihrer hohen Persistenz im Boden an. Viele Elemente werden im sauren Bodenmilieu mobilisiert und können ins Grundwasser gelangen.
Mit dem Schwermetallbelastungskataster wurde eine landesweite Rasterbeprobung der Böden durchgeführt. Es beinhaltet Daten von 5.500 Proben, die je nach Nutzungstyp (Wald, Grünland, Acker) aus unterschiedlichen Tiefenstufen stammen. Das Parameterspektrum umfasst die königswasserlöslichen Anteile der Elemente Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber, Nickel, Blei und Zink. An ausgewählten Standorten wurde das Untersuchungsprogramm durch Messungen zum pH-Wert und zur Kationenaustauschkapazität ergänzt. Der Datenbestand diente als Grundlage für die Ableitung der Hintergrundwerte für Schwermetalle in saarländischen Böden.

Bodenerosion

Boden ist nicht vermehrbar

Die Erosion landwirtschaftlich genutzter Böden durch Wasser und Wind stellt eine schleichende und oft unterschätzte Gefahr dar. Sie führt zu einer irreversiblen Schädigung des Bodens und trägt zur Gewässereutrophierung bei. Bodenerosion kann durch eine standortangepasste Nutzung und Bewirtschaftung vermieden werden. Die Grundsätze der „guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft“ sind in § 17 BundesBodenSchutzgesetz (BBodSchG) verankert.
Liegt nach §8 der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) eine schädliche Bodenveränderung durch Bodenerosion vor, so kann das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz im Einvernehmen mit der Landwirtschaftlichen Beratungsstelle Maßnahmen zur Gefahrenabwehr anordnen.
1994 wurde im Saarland eine Erosionsmessstation mit drei Versuchsparzellen eingerichtet. Für den Beobachtungszeitraum 1994 bis 1997 liegen Daten über den Boden- und Nährstoffverlust, den Oberflächenabfluss sowie verschiedene meteorologische Parameter vor.
Im Rahmen der Umsetzung der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung wurde im Januar 2017 die Verordnung zur Einteilung von landwirtschaftlichen Flächen nach dem Grad der Erosionsgefährdung erlassen. Einen Überblick über die Flächenkulisse zur Erosionsgefährdung bietet der Kartendienst des Landesamtes für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung im GeoPortal Saarland.

GeoPortal Saarland

Das lnk_geopotal_muv informiert über Geodate, Geodienste und Geoinformationen des LVGL

Bodenversiegelung

Boden entsiegeln – die Chance, ein Stück Natur zurückzugewinnen

In Gebieten mit hohem Nutzungsdruck wird der Boden häufig nur noch in seiner Funktion als „Träger“ und Standort von Siedlung, Industrie- und Gewerbe und Infrastruktureinrichtungen wahrgenommen. Der Flächenverbrauch nimmt mittlerweile, wenn auch langsam, ab. Ein Blick auf den Nutzungswandel im Großraum Saarbrücken zeigt, dass in der Vergangenheit vor allem die wertvollsten Böden für Siedlungs- und Gewerbezwecke beansprucht wurden. Mit der Versiegelung werden sämtliche natürliche Bodenfunktionen reduziert oder ausgeschaltet.

Versiegelte Böden können kein Niederschlagswasser aufnehmen und tragen nicht zur Grundwasserneubildung bei. Die Häufung von Hochwasserereignissen ist auch ein Resultat der zunehmenden Überbauung der Böden. Mit der Einführung der gesplitteten Abwassergebühr in den Kommunen gewinnt die Entsiegelung von Böden zunehmend umweltpolitische Relevanz. Eine Trendwende im Flächenverbrauch ist eine der dringendsten Aufgaben des vorsorgenden Bodenschutzes.
Am Beispiel des Stadtbereiches Saarbrücken wurde ein Verfahren zur Ableitung des Versiegelungsgrades und des Entsiegelungspotenzials aus Karten zur aktuellen Bodennutzung entwickelt. Dabei wurden 141 nutzungsspezifische Referenzflächen ausgewählt und feldmethodisch hinsichtlich der Überbauungs- und Belagssituation sowie weiterer entsiegelungsrelevanter Faktoren (Versickerungsanteil des Niederschlags, oberflächlicher Abfluss in die Kanalisation, Belagstypen sowie Schadstoffemissionsgefährdung) im Detail erfasst. Im Rahmen der Regionalisierung wurden Nutzungstypen mit einheitlichen Bilanzparametern aggregiert und in die Fläche übertragen