Mit dem Startchancen-Programm Grundschulkinder gezielt stärken: Rund 92.000 Euro Förderung für die Grundschule Merzig – St. Josef
Im Rahmen der Programmsäule III „Stärkung multiprofessioneller Teams“ erhält die Grundschule Merzig – St. Josef eine Förderung in Höhe von 91.668 Euro durch das Ministerium für Bildung und Kultur (MBK).
Die Grundschule ist die einzige Schule im Landkreis Merzig-Wadern, die am bundesweiten Startchancen-Programm teilnimmt – und eine von insgesamt 55 geförderten Schulen im Saarland.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot: „Das Startchancen-Programm ist ein starkes Signal für mehr Chancengleichheit im Bildungssystem. Gerade an Schulen, die mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind, braucht es passgenaue Unterstützung. Multiprofessionelle Teams tragen entscheidend dazu bei, Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern, Lehrkräfte zu entlasten und die Schulgemeinschaft zu stärken. In Merzig zeigt sich bereits, wie positiv sich diese Teams auf das Schulklima und die Beziehungsgestaltung auswirken – die neuen Kolleginnen und Kollegen bringen wertvolle Perspektiven und Kompetenzen ein und machen die Schule zu einem noch stärkeren Lern- und Lebensort für alle Kinder.“
Die Förderung erfolgt im Zeitraum von Januar 2025 bis Juli 2026. Träger des Projekts ist das Sozialwerk Saar-Mosel gGmbH, das in enger Abstimmung mit der Schulleitung für die Umsetzung verantwortlich ist. Ziel ist die gezielte personelle Stärkung der Schule durch ein erweitertes multiprofessionelles Team.
Sieben zusätzliche pädagogische Unterstützungskräfte werden eingesetzt:
- Drei pädagogische Fachkräfte unterstützen die Lehrkräfte im Unterricht und im Ganztag. Sie fördern einzelne Kinder oder Gruppen bei Lern- und Konzentrationsproblemen und helfen bei der Strukturierung des Schulalltags.
- Zwei Kräfte mit Fokus auf sozial-emotionale Förderung begleiten Kinder mit Unterstützungsbedarf im Verhalten oder im Umgang mit Konflikten. Sie sind wichtige Ansprechpersonen bei Sorgen, Frustrationen oder emotionalem Stress.
- Eine Kraft mit muttersprachlichen Kompetenzen in Arabisch und Türkisch übernimmt unterstützende Sprachmittlerfunktionen – etwa bei Elterngesprächen, Beratungssituationen oder im Schulalltag. Das fördert gezielt Kinder mit geringen Deutschkenntnissen.
- Eine weitere pädagogische Unterstützungskraft übernimmt organisatorische und fürsorgliche Aufgaben, etwa die Betreuung von Kindern bei Verletzungen, Unwohlsein oder beim Warten auf Eltern – sie sorgt für Verlässlichkeit und emotionale Sicherheit im Alltag.
Diese gezielte Verstärkung des Teams verbessert nicht nur die individuelle Förderung der Kinder, sondern auch das Schulklima und die Beziehungsarbeit. Lehrkräfte werden entlastet, Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt und die gesamte Schulgemeinschaft profitiert.
Daniela Schlegel-Friedrich, Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern: „Ich freue mich sehr, dass mit der Grundschule St. Joseph nun auch eine Grundschule in unserem Landkreis vom Startchancen-Programm profitiert. Jedes Kind verdient faire Bildungschancen – unabhängig von seiner Herkunft oder den finanziellen Möglichkeiten der Familie. Die Förderung gibt uns die Möglichkeit, die Lernbedingungen vor Ort nachhaltig zu verbessern, die Schülerinnen und Schüler gezielt zu unterstützen und gemeinsam an einer chancengerechteren Zukunft zu arbeiten. Mein herzlicher Dank gilt allen Lehrkräften und Mitarbeitenden, die diese Aufgabe mit großem Engagement annehmen.“
„Die Art, in der an der Grundschule St. Josef, das Schulteam unter Leitung von Andrea Thalhammer und Sandra Austgen, das Sozialwerk Saar-Mosel mit seinem Hort- und FGTS-Angebot und jetzt auch als Partner bei der Umsetzung des Startchancenprogramms und die Kreisstadt Merzig zusammenarbeiten, ist wirklich vorbildlich“, freut sich Oberbürgermeister Marcus Hoffeld über das große Engagement aller Akteure. Die Mittel aus dem Startchancen-Programm bieten jetzt die Chance, die Lernbedingungen am Standort St. Josef dauerhaft so zu verbessern, dass Kindern ein deutlich besserer Start ihrer schulischen Laufbahn ermöglicht werde. „Aktuell sind wir auch in der Planung, der Schule den Wechsel ins von ihr gewünschte gebundene Ganztagsschulmodell zu ermöglichen“, so Hoffeld weiter. Hierzu möchte die Kreisstadt Merzig die Mittel aus einem weiteren Teil des Förderprogramms nutzen, um die erforderlichen baulichen Investitionen zu finanzieren.
Hintergrund:
Das Startchancen-Programm ist im August 2024 gestartet und richtet sich bundesweit an rund 4.000 Schulen mit besonderen Herausforderungen – etwa eine Million Schülerinnen und Schüler profitieren davon. In den nächsten zehn Jahren stellt der Bund jährlich rund eine Milliarde Euro zur Verfügung. Das Saarland erhält 120 Millionen Euro über den gesamten Programmzeitraum.
Im Fokus stehen drei Programmsäulen: Investitionen in Schulgebäude, moderne Ausstattung sowie der gezielte Ausbau multiprofessioneller Teams.
Medienansprechpartner
Jannica Hümbert
Pressesprecherin
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