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Ministerium für Finanzen und Europa
 

Verkehrsunfall App

Mobile Verkehrsunfallaufnahme bei der Polizei des Saarlandes

Verkehrsunfallaufnahme, Quelle: Polizei
Verkehrsunfallaufnahme, Quelle: Polizei

Jährlich nimmt die Polizei im Saarland ca. 33.000 Verkehrsunfälle auf. Davon sind rund 28.000 sogenannte „einfache“ Unfälle. Es handelt sich dabei um Unfälle ohne Personenschaden, ohne Alkoholeinfluss, ohne schwerwiegenden Sachschaden und um Unfälle, die nicht als Straftat eingeschätzt werden. In der gängigen Praxis werden aktuell sämtliche Unfalldaten vor Ort mithilfe handschriftlicher Notizen, Skizzen sowie in Form von Fotos aufgenommen und zu einem späteren Zeitpunkt in das polizeiliche Vorgangsbearbeitungssystem (POLADIS) eingegeben. Dort erfolgt die weitere polizeiliche Sachbearbeitung auf der Grundlage der erfassten Daten. In diesem Zusammenhang kommt es zu Medienbrüchen, die in unnötigem Mehraufwand und auch in Erfassungsfehlern resultieren können.


Fallbeispiel, Quelle: Polizei

Um die Einsatzkräfte bei Verwaltungsarbeiten zu entlasten, untersucht das Projekt mit dem internen Titel „VU-App – Mobile Verkehrsunfallerfassung bei der Polizei des Saarlandes“ bis zum Ende des Jahres Optimierungspotentiale durch den Einsatz mobiler Endgeräte im Rahmen der Verkehrsunfallaufnahme. Dabei wurde eine mobile Lösung auf der Grundlage des Systems HybridForms entwickelt, diese im polizeilichen Einsatz im Saarland erprobt und weitere Potentiale aktueller KI-Technologien analysiert.

Am Projekt beteiligt sind das Ministerium für Inneres und Sport, das Landespolizeipräsidium Saarland mit seinem Infrastruktur-Dienstleister, dem Landesbetrieb Daten und Information, die Polizeiinspektion Saarlouis, die Microsoft Deutschland GmbH, die icomedias GmbH, die Accenture Deutschland GmbH, die Avanade Deutschland GmbH sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH).

Es werden neben der Reduktion von Datenerfassungsfehlern insbesondere erhebliche Potentiale für Zeitersparnisse im Backoffice der Polizei erwartet, da mit einer Schnittstelle zu POLADIS die nachträgliche manuelle Datenerfassung entfällt. Durch diesen Digitalisierungsschritt kann somit eine ganzheitliche Prozessverbesserung ermöglicht werden.


Mobile Endgeräte, Quelle: Polizei

Im Rahmen erster vorläufiger Auswertungen der wissenschaftlichen Begleitforschung durch das DFKI, die sich insbesondere auf die Themen Usability und Effizienzgewinne bei den Unfallaufnahmeprozessen konzentrieren, wurden die erwarteten Effizienzpotentiale deutlich. Es können sich nach ersten Einschätzungen fallabhängig Zeiteinsparungen im zweistelligen Prozentbereich ergeben.

Die gewonnene Zeit steht der Polizei dann für andere Tätigkeiten zur Verfügung, sie kann diese effektiv z. B. im Rahmen von Streifendiensten zur Präsenz nutzen. Zugleich vermeidet man Fehler beim „Abtippen“, die Datenqualität wird besser. 

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie (Proof of Concept) werden im Rahmen des nationalen IT-Gipfels im November 2016 in Saarbrücken vorgestellt.

 

 


Kontakt

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
(DFKI GmbH)
Saarbrücken
Telefon
(0681) 85775-3016
Prof. Dr. Peter Loos
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Constantin Houy
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Sharam Dadashnia
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