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Inflationsrate im Saarland steigt weiter an

Der Anstieg der Verbraucherpreise im Saarland setzt sich weiter fort. Wie das Statistische Amt des Saarlandes mitteilt, lag die Inflationsrate im September 2021 bei 3,8 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat August 2021 kam es zu einem leichten Rückgang des Preisindexes um 0,2 Prozent auf einen Wert von 109,3 (Basisjahr 2015=100).

Einer der Gründe für die Höhe der aktuellen Inflationsrate ist die befristete Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020. Für die Berechnung der Inflationsraten (Veränderung des Verbraucherpreisindexes im Vergleich zum Vorjahresmonat) der Monate Juli bis Dezember 2021 resultiert daraus ein sogenannter Basiseffekt, da im Vergleichszeitraum des Vorjahres die reduzierten Mehrwertsteuersätze zu einer Senkung des Preisniveaus geführt haben. Dieser Basiseffekt wird sich bis Ende 2021 in erhöhten Inflationswerten widerspiegeln.

Die stärksten Veränderungen spielen sich nach wie vor im Bereich der Haushaltsenergie, hier vor allem beim Heizöl, und an den Tankstellen ab. Wie das Statistische Amt hierzu mitteilt, müssen saarländische Haushalte für das Befüllen ihrer Heizöltanks bei gleicher Menge zurzeit 83,1 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr. Die anderen Energieformen ziehen mittlerweile ebenfalls nach. Fernwärme wurde um 10,4 Prozent, Gas um 9,2 Prozent und Strom um 4,5 Prozent teurer. Lediglich bei Brennholz, Holzpellets o.Ä. zeigt sich das Preisniveau noch relativstabil (+1,1 %). Die Kraftstoffpreise an den Tankstellen haben sich binnen Jahresfrist um 29,1 Prozent erhöht.

Überdurchschnittlich fiel der Preisanstieg mit 4,7 Prozent auch bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken aus. Zweistellige Teuerungsraten wiesen unter anderem Kartoffeln (+ 17,4 %), Geflügelfleisch (+ 13,8 %), frischer Fisch (+ 10,2 %), Eier (+ 10,7 %) oder Butter (+ 10,2 %) auf. Bei Gemüse gab es im Durchschnitt einen Preisanstieg um 6,2 Prozent als Resultat unterschiedlicher Entwicklungen. Während sich etwa Kopfsalat um 33,7 % und Tomaten um 21,9 Prozent verteuert haben, gingen die Preise für Auberginen um 19,6 Prozent, für Gurken um 15,6 und für Paprika um 9,5 Prozent zurück.

Nach wie vor moderat entwickeln sich die Wohnungsmieten im Saarland mit einem Anstieg um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Presseinformation enthält vorläufige Ergebnisse der Berechnungen zum saarländischen Verbraucherpreisindex. Endgültige Ergebnisse werden mit dem Statistischen Bericht MI2 im Internet veröffentlicht (www.statistik.saarland.de).

Erläuterung: Eine Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindexes) von 2,0 Prozent bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Verbraucher für einen unveränderten Warenkorb, der vor einem Jahr z. Bsp. 1 000 Euro gekostet hat, heute 20 Euro oder 2,0 Prozent mehr ausgeben müsste. Dieser Warenkorb beinhaltet nahezu alle Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten gekauft werden. Neben Nahrungsmitteln und Getränken sind Wohnungsmieten ebenso enthalten wie Bekleidungsartikel, Urlaubsreisen oder Friseurdienstleistungen. Preissteigerungen bei einer Reihe von Gütern stehen stets auch Preissenkungen bei anderen gegenüber. Die Preisentwicklung der einzelnen Güter wird bei der Ermittlung des Verbraucherpreisindexes entsprechend den jeweiligen Ausgabenanteilen eines Durchschnittshaushaltes berücksichtigt.

Medienansprechpartner

Dipl.-Politologin, Master of Evaluation Koba Krause
Leitung SG A 1

Virchowstraße 7
66119 Saarbrücken