Landesportal Saarland

Navigation und Service

Hauptinhalte

| Statistisches Amt | Statistik, Statistik Land- und Forstwirtschaft

Landwirtschaftszählung 2020: Abnahme von Pachtflächen bei steigenden Pachtpreisen im Saarland

Bedeutung von Unternehmensgruppen im Saarland gering

Endgültige Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 zeigen, dass Betriebe von Unternehmensgruppen vor allem in der Agrarstruktur ostdeutscher Bundesländer eine wichtige Rolle spielen.

Von den rund 16,6 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Flächen in Deutschland wurden im Jahr 2020 rund 3,63 Millionen Hektar von Betrieben der Rechtsform juristische Person oder Personenhandelsgesellschaft bewirtschaftet. Darunter wiederum wurden 1,84 Millionen Hektar von Betrieben bewirtschaftet, die Teil einer Unternehmensgruppe waren. Das entsprach mehr als 11 Prozent der gesamtdeutschen landwirtschaftlichen Flächen.

Im Saarland waren nur 0,5 Prozent aller Betriebe Teil einer Unternehmensgruppe. Diese Betriebe bewirtschafteten 681 Hektar bzw. weniger als 1 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen und waren damit für die saarländische Agrarstruktur kaum bedeutend.

Weniger Pachtflächen, leicht steigende Pachtpreise

Im Saarland bearbeiten insgesamt 1 094 landwirtschaftliche Betriebe eine landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) von 74 024 Hektar. Davon waren 45 493 Hektar bzw. 61,4 Prozent Pachtflächen, 24 928 Hektar bzw. 33,7 Prozent selbstbewirtschaftete Eigenflächen sowie 3 602 Hektar (4,9 Prozent), Flächen die den Betrieben unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurden.

In den zurückliegenden Jahren nahm der Anteil der Pachtfläche tendenziell ab und der Anteil der Eigenfläche zu. Dieser Trend setzte sich auch 2020 fort. Lag der Pachtflächenanteil im Jahr 2010 noch bei 67 Prozent, waren es im Jahr 2016 62 Prozent und aktuell (2020) nur noch 61 Prozent.

Im Jahr 2020 betrug das jährliche Pachtentgelt je Hektar LF landesweit durchschnittlich 94 Euro. Das entspricht einem Anstieg gegenüber 2016 (92 Euro) um 2,1 Prozent. Je Hektar Ackerland mussten 2020 durchschnittlich 104 Euro gezahlt werden (2016: 102 Euro), für Dauergrünland 82 Euro (2016: 79 Euro).

Weiterführende Informationen finden Sie als StoryMaps im gemeinsamen Statistikportal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter https://lz2020.statistikportal.de und www.landwirtschaftszaehlung2020.de.

Methodische Hinweise

Die Landwirtschaftszählung ist die größte landwirtschaftliche Erhebung und erfasst im Abstand von zehn Jahren wichtige Daten der landwirtschaftlichen Betriebe in allen Ländern der Bundesrepublik. Auf Basis der Ergebnisse lassen sich bestehende Strukturen sowie Trends und Entwicklungen in der Landwirtschaft abbilden. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzen diese Daten als Informationsquelle und Entscheidungsgrundlage.

Die Landwirtschaftszählung 2020 erfolgte zum Stichtag 1. März 2020. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Landwirtschaft wie etwa die fehlenden ausländischen Erntehelferinnen und Erntehelfer im Gemüsebau sind somit nicht in den Ergebnissen enthalten.

Medienansprechpartner

Dipl.-Politologin, Master of Evaluation Koba Krause
Leitung SG A 1

Virchowstraße 7
66119 Saarbrücken