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Inflationsrate im Saarland auch im Oktober negativ

Das Verbraucherpreisniveau im Saarland lag auch im Oktober 2020 niedriger als zwölf Monate zuvor. Wie das Statistische Amt Saarland mitteilt, sind die durchschnittlichen Verbraucherpreise wie bereits im Vormonat September im Vorjahresvergleich um 0,3 Prozent zurückgegangen. Binnen Monatsfrist zeigen sich die Preise insgesamt konstant, d. h. der aktuelle Verbraucherpreisindex blieb mit einem Wert von 105,3 (Basisjahr 2015 = 100) unverändert.

Im Jahresvergleich zeigt die Preiskurve für Mineralölprodukte nach wie vor nach unten. Trotz eines Anstiegs um 2,0 Prozent binnen Monatsfrist lag der Heizölpreis um 39,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Kraftstoffpreise waren im Schnitt 11,6 Prozent niedriger als vor einem Jahr.
Ohne Heizöl und Kraftstoffe errechnet sich eine positive Inflationsrate von 0,4 Prozent.

Spürbar günstiger als vor einem Jahr waren auch Pauschalreisen (- 6,0 %). Der Kauf von Bekleidung und Schuhen war für die saarländischen Konsumentinnen und Konsumenten ebenfalls etwas günstiger als im Oktober 2019 (- 1,4 %).

Zu den Konsumbereichen, die Preissteigerungen binnen Jahresfrist aufweisen, gehören Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+1,5 %) und die Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen (+ 2,1 %). Die Nettokaltmieten sind um durchschnittlich 1,1 Prozent angestiegen.

Hinweis: Aus den Erhebungen zur Verbraucherpreisstatistik lassen sich keine konkreten Aussagen zum Einfluss der Mehrwertsteuersenkung ableiten, da sich in den Preissetzungen unterschiedliche Effekte überlagern, beispielsweise saisonale Einflussfaktoren oder Preisreaktionen auf die Kaufzurückhaltung oder Präferenzverschiebungen in den zurückliegenden Monaten.

Nach einer fiktiven Rechnung des Statistischen Bundesamtes würde eine vollständige Weitergabe der Steuersenkung an die Verbraucherinnen und Verbraucher für sich genommen das Preisniveau um 1,6 Prozent senken (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 215 vom 15. Juni 2020).

 

Die Presseinformation enthält vorläufige Ergebnisse der Berechnungen zum saarländischen Verbraucherpreisindex. Endgültige Ergebnisse werden mit dem Statistischen Bericht MI2 im Internet veröffentlicht (www.statistik.saarland.de).

Erläuterung: Eine Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindexes) von 2,0 Prozent bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Verbraucher für einen unveränderten Warenkorb, der vor einem Jahr z. Bsp. 1 000 Euro gekostet hat, heute 20 Euro oder 2,0 Prozent mehr ausgeben müsste. Dieser Warenkorb beinhaltet nahezu alle Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten gekauft werden. Neben Nahrungsmitteln und Getränken sind Wohnungsmieten ebenso enthalten wie Bekleidungsartikel, Urlaubsreisen oder Friseurdienstleistungen. Preissteigerungen bei einer Reihe von Gütern stehen stets auch Preissenkungen bei anderen gegenüber. Die Preisentwicklung der einzelnen Güter wird bei der Ermittlung des Verbraucherpreisindexes entsprechend den jeweiligen Ausgabenanteilen eines Durchschnittshaushaltes berücksichtigt

Medienansprechpartner

Dipl.-Politologin, Master of Evaluation Koba Krause
Leitung SG A 11

Virchowstraße 7
66119 Saarbrücken