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| Statistisches Amt | Statistik, Statistik Preise

Inflationsrate im Saarland nähert sich historischem Höchststand

Die Inflationsrate im Saarland nähert sich ihrem historischen Höchststand an. Im April 2022 lag das Verbraucherpreisniveau an der Saar um 7,1 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau.

Eine höhere Inflationsrate war nach der Rückgliederung und Einführung der bundesdeutschen Verbraucherpreisstatistik im Saarland lediglich einmal im Oktober 1981 als Folge der sogenannten zweiten Ölkrise mit einem Wert von 7,3 Prozent gemessen worden.

Im Vergleich zum Vormonat März 2022 stieg der Verbraucherpreisindex um 1,1 Prozent auf einen Wert von 115,2 (Basisjahr 2015=100) an.

Nachdem anfangs vor allem der direkte Einfluss der Energiepreise das allgemeine Preisniveau bestimmt hat, sind in den letzten Monaten mehr und mehr die indirekten Auswirkungen auf eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen messbar. So liegt mittlerweile auch die um die direkte Preisentwicklung bei Heizöl und Kraftstoffen bereinigte Inflationsrate mit 5,2 Prozent weit über dem offiziellen Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent.

Die höchsten Preissteigerungen wurden auch im April bei der Haushaltsenergie gemessen, die sich insgesamt binnen Jahresfrist um rund ein Drittel (33,9 Prozent) verteuert hat. Dabei stechen die Heizölpreise deutlich hervor, die sich mit einem Anstieg um 104,8 Prozent mehr als verdoppelt haben.

Während die Gaspreise um 41,3 Prozent gestiegen sind, gab es bei der Stromrechnung einen Preisaufschlag von durchschnittlich 15,1 Prozent. Die Kraftstoffpreise lagen um 36,8 Prozent über Vorjahresniveau.

Bei Nahrungsmitteln, für die die privaten Haushalte durchschnittlich 8,5 Prozent ihrer Verbrauchsausgaben aufwenden, sind die Preise um 7,5 Prozent gestiegen. In Restaurants und Gaststätten mussten die Besucher im Schnitt 8,1 Prozent mehr bezahlen als im April 2021. Pauschalreisende mussten für vergleichbare Angebote 14,4 Prozent mehr aufwenden als vor einem Jahr.

Einen Rückgang des Preisniveaus gab es lediglich im Bildungswesen (- 4,2 %) aufgrund von Beitragsentlastungen bei der Kindertagesbetreuung sowie im Bereich der Post und Telekommunikation (- 0,2 %).

Die Folgen der Preisentwicklung machen sich für die saarländischen Verbraucherinnen und Verbraucher drastisch bemerkbar. So müssen für den Erwerb eines repräsentativen Warenkorbes, der vor einem Jahr 1 000 Euro gekostet hat, heute im Schnitt bereits 71 Euro mehr gezahlt werden. Ebenfalls stark tangiert sind die Geldvermögensbestände der privaten Haushalte. Ein für die Altersversorgung vorgesehenes Sparguthaben von nominal 50 000 Euro müsste in der aktuellen Nullzinsphase bei einer Inflationsrate von 7,1 Prozent nur zur Sicherung der Kaufkraft in einem Jahr um 3 550 Euro aufgestockt werden.

Die Presseinformation enthält vorläufige Ergebnisse der Berechnungen zum saarländischen Verbraucherpreisindex. Endgültige Ergebnisse werden mit dem Statistischen Bericht MI2 im Internet veröffentlicht (www.statistik.saarland.de).

Erläuterung: Eine Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindexes) von 2,0 Prozent bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Verbraucher für einen unveränderten Warenkorb, der vor einem Jahr z. Bsp. 1 000 Euro gekostet hat, heute 20 Euro oder 2,0 Prozent mehr ausgeben müsste. Dieser Warenkorb beinhaltet nahezu alle Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten gekauft werden. Neben Nahrungsmitteln und Getränken sind Wohnungsmieten ebenso enthalten wie Bekleidungsartikel, Urlaubsreisen oder Friseurdienstleistungen. Preissteigerungen bei einer Reihe von Gütern stehen stets auch Preissenkungen bei anderen gegenüber. Die Preisentwicklung der einzelnen Güter wird bei der Ermittlung des Verbraucherpreisindexes entsprechend den jeweiligen Ausgabenanteilen eines Durchschnittshaushaltes berücksichtigt.

Medienansprechpartner

Lisa Kerber
Leitung SG A 1

Virchowstraße 7
66119 Saarbrücken