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| Statistisches Amt | Statistik Preise

Inflationsrate im Saarland leicht zurückgegangen

Die Inflationsrate im Saarland war im Juli 2020 nach mehr als vier Jahren erstmals wieder rückläufig. Nach Angaben des Statistischen Amtes lag der Verbraucherpreisindex zuletzt mit einem Wert von 105,9 (Basisjahr 2015 = 100) um 0,1 Prozent unterhalb des Vorjahreswertes. Im Vormonatsvergleich wurde ein Rückgang um 0,3 Prozent gemessen.

Wie das Statistische Amt weiter mitteilt, schlägt sich in der Jahresbetrachtung die Preisentwicklung bei Heizöl und Kraftstoffen am deutlichsten nieder. Trotz der Mehrwertsteuersenkung hätte sich ohne die Brenn- und Kraftstoffpreise immer noch eine jährliche Veränderung von plus 0,7 Prozent ergeben.

Ein günstiger Einfluss der Steuersenkung auf die Verbraucherpreise lässt sich eher noch aus der monatlichen Entwicklung ableiten. Günstiger als im Vormonat Juni waren im aktuellen Monat unter anderem die Preise für Nahrungsmittel (‑ 1,7 %), Bekleidung und Schuhe (‑ 3,2 %), Post und Telekommunikation (‑ 2,3 %) oder für Gaststättendienstleistungen. Da sich hierbei jedoch verschiedene Effekte überlagern, darunter saisonale Einflussfaktoren oder Preisreaktionen auf die Kaufzurückhaltung in den zurückliegenden Monaten, ist eine konkrete Aussage zum Einfluss der Mehrwertsteuersenkung auf das Preisniveau nicht möglich.

Nach einer fiktiven Rechnung des Statistischen Bundesamtes würde eine vollständige Weitergabe der Steuersenkung an die Verbraucherinnen und Verbraucher für sich genommen das Preisniveau um 1,6 Prozent senken (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 215 vom 15. Juni 2020).

Die Presseinformation enthält vorläufige Ergebnisse der Berechnungen zum saarländischen Verbraucherpreisindex. Endgültige Ergebnisse werden mit dem Statistischen Bericht MI2 im Internet veröffentlicht (www.statistik.saarland.de).

Erläuterung: Eine Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindexes) von 2,0 Prozent bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Verbraucher für einen unveränderten Warenkorb, der vor einem Jahr z. B. 1 000 Euro gekostet hat, heute 20 Euro oder 2,0 Prozent mehr ausgeben müsste. Dieser Warenkorb beinhaltet nahezu alle Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten gekauft werden. Neben Nahrungsmitteln und Getränken sind Wohnungsmieten ebenso enthalten wie Bekleidungsartikel, Urlaubsreisen oder Friseurdienstleistungen. Preissteigerungen bei einer Reihe von Gütern stehen stets auch Preissenkungen bei anderen gegenüber. Die Preisentwicklung der einzelnen Güter wird bei der Ermittlung des Verbraucherpreisindexes entsprechend den jeweiligen Ausgabenanteilen eines Durchschnittshaushaltes berücksichtigt.

Medienansprechpartner

Dipl.-Politologin, Master of Evaluation Koba Krause
Leitung SG A 11

Virchowstraße 7
66119 Saarbrücken