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Miteinander im Wald

Wir wollen in einer Serie mit acht Artikeln auf das rücksichtsvolle Miteinander im Wald aufmerksam machen. Wald erleben, Gesetze beachten und Rücksicht nehmen – so hat jeder etwas vom „Wald“.

Teil 1: Freizeit im Wald – da gibt es ein paar Regeln!

Freizeitaktivitäten im Wald und in der Natur machen Spaß, fördern die Gesundheit und bieten einmalige, intensive Naturerlebnisse - der Erhalt der Naturräume darf dabei aber nicht zu kurz kommen. Immer mehr Menschen suchen Erholung im Wald. Dabei treffen unter­schied­liche Ansichten und Motivationen aufeinander. Das kann zu Konflikten führen: zwischen Waldbesuchenden und dem Ökosystem, zwischen Waldbesuchern untereinander sowie zwischen Waldbesuchern und Waldeigentümern bzw. Waldbewirtschaftern.
Besonders beim Natursport wird das enge Verhältnis zwischen Mensch und Natur deutlich und verlangt einen bewussten Umgang mit natürlichen Lebens- und Landschaftsräumen. Notwendige Grenzen der Nutzung der Natur sind von zentraler Bedeutung. Um allen Bedürfnissen möglichst gerecht zu werden und dabei die anderen wichtigen Waldfunktionen nicht aus dem Blick zu lassen, gibt es gesetzliche Bestimmungen, die das Miteinander regeln.DDiese Grenzen der Nutzung sind im saarländischen Waldgesetz, im saarländischen Jagdgesetz sowie im saarländischen Naturschutzgesetz geregelt.

Nicht alle Menschen sind zur Erholung im Wald. In seiner Nutzungsfunktion ist der Wald auch „Arbeitgeber“ und gleichzeitig Arbeitsplatz. Der Wald dient den Menschen seit Jahrhunderten als Wirtschaftsraum, versorgt die Bevölkerung mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz und prägt unsere Kultur(landschaft). Die für die forstlichen Fachkräfte und die Bewirtschaftung des Waldes eingerichteten essentiellen Wirtschaftswege, Rückegassen und Gliederungslinien sind als solche zu respektieren. Freizeit im Wald – im Wald bewegen und die gesetzlichen Bestimmungen des Miteinanders beachten. SaarForst sagt Danke!

Teil 2: Arbeitsplatz Wald – Rohstoff Holz, unser täglicher Begleiter

Wir kommen im Alltag öfter mit Holz in Berührung als wir denken. Papier wird aus dem Zellstoff des Holzes hergestellt. Hygieneartikel und Textilien können aus dem Holzbestandteil Zellulose produziert werden. Viscose©, Modal© oder Tencel© sind Fasern, deren Ausgangsstoff Holz ist. Ebenso ist in vielen Kuppelprodukten wie Zahnpasta, Süßstoffen, Wasch- und Putzmittel Holz enthalten. Diesen Rohstoff dem Verbraucher adäquat und umweltschonend zur Verfügung zu stellen, ist die Aufgabe der Forstwirtschaft und der holzverarbeitenden Industrie. Bäume werden gefällt und der Verwertung zugeführt. Wenn nicht mehr Holz genutzt wird als nachwächst, ist dies ein umweltschonender, nachhaltiger Kreislauf. Darauf achten wir beim SaarForst Landesbetrieb. Im saarländischen Wald liegt die Nutzung deutlich unter dem Zuwachs. Der Holzvorrat in den saarländischen Wäldern hat sich seit 1990 nahezu verdoppelt. 10 Prozent der Staatswaldfläche sind aus der Bewirtschaftung genommen. Seit 30 Jahren gehen wir mit gutem Beispiel voran, Holz dem Verbraucher zur Verfügung zu stellen und trotzdem den Wald zu erhalten und nicht auszubeuten.

Waldwirtschaftswege, die jeder Waldbesucher nutzt, wurden angelegt. Für die Maschinen gibt es eigens ausgewiesene Maschinenwege, sodass der Waldboden nur auf diesen Wegen beeinträchtigt wird. Auch müssen wegen Holzerntemaßnahmen temporär Wege gesperrt werden. Dann werden Pflege- und Baumfällmaßnahmen durchgeführt, die eine Sperrung erfordern, damit die Waldbesucher nicht gefährdet werden. Auch wenn es vielleicht nach einer Maßnahme für den einen oder anderen Betrachter etwas „wüst“ im Wald aussieht, der Wald wird schonend behandelt und nicht ausgebeutet oder gar gerodet. Nach kurzer Ruhezeit ist oft von dem Eingriff nichts mehr zu sehen. Wenn Sie Forstmitarbeitern im Wald begegnen, dann ist es deren Arbeitsplatz. Sie haben eine Aufgabe zu erfüllen. Sie stellen den Rohstoff Holz umweltschonend dem Markt zur Verfügung. Dabei arbeiten unsere Förster sehr gewissenhaft. Daher bittet der SaarForst Landesbetrieb darum: halten Sie sich an die Beschilderung und Anweisungen des Forstpersonals. Sie betreten die schönste Produktionsstätte des Landes! Behindern Sie nicht die Arbeit der Forstmitarbeiter. SaarForst sagt Danke!

Teil 3: Aufenthalt im Wald – einfach spazieren gehen

Das Betreten des Waldes zum Zwecke der naturverträglichen Erholung ist „jedermann“ gestattet. Spaziergänger, ob mit Hund oder ohne, können sich dabei frei im Wald bewegen. Wichtig ist hierbei das Wort „naturverträglich“. Wer den Wald benutzt, also betritt, hat sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die „Bewirtschaftung des Waldes“ nicht gestört, der Wald nicht beschädigt, gefährdet oder verunreinigt  sowie die Erholung anderer nicht negativ beeinträchtigt wird.

Es ist sinnvoll, die bestehenden Wege zu nutzen, um den Lebensraum der Pflanzen und Tiere nicht zu stören. Der Wald mitsamt Bänken und anderen Erholungseinrichtungen ist Eigentum des jeweiligen Waldbesitzers. Bitte hinterlassen Sie keinen Abfall und beschädigen Sie nichts.
Die Anwesenheit von Hunden bedeutet Stress und Gefahr für Wildtiere. Auch wenn Sie die Tiere nicht wahrnehmen, so nehmen die Tiere Sie wahr. Halten Sie Ihre Hunde - vor allem in der Brut.- und Setzzeit - in Ihrem Einwirkungsbereich und am besten auf den Wegen. Bälle, Stöcke oder sonstige Gegenstände in den Wald werfen, damit der Hund sie apportieren kann, sind kontraproduktiv. Ihr Hund hat auch ohne zusätzliche Aufgaben Spaß an den vielen neuen Eindrücken und Düften beim Spaziergang im Wald.
Waldprodukte sind beliebt bei jung und alt. Kein Problem: das Gesetz erlaubt das Sammeln von „nicht geschützten“ Pflanzen, Pilzen und Früchten, aber auch von Ästen oder Zapfen im ortsüblichen Umfang – die sogenannte Handstraußregel im Naturschutzgesetz.
Respektieren Sie auch die Nachtruhe im Wald. Besonders in der Dämmerung und nachts sind viele Tiere auf den Wald als ungestörten Lebens- und Rückzugsraum angewiesen. Bleiben Sie auf den Wegen, vermeiden Sie Lärm und störendes Licht. Dann steht der naturverträglichen Erholung nichts mehr im Wege. 

Wichtig ist, die Menschengruppe nicht zu stören, die nicht zur Erholung im Wald ist, sondern die ihren Arbeitsplatz im Wald hat. Die Forstarbeiter! Waldpflege und Waldbewirtschaftung können Gefahren für Profis aber auch für die Waldbesucher bergen. Bitte halten Sie sich zwingend an die Anweisungen und Absperrungen – auch am Wochenende. SaarForst sagt Danke!

Teil 4: Aufenthalt im Wald – auf die Pirsch gehen 

Der Wald erfüllt in unserem dicht besiedelten Land vielfältige wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Funktionen. Immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit im Wald. Jeder hat eine andere Vorstellung vom Wald und wie er ihn nutzen möchte.

Die Jagd in Deutschland ist auch eine Form der Freizeitgestaltung. In Mitteleuropa haben die Waldtiere, vor allem die sogenannte Schalenwild-Arten wie Reh- und Rotwild, kaum noch natürliche Feinde. An die Stelle von Bär, Wolf und Luchs tritt der Jäger. Denn wo Schalenwildbestände zu hoch sind, entstehen durch die Verwundung von Bäumen nicht nur waldbaulich, sondern auch wirtschaftlich relevante Verbiss-, Fege- und Schälschäden. Wenn zum Beispiel permanent alle jungen Bäumchen aufgefressen oder angeknabbert werden, kann die natürliche Verjüngung des Waldes behindert und die Entwicklung von Mischwäldern gehemmt werden. Wird die Rinde stammumlaufend abgeschält, stirbt der Baum, weil die Wasser- und Nährstoffversorgung unterbrochen wird. Wühlschäden durch Schwarzwild ergänzen das Schadbild.

Um stabile, vielfältig strukturierte Wälder zu erzielen, muss die Bejagung des Schalenwildes und des Schwarzwildes mit den waldbaulichen Erfordernissen im Einklang stehen. Der Jäger ist nicht der Feind des Waldes. Der Jäger hat im saarländischen Jagdgesetz exakte Vorgaben, was wann erlaubt ist und was nicht. Auch wenn es nicht jedem gefällt: Das Ansägen und Zerstören von Ansitzen und Hochsitzen ist eine Straftat. Der Jäger hat das Recht seine Freizeit im Wald zu verbringen, wie alle anderen Waldbesucher auch. Nehmt Rücksicht aufeinander. SaarForst sagt Danke! 

Teil 5: Mit dem Rad unterwegs im Wald

Im Gegensatz zu den Menschen, die zu Fuß im Wald unterwegs sind, definiert das Waldgesetz für das Radfahren Einschränkungen. So bestimmt § 25 „Betreten des Waldes“, dass Radfahren nur auf Wegen und Straßen gestattet ist. Wege im Sinne des Gesetzes sind „nicht dem öffentlichen Verkehr gewidmete, dauerhaft angelegte oder naturfeste forstliche Wirtschafswege“. Das bedeutet im Umkehrschluss, Radfahrer dürfen nicht auf den für den Forst angelegten Rückgassen- oder Schneisen, nicht auf Gliederungslinien oder den Fußpfaden fahren.

Fußpfade, die sich durch ihre geringe Breite, geländeangepasste Linienführung und den Ausbau als einfacher Erdweg auszeichnen und sich von den erlaubten Wegen nach Waldgesetz unterscheiden, sind ausschließlich dem Wanderer und Spaziergänger vorbehalten.

Gerade im Bereich Mountainbiken werden gerne selfmade, querfeldein Strecken angelegt, Sprungschanzen gebaut oder sonstige Bauwerke errichtet. Dies ist nach dem Waldgesetz nicht erlaubt. Auch das saarländische Naturschutzgesetz weist auf allgemeine Grundsätze hin, wie darauf, dass „jeder nach seinen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes beitragen und sich so verhalten soll, dass Natur und Landschaft nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt“ werden (Naturschutzgesetzes des Saarlandes § 2, zusätzlich der § 11 Erholung in der freien Landschaft).

Illegal angelegte Strecken verstoßen in zweifacher Hinsicht gegen saarländische Gesetze. Daher werden illegale Strecken konsequent zurückgebaut und unbrauchbar gemacht. Eine stillschweigende Duldung wird nicht erfolgen. Erbauer illegaler Strecken müssen mit einer straf- und insbesondere zivilrechtlichen Verfolgung rechnen. Rückbau und Beseitigung aller Baumaterialen werden dem Verursacher in Rechnung gestellt. Lassen Sie es nicht soweit kommen. Bitte nutzen Sie die zum Fahrradfahren vorgesehenen Wege, die angelegten und genehmigten Mountainbike-Strecken und nehmen dabei auch Rücksicht auf die übrigen Waldbesucher. Genießen Sie die den Wald auf legalen Wegen. SaarForst sagt Danke! 

Teil 6: Reiten im Wald

Der Wald wird von vielen Menschen für die unterschiedlichsten Hobbys und Erholungsmaßnahmen genutzt. Reiten im Wald ist eine gerne genutzte Alternative zum Reiten auf dem Reitplatz oder in der Reithalle. Auch für die Reiter gibt es einige Regeln zu beachten. Wie das Radfahren, ist das Reiten im Wald nur auf den ausgewiesenen Wegen gestattet. Gesonderte Reitwege sind gekennzeichnet und werden mit Zustimmung des Waldeigentümers errichtet. Entsprechende Schilder weisen Sonderwege für Reiter aus. Das Verkehrszeichen ist ein blaues, rundes Schild mit einem Reiter auf einem Pferd.

Das Fahren mit Kutschen im Wald ist grundsätzlich ausgeschlossen. Hier muss die Genehmigung des Waldbesitzers eingeholt werden.

Zwischen Bäumen, auf Steigen oder schmalen Fußwege ist das Reiten generell verboten. Ob eine bestimmte Art eines Weges geeignet ist, kann nicht pauschal entschieden werden. Allerdings sind mit Kies oder Schotter befestigte Waldwege in der Regel passend. Ein rücksichtsvolles Miteinander ist selbstverständlich. Lassen Sie Waldnutzer passieren, indem Sie im Schritt hintereinander reiten oder am Wegrand anhalten. SaarForst sagt Danke!

Teil 7: Der Wald und seine Nutzungsgrenzen

Notwendige Grenzen der Nutzung der Natur sind von zentraler Bedeutung. Besonders bei der Erholungssuche im Wald wird das enge Verhältnis zwischen Mensch und Natur deutlich. Es verlangt einen bewussten Umgang mit natürlichen Lebens- und Landschaftsräumen.

Bei der Nutzung des Waldes als Erholungsort müssen die Rechte der Eigentümerinnen und Eigentümer sowie die Nutzung durch sie (z. B. Forstwirtschaft, Jagd) respektiert und beachtet werden. Verantwortungsvolle Besucher stellen sicher, dass sie den Wald nicht schädigen. Hier sind nochmals die Regeln auf einen Blick dargestellt:

  • Verhalten Sie sich ruhig, rücksichtsvoll und vorsichtig!
  • Schützen Sie die Tiere und stören Sie sie – insbesondere nachts – nicht!
  • Beschädigen Sie keine Bäume und keine Sämlinge!
  • Nehmen Sie Rücksicht, wenn Sie anderen begegnen!
  • Fahren und reiten Sie nur auf ausgewiesenen Wegen, passen Sie ihre Geschwindigkeit an!
  • Errichten Sie keine Bauten im Wald, Hütten, Ast-Sofas, Schanzen, Kurven und andere bleibende Einrichtungen!
  • Halten Sie Ihren Hund nah bei sich oder an der Leine!
  • Halten Sie den Wald sauber und hinterlassen Sie keinen Müll!
  • Beachten Sie Hinweisschilder und Absperrungen! Beschädigen Sie diese nicht!
  • Halten Sie sich an die speziellen Schutzgebietsregelungen!
  • Achten Sie auf Forstarbeiten und beachten Sie die Hinweise der Forstverwaltung!
  • Besteigen Sie keine Hochsitze – wenn Sie nicht der Jagdberechtigte sind!
  • Verhindern Sie Waldbrände, machen Sie kein Feuer und rauchen Sie nicht im Wald!

SaarForst sagt Danke!

Teil 8: Resumee - Der Wald ist nicht nur Kulisse

Teil 8 lesen Sie ab dem 29. Oktober