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Thema: Wirtschaft

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| Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr | Wirtschaft, Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsstandort

FAQ Ukraine

Allgemeine Informationen

Das Auswärtige Amt (AA) fordert alle deutschen Staatsbürger in der Ukraine dringend auf, das Land zu verlassen. Der Luftraum ist vorübergehend geschlossen, eine Ausreise ist grundsätzlich auf dem Landweg möglich. Falls diese das Land nicht auf einem sicheren Weg verlassen können, wird empfohlen, sich vorläufig an einem sicheren Ort aufzuhalten.

Eine Evakuierung durch deutsche Behörden ist derzeit nicht möglich. Das Generalkonsulat Donezk (in Dnipro) und die Botschaft Kiew sind vorübergehend geschlossen.

In den ukrainischen Nachbarstaaten halten sich derzeit kleine Teams der deutschen Auslandsvertretungen Warschau, Krakau, Chisinau, Bratislava, Bukarest und Budapest bereit, um bedarfsweise an einzelnen Grenzübergängen Präsenz zu zeigen und vorrangig konsularische Unterstützung für deutsche Ausreisende aus der Ukraine zu leisten.

Weitere Informationen sowie eine Krisenhotline finden Sie auf der Homepage des AA: aktuelle Situation in der Ukraine.

Ferner rät das AA von Reisen in die Russische Föderation ab. Vor Reisen nach Südrussland in die Grenzregionen zur Ukraine wird gewarnt.

Ausreisemöglichkeiten und Zahlungsverkehr wurden weiter eingeschränkt. In Russland drohen bei bestimmten öffentlichen Äußerungen - auch in sozialen Medien -  Haftstrafen. Die Nutzung nicht-russischer Kreditkarten ist in Russland derzeit nur eingeschränkt möglich.

Auch vor Reisen nach Belarus wird gewarnt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des AA: russische Föderation Reise- und Sicherheitshinweise sowie auf der Homepage des AA: Belarus Reisewarnungen:

  • AA (Auswärtiges Amt)

11013 Berlin

Tel. +49 (0) 30 5000 0

Krisenhotline: +49 (0) 30 / 5000 3000

E-Mail: krise-ukraine@diplo.de

Für deutsche Staatsangehörige - Eintragung in die Krisenvorsorgeliste des AA

Die Registrierung zur Krisenvorsorgeliste erfolgt unter

https://krisenvorsorgeliste.diplo.de/signin

  • Deutsche Botschaft Kiew

Bohdana Khmel'nyts'koho St, 25, Kyiv, Ukraine, 02000

Telefon: +380 44 281 1100

  • Deutsche Botschaft Moskau

Mosfil'movskaya Ulitsa, 56, Moscow, Russland, 119285

Telefon: +7 495 937-95-00

 

Wirtschafts- und Finanzsanktionen der EU:

Nach dem völkerrechtswidrigen Angriff des russischen Präsidenten Putin auf die Ukraine hat die EU seit dem 24.2.2022 mehrere Sanktionspakete erlassen. Die neuen EU-Sanktionsverordnungen sind in Deutschland unmittelbar wirksam und bedürfen keiner Umsetzungsakten. Die Maßnahmen betreffen u.a. die Bereiche Energie, Rüstung, Finanzen, Transport, Dual Use sowie den Zugang zum Kapitalmarkt.

Hier ein Überblick zu den einzelnen Sanktionen:

Individualsanktionen und diplomatische Sanktionen

  • Listung (Vermögenseinfrierung, Transaktionsverbot sowie Einreiseverweigerung) der Mitglieder der russischen Staatsduma, von Personen und Körperschaften, die an der Entscheidung über den völkerrechtlichen Angriff der Ukraine sowie die Anerkennung der selbst proklamierten „Republiken“ Donezk und Luhansk beteiligt waren, den Angriff militärisch bzw. finanziell unterstützen und/ oder an der Führung eines Desinformationskrieges gegen die Ukraine teilgenommen haben: Präsident Vladimir Putin, Regierungsmitglieder und Beamte (Regierungschef Michail Mischustin, Außenminister Sergej Lawrow, Ex-Ministerpräsident sowie aktueller stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates Dmitrij Medwedew), Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates der russischen Föderation, hochrangige Militäroffiziere, Banken, Oligarchen und Geschäftsleute, Chefs von Nachrichtenagenturen sowie die russische Internet Research Agency.
  • Beendigung der visumsfreien Einreise von russischen Diplomatenpass-Inhabern. Außerdem wurde das bilaterale Abkommen mit Russland über die Erleichterung bei der Ausstellung von Visa aufgehoben, somit verlieren russische Geschäftsleute den privilegierten Zugang zur EU.
  • Verbot für russische Fluggesellschaften im Hoheitsgebiet der EU für drei Monate zu landen, zu starten und es zu überfliegen.

Finanzsanktionen

  • Ausschluss von 70 Prozent des russischen Bankenmarktes vom internationalen Zahlungsdienstleistungssystem SWIFT. Dies führt insb. dazu, dass der Handel zwischen der EU und Russland kaum noch möglich ist. Ausgenommen sind Banken, die für die Abwicklung von Energiegeschäften zuständig sind, Banken, die für die Bezahlung russischer Schulden zuständig sind, Banken, die mit europäischen Kreditinstituten eng zusammenarbeiten.
  • Verbot von Transaktionen mit der russischen Zentralbank sowie Einfrierung der Vermögenswerte (Devisenreserven in EUR, US $, Yen), so dass Rubel-Kursschwankungen nicht mehr verhindert und Banken nicht mehr unterstützt werden können.
  • Kapitalmarktzugangsbeschränkungen für den russischen Staat, die russische Regierung sowie einzelne Staatsunternehmen (z.B. im Verteidigungsbereich): der Handel mit russischen Staatsanleihen sowie die Neuemission von Aktien durch sämtliche Staatsunternehmen wurde innerhalb der EU verboten, um die Finanzierung des Krieges zu verhindern.
  • Verbot der Verwendung von Kryptowährungen zur Umgehung der Sanktionen.
  • Verbot von Einlagen russischer Personen über 100.000 € /Kreditinstitut
  • Verkauf von auf EURO lautenden übertragbaren Wertpapieren an russische Staatsangehörige nur eingeschränkt noch möglich
  • Verbot der Erbringung von Ratingdienstleistungen (Bewertung der Kreditwürdigkeit) für russische Kunden

Export- und Importeinschränkungen

  • Embargo gegen von der Ukraine nicht (mehr) kontrollierte Gebiete in Donezk und Luhansk: sehr umfangreiches Importverbot, Exportverbot für bestimmte Technologien und Waren, Verbot für Tourismusdienstleistungen sowie Investitionsverbot.
  • Exportverbot von Dual-Use-Gütern und Technologien (Liste), darunter Verteidigungssektor, Schiffs- und Flugzeugbau.
  • Exportverbot von Maschinen, Anlagen, Technologien und Dienstleistungen für die Ölraffinerieindustrie sowie für die Luft- und Raumfahrtindustrie.
  • Exportverbot von jenen Luxusgütern, deren Wert 300 EUR je Stück übersteigt
  • Verbot für neue Beteiligungen oder Investitionen in den russischen Energiesektor sowie umfassende Ausfuhrbeschränkungen für Ausrüstungen, Technologien und Dienstleistungen für die Energiewirtschaft in Russland (mit Ausnahme der Nuklearindustrie und des nachgelagerten Energietransports)
  • Embargo gegen von der Ukraine nicht (mehr) kontrollierte Gebiete in Donezk und Luhansk: sehr umfangreiches Importverbot, Exportverbot für bestimmte Technologien und Waren, Verbot für Tourismusdienstleistungen sowie Investitionsverbot.

Einige der Verbotsvorschriften, siehe beispielsweise in Verordnung (EU) 328/2022, sehen Altvertragsklauseln bzw. Abwicklungsfristen vor. Bereits abgeschlossene Verträge können im Einzelfall bis zu bestimmten Stichtagen erfüllt werden.

Einzelheiten zu den Export- und Importeinschränkungen finden Sie auf der Homepage des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Weitere Informationen unter: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/FAQ/Sanktionen-Russland/faq-russland-sanktionen.html

Gegensanktionen Russlands

Die Föderale Agentur für Luftverkehr hat Gegensanktionen gegen die Fluggesellschaften aus allen 27 EU-Ländern sowie aus Albanien, Island, Kanada, Norwegen und Großbritannien verhängt. Die Beschränkungen gelten auch für Transitflüge durch den russischen Luftraum.

Zoll, Transport und Logistik

Die deutsch-russische Außenhandelskammer (AHK) weist darauf hin, dass die russischen Zollbehörden angesichts der Folgen weiterer Sanktionen Hotlines eingerichtet haben. Dort können sich Unternehmen und Transportfirmen melden, um die Zollabwicklung ihrer Waren sicherzustellen. Die für Zentralrussland zuständige Zolldirektion umfasst neun Regionen (Belgorod, Brjansk, Wladimir, Woronesch, Kaluga, Kursk, Smolensk, Tula, Zentralelektronik) und den hinteren Zollposten Priokskiy.

Die für den Süden Russlands zuständige Zolldirektion umfasst acht Subjekte der Russischen Föderation (drei Republiken, drei Regionen, ein Gebiet, eine Stadt mit föderalem Status) sowie acht Zollämter (darunter das operative Zollamt Süd und das elektronische Zollamt Süd) und 60 Zollstellen.

Über die Hotlines informieren die Zolldirektionen rund um die Uhr über den Ablauf der Zollabfertigungen in der jeweiligen Region.

Der russische Zoll will nach eigenen Angaben bei der Abfertigung von Waren und Transportfahrzeugen jedwede notwendige Unterstützung leisten. Jede Anfrage wird eingehend geprüft. Zu diesem Zweck wurden operative Leitstellen eingerichtet, um die Situation an den Kontrollstellen zu überwachen.

24/7-Hotlines des russischen Zolls:

Zentralrussland: +7 (499) 975 16 03;

Südrussland: +7 (863) 250 93 15.

Wer sich direkt an die Zollbehörden wendet, erhält vor Ort die notwendige Beratung und Unterstützung beim Ausfüllen der Zolldokumente.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auf der Homepage der AHK Russland.

1. Muss ich selbst dafür Sorge tragen, dass meine wirtschaftliche Tätigkeit mit Russland den neuen Vorgaben entspricht?

Ja, natürliche und juristische Personen tragen bereits seit den ersten Sanktionen gegen Russland 2014 dafür die Verantwortung. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich das Hinzuziehen einer fachanwaltlichen Beratung.

Bei Fragen zum Russland-Embargo steht Ihnen die Hotline des BAFA zur Verfügung (Telefon: 06196-908-1237).

Verstöße gegen geltende Sanktionen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz weist darauf hin, dass Verstöße gegen Sanktionen Straftatbestände bzw. Ordnungswidrigkeiten darstellen, die nach den Maßgaben der §§ 18, 19 Außenwirtschaftsgesetz und § 82 Außenwirtschaftsverordnung geahndet werden.

 2. Welche Hilfestellung gibt es für betroffene Unternehmen im Saarland?

Die Taskforce Unternehmenssicherung im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr unterstützt passgenau bei Fragen rund um den Erhalt eines Unternehmens. Kontakt: ukraine@wirtschaft.saarland.de

Geraten Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage, steht mit der Eigenkapitalgesellschaft SEK Saarland GmbH eine Landesgesellschaft zur Verfügung, die Anteile bei Unternehmen erwerben kann. Sie begleitet kriselnde Unternehmen beim Wiederaufbau, berät und stellt Beteiligungsmittel und Landesbürgschaften bereit – bis hin zu 200 Mio. Euro. Durch die direkte Unternehmensbeteiligung wird so für neue Kreditfähigkeit gesorgt. Die SEK Saarland GmbH ist eine Landesgesellschaft unter dem Dach der Strukturholding Saar. Weitere Informationen, Kontakt und Antragsstellung: https://www.strukturholding.de/unternehmen/sek-saarland/

Bei einem kurzfristigen Liquiditätsbedarf stehen darüber hinaus bereits etablierte Förderinstrumente der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung. Die Antragsstellung erfolgt über die Hausbank. Weitere Informationen unter: www.kfw.de

Darüber hinaus bietet die Saarländische Investitionskreditbank AG (SIKB) weitere Fördermöglichkeiten – z.B. Nachrangdarlehen – an. Weitere Informationen: www.sikb.de/steckbrief_nachrangdarlehen_betriebsmittelvariante oder direkt über die Ansprechpartner der SIKB:

David Bronder (Tel: 0681/30 33-195)

Michael Schmidt (Tel: 0681/30 33-111)

Fehlen ausreichende Sicherheiten für eine Kreditaufnahme, kann auch über die Bürgschaftsbank Saarland GmbH (BBS) eine Verbürgung erfolgen. Die BBS stärkt Unternehmen bei der Kreditaufnahme und unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen im Saarland bei der Kredit- und Beteiligungsfinanzierung. Weitere Informationen unter: https://sl.ermoeglicher.de oder ebenfalls direkt bei den Ansprechpartnern der SIKB (s.o.)

3. Welche außenwirtschaftlichen Verflechtungen der saarländischen Energiewirtschaft, Stahlindustrie und Bergbauzulieferer sind mit Blick auf den russischen Einmarsch in die Ukraine zu beachten?

Für die saarländische Energiewirtschaft sind vor allem die Importe von Erdgas, Steinkohle und Erdöl mit Herkunft aus Russland und der Ukraine relevant. Als Anhaltswerte für die regionale Betroffenheit können die Kennziffern für die Abhängigkeit Deutschlands von russischen und ukrainischen Primärenergieträgerlieferungen herangezogen werden. Die entsprechenden Importquoten liegen derzeit bei Erdgas bei rund 55 Prozent, bei Steinkohle bei rund 45 Prozent und bei Erdöl bei rund 35 Prozent.

Im Falle der saarländischen Stahlindustrie sind insbesondere die Importe von Kokskohle, Koks, Erdgas, Erdöl, Eisenerzen, Ferrolegierungen und metallischen Zuschlagsstoffen mit Herkunft aus Russland und der Ukraine von Bedeutung.

Die saarländischen Bergbauzulieferer haben traditionell enge Geschäftsbeziehungen zu russischen und ukrainischen Bergbauunternehmen als Abnehmer von Maschinen und Dienstleistungen.

4. Welche negativen wirtschaftlichen Effekte kann die Ukraine-Krise in den Sektoren Energie und Stahl des Saarlandes entfalten?

Die Ukraine-Krise hat erwartungsgemäß zu einem starken Ansteigen und Schwanken der Primärenergieträger- und Rohstoffpreise an den internationalen, europäischen und deutschen Börsen geführt. Die Preisvolatilitäten sind bislang nicht auf tatsächliche, sondern vielmehr auf erwartete Knappheitsrelationen zurückzuführen.

Die saarländische Energiewirtschaft und Stahlindustrie kann diese Preissprünge in der Lieferkette durch ihre langfristig angelegten Bezugsverträge zumindest kurz- und mittelfristig abfangen. Darüber hinaus laufen die Vorbereitungen für eine Substitution russischer und ukrainischer Primärenergieträger- und Rohstofflieferungen durch Bezüge aus sicheren Drittstaaten. Damit gehen deutliche Mehrkosten für die regionalen Stakeholder einher, die - soweit vertraglich darstellbar und am Markt durchsetzbar - an die Endkunden weitergegeben werden müssen.

5. Ist in Deutschland und im Saarland mit einer Energieversorgungskrise zu rechnen und wie kann dem begegnet werden?

Die größte mengenseitige Vulnerabilität Deutschlands und des Saarlandes dürfte beim Bezug von Erdgas, Erdöl und Erdölerzeugnissen bestehen. Aus heutiger Sicht ist zunächst davon auszugehen, dass selbst bei einem einseitigen Lieferstopp Russlands im Winterhalbjahr 2021/2022 keine extremen Mangellagen eintreten dürften.

Die saarländische Landesregierung begrüßt in diesem Kontext den vom Bundeswirtschaftsministerium am 24.2.2022 veröffentlichten Vorsorgeplan „Stärkung der Krisenvorsorge zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit“. Der Vorsorgeplan beinhaltet folgende Eckpunkte:

  1. Beschleunigung Energiewende: Die Elektrifizierung der Sektoren Wärme und Verkehr soll schrittweise den Import von Gas und Öl ersetzen. Hierzu sollen insbesondere die Genehmigungszeiten für den Bau von Windkraftanlagen deutlich verkürzt werden. 
  2. Vorsorgemechanismen Öl: Die bestehende strategische Ölreserve des Erdölbevorratungsverbandes, die Erdöl und Erdölerzeugnisse in Höhe der in einem Zeitraum von 90 Tagen nach Deutschland eingeführten Mengen umfasst, hat sich bewährt. Die Freigabe der Reserve erfolgt per Ministerverordnung des BMWK.
  3. Vorsorgemechanismen Erdgas: Im Gasbereich existiert bislang keine strategische Reserve. Die deutschen Gasspeicherstände liegen derzeit mit rund 30 Prozent wieder auf einem normalen Niveau. Um im Gasbereich die Versorgungssicherheit zu stärken, sollen die Gasspeicherstände durch die Ausschreibung so genannter „Long-Term-Options“ stabilisiert, eine gesetzliche Gasreserve mit der Vorgabe von bestimmten Füllständen zu verschiedenen Zeitpunkten des Winterhalbjahres eingeführt und die deutsche Flüssiggas-Infrastruktur (LNG) mit eigenen Anlandepunkten und Netzanbindungen ausgebaut werden.
  4. Schaffung einer Kohlereserve: Neben einer Länderdiversifizierung der deutschen Kohlebezüge soll zusammen mit der Bundesnetzagentur und den Kraftwerksbetreibern die Beschaffung und Reservebildung bei Kohle vorangetrieben werden.

Bei einer anhaltenden Gas- und Ölversorgungskrise könnte sich im Winterhalbjahr 2022/2023 die Notwendigkeit ergeben, die Notfallmechanismen der SoS-Verordnung der EU (nur Gas), des Energiewirtschaftsgesetzes (nur Strom und Gas) und des Energiesicherungsgesetzes (alle Energieträger) sowie der auf dieser Grundlage erlassenen Verordnungen des Bundes anzuwenden. Im Gassektor zählen Haushalte, grundlegende soziale Dienste und Fernwärmeanlagen zu den geschützten Kunden, die im Krisenfall vorrangig zu beliefern sind. Hilfreich sind in diesem Kontext auch die so genannten „Solidaritätsabkommen“ zwischen den Mitgliedstaaten der EU. Im Falle einer extremen Gasmangellage kann aber nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass energiewirtschaftsrechtlich nicht geschützte gewerbliche und industrielle Kunden auf freiwilliger oder gesetzlicher Basis geordnet von der Gasversorgung abgekoppelt werden müssen.

Speziell für das Saarland wäre in diesem Kontext auch zu prüfen, ob die nicht mehr am Markt befindlichen Steinkohlekraftwerke übergangsweise mit finanzieller Unterstützung des Bundes wieder hochgefahren werden können, so dass ursprünglich für die Gaskraftwerke vorgesehene Gasmengen für anderweitige private, gewerbliche und industrielle Bedarfe frei würden.

Die energetische Verwertung von Grubengas in den ehemaligen Steinkohlerevieren Nordrhein-Westfalen und Saarland trägt maßgeblich zur Energieversorgung bei und leistet auch aktive Beiträge zum Klimaschutz. Deshalb braucht es zügig eine Anschlussfinanzierung für die Grubengasverstromung auf Basis der vermiedenen CO2-Äquivalente, die innerhalb oder außerhalb der EEG-Novelle auf den Weg gebracht werden muss.

Anhaltende und wirtschafts- bzw. sozialpolitisch nicht vertretbare Energiepreissteigerungen sollten nach Möglichkeit durch preisdämpfende und kompensatorische Maßnahmen des Bundes ausgeglichen werden.

6. Wer schützt die Kritische Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen gegen Hackerangriffe?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die zentrale Anlaufstelle, zunächst verpflichtend für Unternehmen und Betreiber von Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) u.a. sowohl hinsichtlich der Information über aktuelle Entwicklungen als auch zur verpflichtenden Meldung von Störfällen. Zusätzlich gibt das BSI mit seinen Maßnahmen zur Standardisierung und Zertifizierung wichtige Rahmenbedingungen für eine sichere Unternehmensinfrastruktur vor und bezieht sich in dieser Funktion mittlerweile auf nahezu alle Wirtschaftssektoren und Betriebsbedingungen: https://www.bsi.bund.de/DE/IT-Sicherheitsvorfall/Kritische-Infrastrukturen-und-meldepflichtige-Unternehmen/kritische-infrastrukturen-und-meldepflichtige-unternehmen.html?nn=133608&cms_pos=1

7. Was können die einzelnen Betriebe selbst tun, um sich gegen Cyberangriffe zu wappnen?

Eine betriebseigene, an den IT-Grundschutz des BSI angelehnte Präventivstruktur ist eine schlagfertige Schutzmaßnahme (aktuelles Patch-Management, Back-Up-Management). Weitere Informationen unter: https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Empfehlungen-nach-Angriffszielen/empfehlungen-nach-angriffszielen_node.html

8. Wo kann ich mich über Hilfsangebote für aus der Ukraine geflüchtete Menschen informieren?

Im Saarland laufen bereits umfangreiche Vorbereitungen zur Aufnahme und Unterbringung der Menschen, die aus der Ukraine vor dem Krieg geflüchtet sind. Das Innenministerium hat hierfür eine gesonderte Mailadresse eingerichtet: UkraineFluechtlinge@innen.saarland.de. Darüber hinaus ist eine Hotline eingerichtet, die von Montag bis Freitag, 8.00 bis 16.00 Uhr besetzt ist: 0681/501-4202. Die häufigsten Fragen und Antworten zu dem Thema der Geflüchteten sind hier gelistet: https://www.saarland.de/DE/portale/ukraine/faq/faq_node.html

Hilfe-Portal für Geflüchtete

Unterkunft, Basisinformationen oder medizinische Versorgung: Mit dem Hilfe-Portal „Germany4Ukraine“ bietet die Bundesregierung ukrainischen Geflüchteten eine zentrale und vertrauenswürdige digitale Anlaufstelle. Das Hilfe-Portal bündelt Informationen auf Ukrainisch, Russisch, Englisch sowie Deutsch und unterstützt die Geflüchteten bei Einreise, Orientierung und dem Überblick über Hilfsangebote. Weitere Services sind geplant.

Jetzt teilen: www.germany4ukraine.de

9. Können aus der Ukraine geflüchtete Menschen im Saarland eine Erwerbstätigkeit aufnehmen?

In Erwartung einer großen Fluchtbewegung aus der Ukraine hat die EU die Regeln für den Fall eines "massenhaften Zustroms" von Vertriebenen in Kraft gesetzt. Damit wird dem umfassten Personenkreis auf entsprechendem Antrag eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG (Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz) erteilt.

Dieser Aufenthaltstitel berechtigt zur Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit oder unselbstständigen Beschäftigung. Die Ausländerbehörde im Saarland erlaubt bei Titelerteilung generell die Erwerbstätigkeit. 

Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis zum vorübergehenden Schutz in Deutschland können zudem Leistungen der Beratung und Vermittlung nach dem SGB III durch die Agenturen für Arbeit erhalten.

10. Wohin wenden sich Unternehmen, die Geflüchteten Menschen einen Arbeitsplatz anbieten möchten?

Die Bundesagentur für Arbeit bittet die Unternehmen, sich direkt an den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Saarland zu wenden. Die Kontaktdaten finden sich hier:

https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/saarland/unternehmen

Hier finden sich Informationen zur Zuwanderung, zur Anerkennung und zum Erwerb von Qualifikationen sowie zur Arbeitsvermittlung vom und ins Ausland:

BMAS - Migration und Arbeit

11. Wer bietet Antworten auf arbeitsrechtliche Fragen?

Die Arbeitskammer des Saarlandes bietet jetzt auch russischsprachige Arbeits- und Sozialrechtsberatung an sowie Beratung für "Geflüchtete und Drittstaatler".

Kontakt im Ministerium

Christian Klaß
Taskforce Unternehmenssicherung

Franz-Josef-Röder-Straße 17
66119 Saarbrücken