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| Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie | Energie, Wirtschaft

Kohlekraftwerke wieder ans Netz: Logistikbranche vor großen Herausforderungen

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und des drohenden Stopps von Gaslieferungen aus Russland kommt der Kohle als Energieträger derzeit eine besondere Bedeutung zu.

Mit dem aktuell in Kraft getretenen Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz können in der Netzreserve befindliche Steinkohlekraftwerke wieder an den Markt zurückkehren. Im Saarland betrifft dies die Steinkohlekraftwerke Bexbach, Weiher III, MKV Fenne und HKV Fenne. 

Die Hauptaufgabe jetzt: Die erforderliche Steinkohlelogistik managen. Das Unternehmen STEAG arbeitet derzeit mit Hochdruck an den technischen, investiven und personellen Fragen der Marktrückkehr. Doch gibt es hier aufgrund von Engpässen in der Binnenlogistik u.a. im Eisenbahnbereich bei Waggons, Lokomotiven, Betriebspersonal und Trassenkapazitäten noch große Herausforderungen. Aus diesem Grund hat am gestrigen Mittwochabend, 20. Juli, ein erster Logistik-Gipfel stattgefunden. Initiatoren waren Wirtschafts- und Energieminister Jürgen Barke und Verkehrsministerin Petra Berg.

Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Oliver Luksic, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Hans Wolf von Koeller, Leiter Energiepolitik der STEAG GmbH, sowie Vertreter von DB Cargo und DB Netz.

Im Fokus der Diskussion stand das angespannte Logistiknetz: Kapazitäten wurden in den letzten Jahren auf der Schiene zurückgefahren, und es werden jetzt gigantische Mengen auf der Schiene transportiert werden müssen – wie soll das gelingen?

Wirtschafts- und Energieminister Jürgen Barke: „Wir müssen das Thema Kohlelogistik in den Mittelpunkt stellen, wenn wir die Energiesicherheit gewährleisten wollen. Wir stehen im Saarland bereit, 25 % der Stromerzeugung mit Gas durch Kohle zu substituieren – dazu muss aber die entsprechende Logistik vorhanden sein: Wagenmaterial, Lokomotiven und Personal – auch die Trassen müssen verfügbar sein. Die Kapazitäten sind allerdings nicht da. Die kurzfristige Rückkehr zur Steinkohle wurde allerdings bereits vor Monaten adressiert – da könnte man erwarten, dass sich die entsprechenden Infrastrukturbetreiber ebenfalls entsprechend vorbereiten. Es geht darum die nationale Energiesicherheit über Winter zu gewährleisten.“

Verkehrsministerin Petra Berg: „Es rächt sich gerade bitter, dass in den letzten Jahrzehnten nicht genug in die Infrastruktur der DB AG investiert wurde. Infrastruktur kann und darf nicht einer Profit-Strategie untergeordnet werden, sondern muss dem Gemeinwohl dienen. Auch damit wir besser auf Krisen vorbereitet sind. Jetzt brauchen wir im Interesse der Energiesicherheit kurzfristige Lösungen, die leider nur zu Lasten anderer Bedarfe organisiert werden können.“

Barke abschließend: „Ich habe das Thema gerade vor kurzem bei der letzten Wirtschaftsministerkonferenz adressiert – und werde es nicht leid es erneut zu tun: Das Thema Logistik muss auf Bundesebene auch gemeinsam mit dem DB Vorstand thematisiert werden, um ein Bewusstsein für die Dringlichkeit der Situation zu schaffen. Wir müssen nochmal mit Nachdruck alle Player einbeziehen und in einen tiefen Dialog einsteigen. Da ist noch einiges zu tun.“

Medienansprechpartner

Kathrin Fries
Pressesprecherin und Leiterin Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Franz-Josef-Röder-Straße 17
66119 Saarbrücken