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Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr | Energie

Energiewende Saar

Wie die Energiewende funktionieren kann

Zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gehört die Energiewende. Das heißt: zunehmender Verzicht auf fossile Energieträger, Ausstieg aus der Atomenergie bis Ende 2022, Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2038 und Nutzung erneuerbarer Energien als tragende Säule einer klimaverträglichen Energieversorgung.

Erneuerbare Energien statt fossiler Energieträger

Noch decken überwiegend fossile Energieträger unseren Energieverbrauch. Bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entsteht allerdings das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid – kurz CO2. Rund 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland gehen zulasten dieser fossilen Energien. Die klimagesunden Alternativen heißen: erneuerbare Energien wie Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft sowie Bioenergie.

Zukunftsorientiert: das „20/20-Ziel“ im Saarland

Auch im Saarland sollen erneuerbare Energien in Zukunft eine noch größere Rolle spielen, die Potenziale der Stromproduktion durch Wind-, Solar- und Biomassekraft sind groß. Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energiewende setzt die saarländische Landesregierung auf das „20/20-Ziel“: Bis zum Jahr 2020 sollen 20 Prozent des Stroms aus regenerativen Energien erzeugt werden – und zwar sicher und bezahlbar für Verbraucher und Industrie.

Möglichkeiten für Städte und Gemeinden

Was unsere Städte und Gemeinden auf dem Gebiet der regenerativen Energien für neue Möglichkeiten haben, zeigt das Web der bundesweit aktiven Agentur für Erneuerbare Energien. Zielgruppe sind kommunale Entscheidungsträger sowie engagierte Bürger, denen der Ausbau umweltfreundlicher Systeme am Herzen liegt. Klimaschutz, Ressourcenschonung, Energie- und Kosteneinsparung sind die Stichworte. Unterstützer der Agentur sind die Bundesregierung sowie Unternehmen und Verbände der Branche.

Energieeffizienz: klingt schwierig, ist einfach 

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien ist die Steigerung der Energieeffizienz eine zentrale Säule der Energiewende. Je weniger Energie bei der Gewinnung, Umwandlung, Verteilung und Nutzung von Energieträgern unnötig verschleudert wird, umso höher ist die Energieeffizienz. Deshalb müssen wir unseren Energieverbrauch senken und vorhandene Energieressourcen besser nutzen. Eine Gemeinschaftsaufgabe, denn Energieeffizienz betrifft neben Verkehr, Industrie und Gewerbe, auch private Haushalte.
Das im Entwurf vorliegende Gebäudeenergiegesetz soll Energieeffizienz und Klimaschutz bei Gebäuden wirtschaftlich, umweltfreundlich und sozial umsetzen.

Was hat Energieeffizienz mit mir zu tun?

Eine warme Wohnung, hell erleuchtete Räume, praktische Haushaltsgeräte, TV und Computer – nur einige Standards, die selbstverständlich zum Alltag gehören, und die jede Menge Strom verbrauchen: 25 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland, nämlich 130 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr, verursachen die rund 40 Millionen Privathaushalte.
Dabei kann jeder Einzelne von uns seinen Stromverbrauch reduzieren und damit nicht nur das Klima, sondern auch seinen Geldbeutel schonen: zum Beispiel durch die Verwendung von Energiesparlampen oder effizienteren Elektrogeräten. Das jährliche Einsparpotenzial liegt pro Haushalt im Schnitt bei 1.500 kWh, das entspricht 450 Euro.

Bye, bye Stand-by!

Es hat sich längst herumgesprochen, dass der Stand-by-Modus ein Energiefresser ist. Daher empfiehlt es sich, die elektronischen Unterhaltungsgeräte TV & Co. am besten nach Gebrauch ganz auszuschalten und vom Stromnetz zu trennen, z.B. mit einer Mehrfachsteckdose inklusive Ausschalter. Das spart pro Jahr und Haushalt ca. 85 Euro. Weitere beispielhafte Tipps, wie Sie die eigenen vier Wände in den Energiesparmodus umschalten können:

  • EU-Energielabel: Beim Kauf von Haushaltsgeräten (z. B. Waschmaschine, Elektroherd, Gefriergerät) und Heim-Elektronik auf das EU-Energielabel achten. Es kennzeichnet je nach Energieverbrauch die Effizienzklassen von A bzw. A+++ (sehr energiesparend) bis G (hoher Energieverbrauch).
  • Beleuchtung: Alte Leuchtmittel oder LED-lampen ersetzen.
  • Heizung: In Wohn- und Arbeitsräumen Temperatur auf 20 Grad Celsius drosseln, 1 Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizkosten.
  • Kochen und Backen: z. B. Topf mit Deckel auf passende Kochfeldgröße stellen, ein Schnellkochtopf spart 50 Prozent Energie, Wasser im Wasserkocher erhitzen statt auf der Herdplatte, Backen ohne Vorheizen.
    Kühlen und Gefrieren: Temperatur beim Kühlschrank auf 7°C, beim Gefriergerät auf minus 18 Grad einstellen, Abstand zu Wärmequellen halten, warme Speisen nicht kühlen oder einfrieren, regelmäßig abtauen, Gefrorenes im Kühlschrank auftauen, Gerät nicht zu lange öffnen.
  • Wasch- und Spülmaschine: z. B. Sparprogramme nutzen, möglichst voll beladen, nicht vorwaschen oder –spülen.
  • Computer und Notebook: Energiesparmanagement nutzen, sodass bei Inaktivität automatisch in den Energiesparmodus gewechselt wird.
  • Bauen und Sanieren: z. B. Wärmedämmung von Außenwänden, Dach, Keller und Fenstern.
  • Selbst Strom erzeugen: per Fotovoltaikanlage und Solarspeicher.
  • Selbst Strom und Wärme erzeugen: per Mikro-Blockheizkraftwerk. 

Die Erneuerbaren Energien nehmen Fahrt auf!

Von der Windmühle zur Windkraftanlage

Bereits im Mittelalter stand die Kraft des Windes hoch im Kurs – zum Mahlen von Getreide in Windmühlen. Heute nutzt man Windenergie zur Stromerzeugung. In Windkraftanlagen versetzt der Wind die Flügel der Windräder – die Rotorblätter – in eine Drehung, der Generator wandelt diese Drehbewegung in Strom um.
Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nimmt die Windkraft derzeit bundesweit die Spitzenposition ein.
Stromerzeugung (Endenergie) aus Windenergie in Deutschland 2019: 126.000 Gigawattstunden (GWh). Zum Vergleich 1990: 71 GWh).

Let the sun shine!

Als größte Energiequelle überhaupt liefert die Sonne mehr Energie, als wir verbrauchen können. Ihre jährliche Energiemenge übersteigt den Energiebedarf in Deutschland um das 80-Fache. Nutzbar wird Sonnenenergie durch den Einsatz unterschiedlicher Techniken: Fotovoltaik erzeugt Strom, Solarthermie erzeugt Wärme.
Stromerzeugung (Endenergie) aus Fotovoltaik in Deutschland 2019: 46.000 Gigawattstunden (GWh). Zum Vergleich 1990: 1 GWh.

Wasser - Seit jeher die treibende Kraft

Seit langem nutzen die Menschen die Kraft des Wassers z. B. in Mühlen. Heute ist Wasserkraft in Deutschland neben der Windkraft bei der Stromerzeugung der bedeutendste erneuerbare Energieträger. Wasserkraftwerke verwandeln die Strömungsenergie des Wassers in elektrische Energie. Je nach Typ können die Anlagen rund um die Uhr Strom für den Grundlastbedarf – die Mindeststrommenge, die täglich benötigt wird – oder aber die Spitzenlast in Zeiten besonders hohen Strombedarfs erbringen. Gegenüber anderen Kraftwerksarten haben sie einen unerreicht hohen Wirkungsgrad von etwa 90 Prozent. Sie nutzen den Energiegehalt des Wassers fast vollständig und noch dazu emissionsfrei aus.
Stromerzeugung (Endenergie) aus Wasserkraft in Deutschland 2019: 19.000 Gigawattstunden (GWh). Zum Vergleich 1990: 15.580 GWh.

Bioenergie für Strom, Wärme und Treibstoffe

Grundlage für Bioenergie ist die Biomasse. Das ist gespeicherte Sonnenenergie in Form von Holz, Energiepflanzen wie z. B. Raps, Mais oder Getreide sowie von Reststoffen wie z. B. Biomüll, Stroh oder Gülle. Weil diese Biomasse immer wieder nachwächst bzw. immer wieder entsteht, zählt man sie zu den erneuerbaren Energien. Die einzige übrigens, aus der sowohl Strom und Wärme als auch Kraftstoffe gewonnen werden können. Dieser Prozess erfolgt in Biogasanlagen, wo die Biomasse in Energie umgewandelt wird.
Stromerzeugung aus Biomasse: 44.000 Gigawattstunden (GWh). Zum Vergleich 1990: 221 GWh.