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Thema: Energie

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Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr | Energie

Allgemeines zur Energiewende

1. Was ist die Energiewende?

Energiewende ist die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität mit Effizienztechnologien und Erneuerbaren Energien. Zum einen soll der Ausstieg aus der Kernenergie kompensiert werden. Zum zweiten mindert die Energiewende gleichzeitig die Importabhängigkeit Deutschlands von Öl und Gas. Drittens wird der Ausstoß an CO2 zunehmend durch den Ersatz fossiler Brennstoffe deutlich verringert und damit wesentliche und notwendige Beiträge zum Klimaschutz generiert. Auf Dauer ist die Energiewende auch kostengünstiger. So kostet die Herstellung von Windstrom auch im Binnenland heute bereits weniger als 8 Ct/kWh, wogegen die Stromerzeugung aus neuen Kernkraftwerken z.B. in Großbritannien oder Finnland mit 11 – 13 Ct/ kWh veranschlagt und Inflationssteigerungsraten indiziert werden.

2. Was bedeuten die Erneuerbaren Energien für die Energiewende?

Neben der Steigerung der Energieeffizienz ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien die wichtigste Säule der Energiewende. Im Stromsektor stammten Ende 2019 bereits mehr als 40 Prozent des Stromverbauchs in Deutschland aus Erneuerbaren Energien. Bis zum Jahr 2030 sollen es nach dem Willen der Bundesregierung sogar bis zu 65 Prozent sein.

3. Welche Bedeutung hat die Windkraft für die saarländische Energiewende?

Die saarländische Landesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf 20 Prozent (aktuell unter 10 Prozent) zu erhöhen. Die Expertenforen des saarländischen Energiebeirates sehen in der Windkraft und der Sonnenenergie die Hauptsäulen für die saarländische Energiewende. Ende 2019 waren im Saarland rund 150 MW Windenergieanlagen installiert. Auch aus Netzausbaugründen ist es sinnvoll, nicht nur in Norddeutschland Windkraftanlagen zu errichten, sondern auch möglichst nahe an den Verbrauchsschwerpunkten wie dem Saarland mit seiner energieintensiven Industrie und hoher Bevölkerungsdichte. Auch lassen sich so regionale Schwankungen besser ausgleichen.

Die zweite Säule im Ausbau der regenerativen Stromerzeugung im Saarland stellt mit rund 470 MW Leistungsspitze (Ende 2019) die Solarenergie dar. Sie ergänzt sich recht gut mit der Windenergie, da an guten Sonnentagen in der Regel wenig Wind weht und umgekehrt.

Demgegenüber können Wasserkraft mit 17 MW installierter Leistung und keinem weiteren Ausbaupotenzial, sowie Biomasse mit 10 MW gebauten Anlagen und einem mittelfristigen Ausbaupotenzial von maximal weiteren 10 MW nicht das Rückgrat der Erneuerbaren Stromerzeugung im Saarland werden.

Geothermie hat im Saarland voraussichtlich keine Chance. Eine vom Land in 2011 in Auftrag gegebene Studie hat gezeigt, dass im Gegensatz zu wärmeren Untergründen (etwa im Oberrheingraben) im Saarland rund 1000 Meter tiefer gebohrt werden müsste. Das wäre für ein 5 MW Geothermiekraftwerk mit zusätzlichen Kosten von rund 10 Mio. Euro verbunden und macht eine solche Anlage unwirtschaftlich. Selbst an den besten Standorten in Deutschland wird für Tiefengeothermiestrom eine Förderung von 25 Cent/kWh benötigt, wohingegen Solarstrom auf Dächern mit lediglich mit 10 Cent/kWh und Windstrom mit knapp 8 Cent/kWh im Saarland vergütet werden muss, damit entsprechende Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können. PV-Freiflächenanlagen kommen sogar mit weniger als 6 Cent/kWh aus. Das ist ein wichtiger Aspekt, weil die Energiewende für alle bezahlbar bleiben muss.

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird für eine gelingende Energiewende im Strombereich ein Mix aus vielen weiteren Instrumenten gebraucht. Dazu gehören vor allem Maßnahmen für mehr Energieeffizienz, die Flexibilisierung der Stromnachfrage, Fortschritte bei den Speichertechnologien und ein funktionierender Emissionshandel.



Kontakt im Ministerium

Albert Busse
Referent F/7: Grundsatzfragen der Energiepolitik

Franz-Josef-Röder-Straße 17
66119 Saarbrücken