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Thema: Wald und Forstwirtschaft

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| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Wald und Forst

Wie sieht im Saarland der Wald der Zukunft aus? – Minister Jost stellt neue Biodiversitätsstrategie für den Staatswald vor

Der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor bislang nicht gekannte Herausforderungen. Neue Entwicklungen und Forschungen machen immer wieder eine Anpassung der Waldbewirtschaftungsstrategie notwendig. Wie soll im Saarland der Wald der Zukunft aussehen? Und was müssen wir tun, um dahin zu kommen?

Der SaarForst Landesbetrieb hat gemeinsam mit dem Umweltministerium Antworten auf diese Fragen in einer „Biodiversitätsstrategie für den Staatswald“ zusammengefasst. Sie soll als richtungsweisende Arbeitsgrundlage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SaarForst dienen.  

„Die Forstwirtschaft bleibt nicht stehen. Neue Entwicklungen und Forschungen machen auch im Saarland immer wieder eine Anpassungen unserer Strategien notwendig. Die Biodiversitätsstrategie für den Staatswald definiert ganz konkret auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse die Rahmenbedingungen für die zukünftige Bewirtschaftung des Staatswaldes. Sie beschreibt zum ersten Mal aus Sicht der Waldökologie den Wald der Zukunft“, erklärt Umweltminister Reinhold Jost.

Im Saarland werde das Leitbild eines resilienten, also widerstandsfähigen, Buchen-Mischwaldökosystems verfolgt. Jost: „Dieses Leitbild entspricht am ehesten dem Wald, der auch von Natur aus im Saarland auf überwiegender Fläche vorkommt und der am ehesten geeignet ist, den Anforderungen des Klimawandels entgegenzutreten.“

Alle Wälder werden auf dieses Leitbild hin bewirtschaftet und entwickelt. „Das ist eine Langfristaufgabe, die 1989 mit der naturnahen Waldbewirtschaftung im Saarland begonnen wurde, mit der aktuellen Biodiversitätsstrategie wieder auf aktuellste wissenschaftliche Ergebnisse und rechtliche Vorgaben hin justiert wurde und bis zur endgültigen Umsetzung noch Jahrzehnte engagierter Waldwirtschaft bedarf. So wird es beispielsweise auf den aktuellen Schadflächen noch mindestens 120 Jahre brauchen, bis das Leitbild etabliert ist“, so Jost.

Der Erhalt des Ökosystems Wald bildet den Rahmen, in dem sich alle anderen Nutzungsansprüche bewegen müssen.

Für die Försterinnen und Förster gibt das 100-seitige Strategiepapier konkrete Minimum- und Maximum-Werte vor, an denen sie sich in der täglichen Arbeit zu orientieren haben.  Zum Beispiel sollen mindestens 10 Alt- und Biotopbäume pro Hektar erhalten werden, mindestens 40 Festmeter Totholz je Hektar sollen sich entwickeln, maximal 20% nichtheimische Baumarten beteiligt sein.

Minister Jost: „Mit Blick auf unsere selbst gesteckten Ziele können wir feststellen, dass wir auf einem guten Weg sind. Unsere Waldvorräte konnten wir steigern, der Ziel-Vorrat sind 400 Festmeter pro Hektar, vorweisen können wir bereits 358 Festmeter. Unser Ziel, 10 Alt- und Biotopbäume auf einer Fläche von einem Hektar zu erhalten, haben wir erreicht. Beim Totholz streben wir 40 m³ / ha an, derzeit liegen wir bei 20 m³/ha. Und wir wollen einen 80%-Anteil einheimischer Baumarten in unserem Wald, erreicht haben wir bisher 75%.“

Die Biodiversitätsstrategie sei keinesfalls als schön formulierte Denkschrift zu verstehen, die neu gefassten Ziele und Maßnahmen müssten in der forstlichen Arbeit umgesetzt werden, betont der Umweltminister. Dazu werde die Waldbewirtschaftungsrichtlinie des SaarForst entsprechend angepasst, das Personal geschult und ein begleitendes Controlling auf die Beine gestellt. Jost: „Die Strategien müssen immer wieder neu evaluiert werden. Wir werden uns nicht auf Erfolgen ausruhen, sondern permanent am Ball bleiben.“ 

Hintergrund:

  • ­ Das Saarland gehört mit 36% Waldfläche zu den waldreichsten Bundesländern.
  • 41% der saarländischen Waldfläche sind im Eigentum des Landes.
  • Auf über 10% der Staatswaldfläche ruht die Nutzung. Dadurch wurde der Forderung der Nationalen Biodiversitätsstrategie des Bundes nach 5% Naturwaldentwicklungsfläche Rechnung getragen. Diese Flächen dienen u.a. der permanenten Rückkopplung, wie naturnah die Bewirtschaftung des Wirtschaftswaldes im Vergleich mit Naturwäldern tatsächlich ist. Aktuell lieferten sie entscheidende Hinweise für die Entwicklung der „Biodiversitätsstrategie“ und der Novellierung der Waldbewirtschaftungsrichtlinie.
  • 40% der Staatswaldfläche liegen in der Gebietskulisse von Natura 2000. Daraus resultieren höhere Naturschutzanforderungen als etwa im Privat- oder Kommunalwald.
  • Das Saarland verfügt über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an naturnahen Buchenwäldern (zentrale Lage im Verbreitungsgebiet der Rotbuchenwälder), die, weltweit gesehen, seltene Ökosysteme darstellen.

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken