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Thema: Wald und Forstwirtschaft

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| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Natur und Landschaft, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Umwelt und Natur, Wald und Forst

Viele Freiwillige für die Wiederbewaldung: Umweltministerium und SaarForst koordinieren „Waldhilfe“

Nachhaltigkeitsstrategie wird fortgeschrieben

Dramatische Medienbilder von durch den Borkenkäfer verwüsteten Fichtenbeständen oder von Buchen, die infolge der großen Trockenheit absterben, haben uns im vergangenen Jahr aus ganz Deutschland erreicht. Die Menschen sorgen sich um ihren Wald und wollen ihm etwas Gutes tun.

„Im Umweltministerium und beim SaarForst sind seit dem Sommer eine Vielzahl von Anrufen und Mails eingegangen – von Schulklassen, Vereinen oder Einzelpersonen – die gerne helfen möchten. Mich freut diese Hilfsbereitschaft sehr. Schließlich zeigt sie, wie sehr die Saarländerinnen und Saarländer mit ihrem Wald verbunden sind“, so Umweltminister Reinhold Jost. „Und die Hilfsangebote sind willkommen“, betont der Minister.  

Im saarländischen Staatswald sind Flächen in der Größenordnung von bis dato rund 300 Hektar infolge von Dürre und Borkenkäferbefall kahl gefallen. Diese Flächen wird das Land wiederbewalden, ein baumartengemischter, klimastabiler Wald wird hier neu entstehen.

Für die Bürgerinnen und Bürger gibt es diverse Möglichkeiten, sich einzubringen: Tätigkeiten wie Saatgut sammeln in hierfür anerkannten Beständen, Pflanzarbeiten, Wildlings-Gewinnung, Wildschutzzaun-Kontrollen und leichte Kulturpflegearbeiten sollen, soweit aus Sicht der Arbeitssicherheit vertretbar, unter forstfachlicher Betreuung vor Ort auch von freiwilligen Helfern durchgeführt werden können.

Nach dem Motto, „was ist wo und wann in welcher Menge zu erledigen“ stellt hierzu eine Koordinierungsgruppe, bestehend aus Mitarbeitern der Fachabteilung des Ministeriums und des SaarForst Landesbetriebes, die benötigten Daten für das gesamte Saarland zusammen. Sie sind auch Ansprechpartner für alle interessierten Bürger. Das „Waldhilfe-Team“ ist erreichbar unter folgender Adresse: waldhilfe@sfl.saarland.de

Zudem wird auf der Internetseite des SaarForst unter dem Stichwort „Waldhilfe“ ein Portal für freiwillige Mitmacher eingerichtet.

Darüber hinaus geht derzeit eine Broschüre in den Druck, in der die möglichen Arbeiten für die Waldfreunde beschrieben und erklärt werden.

Die Koordinierungsgruppe wird die eingehenden Hilfsangebote sortieren und den regional bestmöglichen Arbeitsprojekten zuweisen.

Die Hilfsangebote sollen auch den kommunalen und privaten Waldbesitzern zugute kommen. Das Ministerium hat allen Waldbesitzern das Projekt „Waldhilfe“ vorgestellt und um Rückmeldung gebeten, wo welche Flächen zur Bepflanzung zur Verfügung stehen, um einen waldbesitzübergreifenden, saarlandweiten Überblick zu schaffen.

„Das Engagement Freiwilliger ist aber keinesfalls als Ersatz für die Arbeit des SaarForst zu sehen. Sie ist eine zusätzliche Unterstützung. Wir wollen allen Interessierten die Möglichkeit bieten, im Rahmen von praktischen Arbeiten unser Konzept der nachhaltigen, naturnahen Waldbewirtschaftung intensiv kennen zu lernen. Wir versprechen uns dadurch eine gesteigerte Identifikation der Bevölkerung mit „ihrem Wald“. Ideal wäre es, wenn durch diese Zusammenarbeit dauerhafte Kontakte und Kooperationen vor Ort entstehen“, betont Minister Jost.

Nachhaltigkeitsstrategie wird fortgeschrieben

Das Saarland hat sich nicht nur in der Waldpolitik der Nachhaltigkeit verschrieben. Ende 2016 wurde unter Einbeziehung von Verbänden, Institutionen und vieler interessierter Bürger die saarländische Nachhaltigkeitsstrategie erstellt – als Handlungsgrundlage für nachhaltige Politik im Saarland. Jetzt hat der Ministerrat grünes Licht gegeben für die Fortschreibung der Strategie. „Mit der Fortschreibung der Strategie soll ein sinnvoller Beitrag des Landes zur Bewältigung des Strukturwandels geleistet werden. Durch konkretes Handeln soll Nachhaltigkeit besser begreifbar und vor allem die Chancen sichtbar und nutzbar gemacht werden.

Wir wollen zukunftsgewandte, innovative und konkrete Nachhaltigkeitsprojekte herausstellen und hervorheben, um Nachhaltigkeit erlebbar zu machen“, so Jost.

Beispiele für nachhaltige Projekte:

  • Biodiversitätsstrategie in Wald, Offenland und Siedlung
  • Global nachhaltige Kommune
  • Becherheldkampagne
  • Runder Tisch gegen Lebensmittelverschwendung
  • Modellregion Wasserstoff
  • „Green Steel“
  • Sauberes Saarland
  • Umweltgerechtigkeit

Ein Expertenrat soll in den nächsten Wochen als Ideenschmiede für die Landesregierung berufen werden. Mit dem unabhängigen Expertenteam wird ein Beratungsgremium für konkrete Ideen und Vorschläge für Nachhaltigkeitsprojekte etabliert. Wissenschaftlich begleitet wird der Prozess durch das IZES (Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme).

Jost: „Wir wollen im Rahmen der Fortschreibung alle gesellschaftlichen Gruppen auf Augenhöhe beteiligen.“ Die wichtigsten Nachhaltigkeitsprotagonisten im Saarland, wie z.B. die Naturschutzverbände, das Netzwerk Entwicklungspolitik Saarland, Fridays for Future etc. werden zu einem Auftaktworkshop eingeladen, in dem sie zusammen mit der Landesregierung die genaue Ausgestaltung und das Instrumentarium der Beteiligung erarbeiten sollen. Dieser Auftaktworkshop soll Ende des 1. Quartals 2020 stattfinden.

Darüber hinaus können allen Bürgerinnen und Bürger ihre Vorschläge und Ideen einbringen. Eine  Email-Adresse zur offenen Beteiligung wurde bereits eingerichtet: Nachhaltigkeit@umwelt.saarland.de

Weitere Veranstaltungen im 1. Quartal 2020:

  • „Filmreif! Bundesfestival junger Film“ wird eine Medienwoche mit einem Medienpädagogen zum Thema Nachhaltigkeit durchführen. Ort: Albertus Magnus Gymnasium in St. Ingbert. Termin: 23.-27. März 2020.
  • Saarländische Nachhaltigkeitskonferenz am 30.04.2020 zum Thema „Klimawandel mit dem Wetterexperten Sven Plöger und Verleihung des 2. Saarländischen Nachhaltigkeitspreises.

Hintergrund:

Die saarländische Nachhaltigkeitsstrategie wurde am 13. Dezember 2016 im Ministerrat verabschiedet und am 17. Januar 2017 der Öffentlichkeit bzw. am 18. Januar 2017 als Regierungserklärung dem saarländischen Landtag vorgestellt.

Dem Dokument ging ein ungefähr zweijähriger Erarbeitungsprozess voraus, in welchem auch ein breit angelegter gesellschaftlicher Dialog durchgeführt wurde.

Inhaltlich baut die Nachhaltigkeitsstrategie auf bereits etablierte Ideen, Strategien und Maßnahmen und zum damaligen Zeitpunkt noch geplante Vorhaben der Landesregierung auf. Die 6 Handlungsfelder, in denen die Schwerpunkte der saarländischen Nachhaltigkeitspolitik gelegt werden sollten und sollen, sind:

  1. Bildung, Wissen und Innovation: Hier steht insbesondere die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ als wichtiger Faktor für Wissen und Innovation im Vordergrund.
  2. Finanzielle Nachhaltigkeit: Hier wird der Aspekt der Generationengerechtigkeit besonders sichtbar.
  3. Demografie, nachhaltige Siedlungsentwicklung: Thematisiert den demografischen Wandel und die Folgen vor allem für den ländlichen Raum und seine Bewohner.
  4. Klima- und Ressourcenschutz: Behandelt den Schutz der natürlichen Lebens-Grundlagen, auch und insbesondere vor dem Hintergrund der klimatischen Änderungen und der Herausforderungen im Energiesektor.
  5. Erhalt und Stärkung des Wirtschafts- und Industriestandortes: Zeigt auf, wie die saarländische Industrie und Wirtschaft zukunftsfest gemacht werden sollen.
  6. Mobilität: Als wichtige Voraussetzung für ökologischen, ökonomischen und sozialen Fortschritt.

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken