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Thema: Veterinärwesen
| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Tiere und Tierschutz

Nicht alle gefundenen Wildtiere sind in Not

Staatssekretär Thul besichtigt Wildtierauffangstation in Eppelborn

Über 100 Tiere befinden sich derzeit in der Obhut des Teams der Wildtierauffangstation (WTA) in Eppelborn. Im Innenbereich leben zahlreiche Igelwelpen, junge Stein- und Baummarder sowie Feldhasen. Rehkitze, Dachse und junge Füchse sind im Außenareal in entsprechenden Volieren untergebracht. Umweltstaatssekretär Sebastian Thul hat die Auffangstation besucht und sich ein Bild von ihrer Arbeit gemacht.

Die Wildtierauffangstation leistet seit 2008 einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz. Dass Wildtiere verletzt sind oder in Not geraten, kann immer mal wieder vorkommen: Die jungen Igel etwa, deren Mutter im Straßenverkehr ums Leben gekommen ist, oder die kleinen Eichhörnchen, die verlassen am Boden sitzen. Aber nicht immer brauchen Jungtiere auch tatsächlich unsere Hilfe. Im Zweifelsfall sollte daher das Tier zunächst in Ruhe gelassen und vor allem möglichst nicht angefasst werden. „Wenn Sie ein Tier finden und sich unsicher sind, ob es Hilfe braucht, holen Sie sich bei einem Natur- oder Tierschutzverein Rat, bevor Sie es mitnehmen oder einfach zu einer Auffangstation bringen“, so Thul.

Aus falsch verstandener Tierliebe entnommene Tiere binden in den WTA‘s wichtige Ressourcen und Zeit, die für tatsächlich verletzte, hilflose und kranke Tiere fehlt. „Um die adäquate Versorgung von solchen Tieren durch die Mitarbeiter der Wildtierauffangstationen auch zukünftig sicherzustellen, ist es wichtig, dass die Menschen ein Gespür entwickeln, wann ein Wildtier wirklich in Not ist und menschlicher Hilfe bedarf“, erläutert Thul. „Nimmt man im Freien überlebensfähige Tiere aus der Natur, kann ihnen das schaden.“

Der Tierschutzbeauftragte des Saarlandes, Dr. Hans-Friedrich Willimzik, unterstützt die Auffassung des Staatssekretärs. „Es ist wichtig, vermeintlich in Not geratene Tiere, erst einmal zu beobachten und zu überprüfen, ob diese Jungtiere nicht doch noch von ihren Elterntieren versorgt werden.“ In diesem Sinne ruft Willimzik dazu auf, sich mehr mit der Natur und den Tieren zu beschäftigen. „Dies würde dazu beitragen, dass in Not geratene, vor allen Dingen verletzte Tiere, tierartgerechter gerettet und dann besser und schneller versorgt werden könnten. Auch dies ist praktizierter Tierschutz.“

Dr. Willimzik bedankt sich ebenfalls für die hervorragende Arbeit, die vielfach auch ehrenamtlich in der Wildtierauffangstation in Eppelborn geleistet wird. „Die saarländischen Tierauffangstationen sind generell hervorragende Einrichtungen, die, einmalig in Deutschland, Vorbildfunktionen für andere Bundesländer haben können.“

Die Broschüren „Wildtierauffangstation Eppelborn“, „Finger weg von Wildtieren“ und der „Leitfaden: Tiere in Not“ (in Kooperation mit der Tierschutzstiftung Saar)geben hierzu wichtige Informationen. Sie finden sie auf unserer Webseite umwelt.saarland.de im Bereich Publikationen.

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken