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Thema: Verbraucherschutz
| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Verbraucherschutz, Agrar- und Landentwicklung

Digitaltag 2020: Minister Jost fordert mehr digitale Selbstbestimmung für Verbraucher

Digitalisierung in der Landwirtschaft nutzt auch der Umwelt

Wer profitiert von der Digitalisierung? Anlässlich des bundesweiten „Digitaltags“ am 19.06.2020 setzt sich Verbraucherschutzminister Jost dafür ein, dass die Vorteile auch den Verbrauchern zugute kommen.

„Das ist kein Automatismus“, so Minister Jost. „Damit jeder die vielfältigen Angebote der digitalen Welt für sich nutzen kann, brauchen wir einen angemessenen gesetzlichen Rahmen für Internetkonzerne und mehr digitale Selbstbestimmung. Der Verbraucher muss im Internet die Kontrolle über seine Daten zurückerlangen“, so der Minister.

In diesem Zusammenhang unterstützt das Saarland aktuell einen gemeinsamen Beschluss der Verbraucherschutzminister, um Verbraucherrechte auch dort wirksam werden zu lassen, wo Internetnutzer vermeintlich kostenlose Angebote erhalten, tatsächlich aber mit ihren Daten „bezahlen“. Jost begrüßt dazu die Vorschläge der Datenethikkommission, die eine effektive Kontrolle von algorithmischen Systemen durch Aufsichtsbehörden möglich machen wollen.

Eine besondere Aktion zum diesjährigen Digitaltag bietet die Verbraucherzentrale des Saarlandes. Bei der „Smartphone-Rallye“ gilt es, ein verstecktes Lösungswort zu finden und wichtiges Alltagswissen zu erwerben. Besonders jüngere Verbraucher möchte die Verbraucherzentrale damit erreichen und wichtige Themen vorstellen. Das Portfolio reicht dabei von Flatrates über Ernährung bis hin zu Fragen rund ums Geld – etwa Energiekosten, Vermögensaufbau oder Versicherungen.

Alle Informationen zur digitalen Schnitzeljagd finden Sie auf der Webseite der Saarländischen Verbraucherzentrale.

Längst Einzug gehalten hat die Digitalisierung auch in der saarländischen Landwirtschaft. Produktionsweisen profitieren enorm von digitalisierten Abläufen und Prozessen. Moderne Kuhställe bieten etwa eine Vielzahl von Möglichkeiten, die tägliche Arbeit der Bauern zu vereinfachen: Vom automatischen „Melkroboter“ über Stallreinigungssysteme bis hin zum „Futterbeischieber“, der die Tiere sechs Mal täglich füttert, ist alles dabei. Zusätzlich ermitteln einige Geräte wichtige Daten wie zum Beispiel Schrittaktivität, Körpertemperatur oder die genaue Ortung der Tiere.

Im Ackerbau sind Mittelklassetraktoren bereits mit GPS ausgestattet. Software zur genauen Dosierung in Düngerstreuern und Pflanzenschutzspritzen ist längst Stand der Technik. „Precision Farming“ mit Echtzeitelektrotechnik oder der zentimetergenauen Steuerung von Fahrzeugen via Satellitennavigationssystem „SAPOS“ macht die Bewirtschaftung von Flächen einfacher, präziser und ermöglicht einen effizienten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Die nötigen Korrekturdaten werden von der saarländischen Vermessungsverwaltung individuell berechnet und dem Landwirt bereitgestellt.

In einer zweijährigen Testphase werden die SAPOS-Daten durch das Umweltministerium kostenlos zur Verfügung gestellt, um den Beitrag für den Umweltschutz und die Akzeptanz bei den Landwirten zu prüfen. „Satellitengestützte Maschinensteuerung macht die Bewirtschaftung von Flächen einfacher, präziser und ermöglicht einen effizienten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Das System kann einen wertvollen Beitrag für Natur und Umwelt leisten“, so der Umwelt- und Landwirtschaftsminister Reinhold Jost.

Für die Landwirte im Saarland liegen die Vorteile auf der Hand, und bereits 20 Multiplikatoren nutzen die Satellitensteuerung ihrer Geräte. Vollständig aufeinander abgestimmte Prozesse ohne Rüstzeiten und ohne mehrfache Feldüberfahrten entlasten die Böden, die Umwelt und sparen Zeit, Kraftstoff und weitere Betriebsmittel. Jost: „Rentabilität und nachhaltige Ressourcenschonung lassen sich so gut miteinander vereinen.“

Das Umweltministerium unterstützt die Digitalisierung durch die kostenlose Einführung des „SAPOS“-Signals sowie über das Agrarinvestitionsförderungsprogramm, das Fördermittel für zum Beispiel tiergerechtere Ställe und GPS gesteuerte Geräte zur Verfügung stellt.

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken