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Thema: Nachhaltigkeit

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| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Nachhaltigkeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung

Ernährung – Klimaschutz – Nachhaltigkeit: Global-verantwortliche Ernährungsbildung an Schulen

Eingereichtes Projekt im Rahmen der Fortschreibung der saarländischen Nachhaltigkeitsstrategie

Kurzbeschreibung:

Ein Viertel(!) aller Treibhausgas-Emissionen fällt auf den Bereich Landwirtschaft und Lebensmittel. Ernährung ist in sehr hohem Maße mitverantwortlich für Übernutzung natürlicher Ressourcen, Biodiversitätsverluste, Belastung von Boden, Wasser u. Luft. Diese Auswirkungen sind für Verbraucher häufig nicht direkt zu spüren und zu erkennen. Der Bereich Ernährung gilt daher als eines der wichtigsten Handlungsfelder zur Förderung des Transmissionsprozesses in Richtung Nachhaltigkeit. Hinzu kommt noch die gesundheitliche Dimension. (Adipositas, Diabetes, usw.). Umwelt und Gesundheit fließen im Handlungsfeld Ernährung zusammen. Und der soziale Aspekt zeigt sich deutlich in den sehr diversen Arbeitsbedingungen in und außerhalb Europas. Fazit: Unser Ernährungsverhalten muss sich ändern, wenn wir eine friedlichere und nachhaltigere Weltgemeinschaft verantworten möchten. Erwachsene haben feste (Ernährungs)-Muster. Verhaltensmuster lassen sich nur schwer ändern. Die größte Hebelwirkung wird über die Bildung, vor allem von Kindern, erreicht. Kinder sind noch offener und empathischer im Erleben ganzheitlicher Bildungskontexte (z.B. zeigen sie große Betroffenheit im Hinblick auf Regenwaldabholzung, Massentierhaltung und Kinderarbeit in Plantagen…) Was gibt es schon: In der Schule werden in Biologie, Chemie, Wirtschaftswissenschaften die Themen kurz angerissen. Es gibt viele Akteure, die mit Ihren Themen (Gesundheit, Ernährungsführerschein, Kochkurse) im Rahmen von Projekttagen an Schulen gehen. Diese Aktionen werden jedoch bisher nicht koordiniert und sind stark von der intrinsischen Motivation einzelner Lehrkräfte abhängig. Was fehlt: Alle Aktionen in einen gemeinsamen Kontext stellen, Kontinuität, roter Faden, gemeinsames Ziel durch ganzheitlichen Ansatz. (Am Beispiel Milch und Nachhaltigkeit kann man z.B. alle Aspekte der Nachhaltigkeit lernen, welcher Schritt welche Rolle spielt. Die Komplexität wird deutlich). Eine breit angelegte Kompetenzvermittlung ist daher nur schwer möglich.

Maßnahme:

Pilotprojekt in 4 saarländischen Schulen (1 Gymnasium, 1 Gemeinschaftsschule, 1 Berufliche Schule, 1 Förderschule) Über ein ganzes Schuljahr hinweg ein einstündiges Fach (1 Schulstunde pro Woche)  „Nachhaltigkeit Ernährungsstil weltweit“

  1. Erstellung eines Konzeptes: Welche Themen, Unterrichtseinheiten, Didaktik (Theorie und praktisches Arbeiten: Landwirtschaft von Saat bis Ernte, verarbeitende Industrie, Logistik, Kochen, Abfälle vermeiden, Ethik, Tierwohl, Biodiversität, Bodenkunde, Transportwesen, aber auch Gesundheit, Arbeitsbedingungen in anderen Ländern...
  2. Qualifizierte Bildungsreferentinnen und Bildungsreferenten, die an Schulen gehen, ausbilden (Fortbildungen, Seminar mit Expert*innen) Ziel: alle Akteure sind auf dem gleichen Wissensstand, Inhalte bauen aufeinander auf. Alles aus einem Guss.
  3. Sichtung bereits vorhandener Materialien und Zusammentragen, was es an Aktionen im Saarland schon gibt und diese vernetzen (Tipp: BNE-Netzwerk).
  4. Definieren von Zielen: z.B.
  5. Schülerinnen und Schüler überdenken ihr Ernährungsverhalten und ändern es.
  6. Die Eltern ändern ihr Ernährungsverhalten (Stichwort: schulübergreifend)
  7. Wissen wird erhöht, (Klimabilanz, Gesundheit) Kompetenzen erworben, um Konsumentscheidungen zu beurteilen und ggfs. zu ändern. (bei Schüler und Schülerinnen, Pädagogen, Eltern)
  8. Einbindung des Elternhauses: s. Projekt Nachhaltigkeits-Check privater Haushalte und eventuelle Elternfortbildungen zum gleichen Thema
  9. Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation: Wurden die Ziele erreicht? Evaluation nach 1 Jahr – Abschlussbericht – Öffentlichkeitsarbeit – Einbindung ins Curriculum verpflichtend für alle Schulen.

Hier hatte sich die HTW bereits angeboten. Die wissenschaftliche Begleitung soll evaluieren, ob diese Maßnahme zu den angestrebten Wirkungen führen kann. Wenn dem so ist, wäre es wünschenswert diesen Ansatz (Schulfach Ernährung und persönliche Beratungen im häuslichen Umfeld) in unterschiedlichen Jahrgangsstufen an allen saarländischen Schulformen zu implementieren, um eine entsprechende Breitenwirksamkeit erreichen zu können.

Einreichende Person/Institution:

Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V.

Verbraucherzentrale des Saarlandes

Landwirtschaftskammer des Saarlandes etc

Ansprechpartnerin und Kontakt:

Melanie Malter-Gnanou
Netzwerk Entwicklungspolitik Saar e.V.