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Thema: Landwirtschaft

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| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Agrar- und Landentwicklung

Europäischer Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL)

Die 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union

Flagge der Europäischen Union EU-Flagge
EU-Flagge Foto: EU-Kommission (zur freien Nutzung)

Der Europäische Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) stellt die erste Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) dar.

Wesentlicher Bestandteil des EGFL sind die Direktzahlungen (Agrarflächenförderung). In Deutschland bestehen diese aus den nach EU-Recht verbindlichen Direktzahlungsregelungen „Basisprämie“ (rund 60%; ergibt sich aus der Höhe der anderen Direktzahlungsregelungen), „Ökologisierungsprämie“ (30%) und „Junglandwirteprämie“ (rund 1%) sowie der von Deutschland fakultativ eingeführten „Umverteilungsprämie“ (rund 7%). Des Weiteren wurden ursprünglich 4,5% der Direktzahlungen in die zweite Säule ELER umgeschichtet, wobei dieser Satz ab dem Jahr 2020 auf 6% erhöht wurde.

Mit den unterschiedlichen Direktzahlungsregelungen will man den verschiedenen Herausforderungen gerecht werden. Neben der Abmilderung der schwierigen Einkommenssituation vieler Landwirte und der Förderung umwelt- und klimafreundlicher Praktiken, sollen junge Existenzgründer oder Betriebsnachfolger zur Aufnahme landwirtschaftlicher Tätigkeiten ermutigt werden.

Die Unterstützung der Landwirte durch die Direktzahlungen ist an die Einhaltung von EU-Auflagen in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Pflanzen- und Tiergesundheit, Klima-, Umwelt-, Wasser- und Tierschutz und den Erhalt eines guten Zustands der landwirtschaftlichen Flächen geknüpft. Um die Direktzahlungen in voller Höhe zu erhalten, müssen die Landwirte alle dieser „anderweitigen Verpflichtungen“, die auch als Cross Compliance bezeichnet werde, erfüllen. Bei Verstoß kommt es entsprechend zu Kürzungen, je nach Umfang der Nichteinhaltung.

Erläuterungen zur GAP: Direktzahlungen an Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe 2015-2020

Umsetzung der Agrarreform in Deutschland

Der Schutz der finanziellen Interessen der EU über Vorgaben, Kontrollen und Transparenz ist ein wichtiges Anliegen der GAP. Transparenz dient auch dazu, dass die rund 450 Mio. Bürger die Verwendung der eingesetzten finanziellen Mittel nachvollziehen können und auch die Bereitstellung von öffentlichen Leistungen durch die Begünstigten sichtbar gemacht wird.

https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/agrar_hintergrund.html

Die saarländische Landwirtschaft

Im Saarland betreut die im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz eingerichtete Zahlstelle ELER/EGFL etwa 1.200 landwirtschaftliche Betriebe, die zusammen rund 78.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (LF) bewirtschaften. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt rund 65 Hektar. In der saarländischen Landwirtschaft finden rund 3.400 Personen erwerbsmäßige Beschäftigung.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche im Saarland ist geprägt von etwa 50% Dauergrünland und einer naturbedingten Benachteiligung von 96%. Mit der größtenteils extensiv, mit niedrigem durchschnittlichem Viehbesatz genutzten Fläche ist das Saarland bundesweit Spitzenreiter bei Flächen mit hohem Naturwert (High Nature Value). Und auch beim Anteil des ökologischen Landbaus ist das Saarland führend im bundesweiten Vergleich.

Unser Ziel ist es, die Leistungen, die durch diese extensive, flächendeckende landwirtschaftliche Nutzung entstehen, aber auch bei uns bedroht sind, zu erhalten. Ein Landwirt, der viele bisher nicht über den Preis entgoltene Beiträge zugunsten des Gemeinwohls leistet, steht im Wettbewerb auch mit solchen, die sich lediglich an die Mindeststandards halten. Die EU-Standards sind zwar im internationalen Vergleich sehr hoch, dennoch entsteht zum Teil ein Marktversagen. Mit der Agrarpolitik sollte in der nächsten Förderperiode versucht werden, dies auszugleichen und größere Fairness im Wettbewerb herzustellen.

Weitere EGFL-Maßnahmen

Neben den Direktzahlungen (Agrarflächenförderung) werden im Saarland auch die Maßnahmen "Europäisches Schulprogramm" (EU-Schulprogramm) und "Bienenzuchtprogramm" (Bienen und Honig). aus dem EGFL gefördert – beides auch unter Einsatz von Landesmitteln.

Andere Marktmaßnahmen werden zentral abgewickelt, wie die öffentliche Intervention, die Förderung der Lagerhaltung oder außergewöhnliche Maßnahmen in Krisensituationen.

https://ec.europa.eu/info/food-farming-fisheries/key-policies/common-agricultural-policy/market-measures_de

Ansprechpartnerinnen:

Aileen Gniffke
Stabsstelle GAP der EU, ELER-Verwaltungsbehörde, GAK

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken

Christiane Würtz
Referatsleiterin A/5:
Zahlstelle ELER/EGFL

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken