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Thema: Landwirtschaft
| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Agrar- und Landentwicklung

Ökologischer Landbau

Der Anteil ökologisch wirtschaftender Betriebe im Saarland beträgt zu Beginn der ELER-Periode 2014-2020 bereits deutlich mehr als 10%. Aufgrund der vielfachen positiven Auswirkungen strebt das Saarland eine Erhöhung sowohl des Anteils der Betriebe als auch der ökologisch bewirtschafteten Fläche an. Ein adäquater Ausgleich der Einkommensverluste durch sinkende Erträge und höheren Aufwand erscheint als geeignete Strategie, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Der ökologische Landbau leistet wichtige Beiträge zur ELER-Priorität „Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der Ökosysteme“ sowie zu den Querschnittszielen "Umweltschutz" und "Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an seine Auswirkungen".

Im Mittelpunkt stehen dabei Schutzziele in den Bereichen Biodiversität, Wasser, Boden und Klima. Der Ökolandbau gewährleistet die Aufrechterhaltung einer besonders nachhaltigen Landbewirtschaftung. Ökologische Anbaumethoden tragen zur Verbesserung der Boden- und Wasserqualität, zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel sowie zur Verbesserung der biologischen Vielfalt bei (z. B. durch Verzicht auf synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Fruchtfolge, Einsatz von organischen Düngemitteln und Verbesserung der organischen Substanz im Boden). Insbesondere der reduzierte Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz trägt zum Boden- und Gewässerschutz bei, zudem wird der Stickstoff- und Nährstoffaustrag reduziert. Nur intakte Böden können dauerhaft zum einen Kohlendioxid binden, und zum anderen stabile Erträge liefern. Dazu muss ein gesundes Porenvolumen für eine gute Aufnahmekapazität für Niederschlagswasser ebenso gegeben sein, wie wirksamer Erosionsschutz und eine natürliche Versorgung mit pflanzenverfügbaren Nährstoffen. Hinsichtlich des Klimaschutzes wirken ökologisch bewirtschaftete Flächen positiv aufgrund Humusaufbaus und Kohlenstoffbindung. Mittelbare Beiträge zum Umwelt- und Klimaschutz entstehen durch kurze Transportwege, wenn die ökologischen Erzeugnisse in der Region verarbeitet bzw. vermarktet werden.

Ökologische Anbauverfahren werden angewendet, wenn die Bewirtschaftung der landwirtschaftlich genutzten Flächen eines Betriebes nach Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 vorgenommen wird. Das Saarland fördert sowohl die Umstellung auf ökologischen Landbau als auch die Beibehaltung. Anträge auf Förderung müssen vor Beginn des Verpflichtungszeitraums gestellt werden. Der jährliche Verpflichtungszeitraum beginnt am 1. Januar und endet am 31. Dezember des Kalenderjahres. Antrag stellende Betriebe erhalten nur dann eine Förderung, wenn der gesamte Betrieb nach den Kriterien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet wird. Dies gilt auch beim Anbau von Obst, Gemüse und sonstigen pflanzlichen Produkten sowie der Tierhaltung für private Zwecke in geringem Umfang.

Die Verpflichtungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe als Grundlage zur Anerkennung ihrer Förderwürdigkeit, sind in VO (EU) Nr. 834/2007 und VO (EU) Nr. 889/2008  eindeutig geregelt und werden durch das deutsche Öko-Landbaugesetz (Link: siehe rechts) untermauert.

Richtlinie zur Förderung des Ökologischen/Biologischen Landbaus und von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen im ländlichen Raum (PDF, 880KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Das Saarland gewährt keine Förderung für die ökologische Bienenhaltung.


Es gelten folgende Förderbestimmungen:
Der Förderempfänger betreibt für die Dauer des Verpflichtungszeitraums im gesamten Betrieb ökologischen Landbau nach den Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 834/2007.


Ergänzend gilt:

  • in reinen Grünlandbetrieben (Flächenanteil des Dauergrünlandes von mehr als 50 %) Einhaltung eines Mindestviehbesatzes von 0,3 RGV/ha

Der Förderempfänger legt jährlich die im Saarland eingeführte Bescheinigung der Kontrollstelle (Ökö-Kontrollblatt) über die gesamtbetriebliche Wirtschaftsweise und die Mitteilung über Unregelmäßigkeiten bzw. Verstöße nach VO (EU) Nr. 834/2007 spätestens zum 15. Mai eines jeden Jahres mit den Agrarförderanträgen vor.

Die Höhe der jährlichen Zahlung beträgt ab dem Jahr 2015:

Bei Einführung eines ökologischen/biologischen Landbaus:


1. Bei Einführung der Maßnahme

  • 531 Euro je Hektar Gemüsebau,
  • 225 Euro je Hektar Ackerfläche,
  • 225 Euro je Hektar Grünland und
  • 855 Euro je Hektar Dauer- oder Baumschulkulturen.


2. Die für die ersten beiden Jahre des Verpflichtungszeitraumes gewährte Zahlung kann auf

  • 841,50 Euro je Hektar Gemüsebau,
  • 279 Euro je Hektar Ackerfläche,
  • 279 Euro je Hektar Grünland und
  • 1.147,50 Euro je Hektar Dauer- oder Baumschulkulturen

erhöht werden.

In diesem Fall werden die für das dritte bis fünfte Jahr zu gewährenden Beträge auf die unter "M11.0002 Beibehaltung ökologischer/ biologischer Landbau" genannten Beträge abgesenkt.


Bei Beibehaltung des ökologischen/biologischen Landbaus:


Es ergeben sich folgende Prämienhöhen im Saarland:

  • 324 Euro je Hektar Gemüsebau,
  • 189 Euro je Hektar Ackerfläche,
  • 189 Euro je Hektar Grünland und
  • 675 Euro je Hektar Dauer- oder Baumschulkulturen.

Für die Teilnahme am Kontrollverfahren nach der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 und der zu ihrer Durchführung erlassenen gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften in der jeweils geltenden Fassung kann sich die Förderung um 40 Euro je Hektar, jedoch höchstens um 550 Euro je Unternehmen, erhöhen.

Ansprechpartner:

Jochen Wack
Referat A/5 - Zahlstelle ELER/EGFL:Ökolandbau, Blühflächen Zwischenfrüchte

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken

Maria-Elisabeth Röder
Referat B/2Agrarpolitik, Landwirtschaftliche Erzeugung 

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken