Landesportal Saarland

Navigation und Service

Thema: Landwirtschaft
| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Agrar- und Landentwicklung

Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete

Logo des ELER im Saarland (Bild hat eine Langbeschreibung) ELER-Logo
Europäische Union - Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes Foto: ELER-Verwaltungsbehörde

In Gebieten mit erheblichen naturbedingten oder spezifischen Nachteilen und mit den damit einhergehenden erhöhten Ertragsrisiken ist ohne Förderung eine Landwirtschaft kaum zu realisieren. Der Erhalt der Flächenbewirtschaftung ist jedoch für das Landschaftsbild prägend und zugleich werden extensivere Bewirtschaftungsformen und diverse Betriebsstrukturen unterstützt.

Große Teile der landwirtschaftlichen Fläche des Saarlandes sind aus naturbedingten Gründen gegenüber anderen Standorten erheblich benachteiligt. Dies ergab eine den Vorgaben der Europäischen Union entsprechende wissenschaftliche Auswertung des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.  

Von den im Saarland tatsächlich landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen mit fast 74.000 ha rund 93% in aus erheblichen naturbedingten Gründen benachteiligten Gebieten. Es handelt sich konkret um die landwirtschaftlichen Flächen der Gemeinden Beckingen, Bexbach, Blieskastel, Bous, Eppelborn, Freisen, Gersheim, Großrosseln, Heusweiler, Homburg, Illingen, Kirkel, Kleinblittersdorf, Lebach, Losheim am See, Mandelbachtal, Marpingen, Merchweiler, Merzig, Namborn, Neunkirchen, Nohfelden, Nonnweiler, Oberthal, Ottweiler, Perl, Püttlingen, Quierschied, Rehlingen-Siersburg, Riegelsberg, Saarbrücken, Saarwellingen, Schmelz, Schwalbach, Spiesen-Elversberg, St. Ingbert, St. Wendel, Sulzbach, Tholey, Überherrn, Wadern, Wadgassen, Wallerfangen und Weiskirchen. Seit 2018 ist zudem das Gebiet der Gemeinde Mettlach als aus spezifischen Gründen benachteiligtes Gebiet anerkannt. Eine entsprechende Karte finden Sie unten auf dieser Seite sowie im Geoportal des Saarlandes

Die benachteiligten Gebiete  im Saarland wurden in einem dreistufigen Verfahren bestimmt:

  1. Aus erheblichen naturbedingten Gründen benachteiligte Gebiete nach den biophysikalischen Einzelkriterien
  2. Aus erheblichen naturbedingten Gründen benachteiligte Gebiete nach der Kombination verschiedener Abgrenzungskriterien
  3. Benachteiligte Gebiete nach der sogenannten Feinabstimmung

Um die Wirksamkeit einer zielgerichteten Agrarpolitik sicherzustellen, sollen den Landwirten die zusätzlichen Kosten und Einkommensverluste infolge der naturbedingten Benachteiligung zumindest teilweise ausgeglichen werden. Daher wurde das wirtschaftliche Ausmaß der naturbedingten Benachteiligung durch das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) im Auftrag des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz auf wissenschaftlicher Grundlage berechnet. Demnach beträgt der wirtschaftliche Nachteil für die betroffenen saarländischen Landwirte im Schnitt jährlich 274 € / ha.

Als Ausgleichzulage erhalten saarländische Landwirte jährlich 25 € / ha landwirtschaftliche Fläche (einheitlich für Acker- und Grünlandflächen) für die ersten 100 ha eines Betriebes. Für die über 100 ha hinausgehende Fläche eines Betriebes wird keine Ausgleichszulage gezahlt. Die Maßnahme kann jahresbezogen mit zusätzlichen nationalen Mitteln (top-up’s) verstärkt werden. Die Entscheidung hierüber wird jährlich neu auf der Grundlage tatsächlich verfügbarer nationaler Mittel getroffen. In diesem Fall können im ersten Schritt auch über 100 ha hinausgehende Flächen eines Betriebes gefördert werden, soweit die verfügbaren Mittel ausreichen.
Je nach Umfang des zusätzlichen nationalen Mittelvolumens kann auch eine Anhebung des Förderbetrages in Frage kommen. In diesem Fall werden die Zahlungen gemäß Artikel 31 Absatz 4 der VO (EU) Nr. 1305/2013 degressiv gestaltet:

• für die ersten 100 Hektar förderfähiger Fläche beträgt die Zahlung 100% (AZ1)
• für die förderfähigen Flächen von 101 bis 150 ha beträgt die Zahlung 80% (AZ2)
• für die förderfähigen Flächen von 151 bis 200 ha beträgt die Zahlung 60% (AZ3)
• für die förderfähigen Flächen von 201 bis 250 ha beträgt die Zahlung 40% (AZ4)
der errechneten Ausgleichzulage, mindestens jedoch 25 Euro je Hektar.
 
Für die über 250 ha hinausgehenden Flächen gibt es keine Zahlungen.
Aus verwaltungsökonomischen Gründen werden Betriebe unter 10 ha Flächengröße von der Förderung ausgeschlossen. Zusätzlich wird eine Förderobergrenze von 12.500 € je Betrieb und Antragsjahr festgelegt.

Mit diesen zum weit überwiegenden Teil aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) finanzierten Zahlungen werden eine flächendeckende Landbewirtschaftung und damit auch die Erhaltung der saarländischen Kulturlandschaft unterstützt.

Durch die Aufrechterhaltung der an die saarländischen Standortbedingungen angepassten, überwiegend extensiven Bewirtschaftungsmethoden wird den Belangen des Umweltschutzes Rechnung getragen. Extensiv genutzte Flächen weisen eine besonders hohe Strukturvielfalt und landschaftliche Eigenart auf. Insbesondere naturschutzfachlich wertvolle Flächen bedürfen einer gezielten Pflege und Beweidung, denn durch diese Bewirtschaftung entstehen Strukturmerkmale wie Weiden, Triebwege und spezielle Biotoptypen, welche die Diversität von Arten und Landschaften fördern.

Karte der benachteiligten Gebiete im Saarland Karte der benachteiligten Gebiete im Saarland
Foto: ELER-Verwaltungsbehörde + LVGL

Ansprechpartner:

Für Grundsatzfragen einschließlich der Gebietsabgrenzung:

Alfred Hoffmann

Für die Antragsstellung:

Anne Stein