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Thema: Landwirtschaft

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| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Agrar- und Landentwicklung

Grünland: Dauergrünland (DGL) – Dauergrünlandumbruch (DGL-Umbruch) - Pfluganzeige

Antrag Grünlandumbruch / Neuanlage Grünland auf gleicher Fläche
Anzeige Pflügen zum Zurücksetzen des DGL-Zählers, Nutzungscodes, Erläuterungen

Die Antragstellung ist  ab dem 01.06.2021 für das Antragsjahr 2021 eröffnet. Der Grünlandumbruch muss bis 16.5.2022 umgesetzt sein.

  1. Pflugeinsätze zum Zurücksetzen des Zählers bei Dauergrünland in der Entstehung (pDGL 1 bis 5) sind innerhalb von 4 Wochen der Zahlstelle anzuzeigen (Formular „Pfluganzeige“ unter Downloads)
  2. Bei Wildschäden: Anstehende Grünlanderneuerungen wegen Wildschäden sind formlos, schriftlich mit beigelegten Nachweisen (z. B. standortdatierte Fotos, Kopie der Meldung des Wildschadens bei der Gemeinde) der Zahlstelle anzuzeigen

Als Dauergrünland werden entsprechend Artikel 4 Buchstabe h) der VO (EU) Nr. 1307/2013 Flächen bezeichnet, die durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt werden und seit mindestens fünf Jahren weder Bestandteil der Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebs sind noch gepflügt wurden.

Dauergrünland sind Grundfutterflächen, auf denen über längere Zeit eine kurzrasige Vegetation als Dauerkultur wächst. Es handelt sich somit um eine auf mindestens 5 Jahre angelegte Vegetationsform (Wiese oder Weide) mit relativ geschlossener Grasnarbe, die von einer Pflanzengemeinschaft aus Gräsern, Kräutern und Leguminosen gebildet wird.

Grünland wird durch mehr oder weniger regelmäßige Mahd und/oder Beweidung frei von Gehölzen und Wald gehalten. Passiert dies nicht, handelt es sich um eine Grünlandbrache, auf der über mehr oder weniger lange Zeiträume keine Nutzung stattfindet. Solche Flächen unterliegen dann natürlichen Sukzessionsprozessen, das heißt über die Zwischenstadien Verbuschung und Sträucherwachstum würde hier mit der Zeit wieder Wald entstehen.

Entstehung von Dauergrünland im Sinne der Agrarflächenförderung und Grünlandumbruch

Der ein- oder mehrjähriger Anbau von Futtergräsern (Ackergras) oder von Mischungen aus Gras und krautigen Pflanzen ist keine Bewirtschaftung von Grünland, sondern wird dem Ackerfutterbau zugerechnet. D. h. diese Flächen sind Ackerflächen. Diese werden gemäß Rechtsetzung der Europäischen Union spätestens im 6. Jahr der Anlage zu Dauergrünland, wenn sie nicht zwischenzeitlich, also in den ersten fünf Jahren, gepflügt wurden. Es handelt sich also um Dauergrünland in der Entstehung, sogenanntes „potenzielles Dauergrünland“ (Abkürzung: pDGL; Entstehungsjahr 1 bis 5: pDGL 1 bis pDGL 5).

Sollen die Flächen den Ackerstatus behalten und nicht im 6. Jahr zu (neuem) Dauergrünland werden, so müssen sie im Fünfjahres-Zeitraum gepflügt und dieser Pflugeinsatz bei der zuständigen Behörde (Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz) spätestens innerhalb von 4 Wochen angezeigt werden.
Damit kann der Zeitpunkt des Entstehens von Dauergrünland zeitlich nach hinten verschoben werden. Aus Dauergrünland in der Entstehung, hier beispielsweise im Jahr 4 (pDGL4), wird durch die Pfluganzeige wieder Dauergrünland in der Entstehung im Jahr 1 (pDGL1). Das Formular „Pfluganzeige“ ist auf der unteren Seite unter Downloads  zu finden.

Andererseits kann auf Ackerfutterflächen entstandenes, neues Dauergrünland auf Antrag (siehe oben) ohne Ersatzflächenanlage umgebrochen und wieder zu Ackerland gemacht werden, sofern eine Genehmigung vorliegt.

Soll altes Dauergrünland, also Dauergrünland, welches bereits am 31.12.2014 bestand, umgebrochen werden, muss ein Antrag inklusive der Angabe von Ersatzflächen gestellt werden.
Dies bedeutet: als Ersatz für das umgebrochene alte Dauergrünland muss neues Grünland auf Ackerland angelegt werden und dort für mindestens fünf Jahre als Dauergrünland verbleiben. Dieser Vorgang kann auch durch den/die aktuelle/n Flächenbewirtschafter/in durchgeführt werden. Hierzu muss diese/r das Formular „Bereitschaftserklärung Bewirtschaftung Dauergrünland“ ausfüllen, unterschreiben und ihrem Antrag auf Grünlandumbruch beifügen.

Wenn diese als Ersatzdauergrünland angelegte Ersatzfläche sich nicht im Eigentum befindet, dann muss der/die Eigentümer/in der Ersatzfläche mit dem Formular „Zustimmungserklärung Eigentümer Dauergrünland“ (siehe unter Downloads) sein/ihr Einverständnis zur fünfjährigen Grünlanderhaltung der Fläche erteilen.

Die Grünlanderneuerung, also Umbruch und Neuansaat mit Dauergrünland, muss ebenfalls genehmigt werden. Diese erneuerten DGL-Flächen müssen ab dem ersten Tag der Umwandlung für fünf aufeinanderfolgende Jahre als Dauergrünland erhalten bleiben und dürfen in dem Zeitraum nicht gepflügt werden.

Des Weiteren stellt die Umwandlung in eine nichtlandwirtschaftliche Fläche (z. B. Straße, aufgegebene Fläche, Stall, Forst) ebenfalls einen Grünlandumbruch dar, der einer vorherigen Genehmigung bedarf.

Hinweis: Eine kurzfristige nichtlandwirtschaftliche Nutzung (z. B. als Holzlagerplatz oder Parkplatz) wird nicht als Umwandlung gewertet, sofern sie nicht länger als 14 aufeinanderfolgende Tage dauert oder insgesamt an nicht mehr als 21 Tagen im Kalenderjahr durchgeführt wird und mindestens 3 Tage vor dem Ereignis formlos schriftlich per E-Mail unter dauergruenland@umwelt.saarland.de oder per Post angezeigt wird. In jedem Fall ist der ordnungsgemäße Zustand der Fläche unverzüglich nach Beendigung der nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeit wiederherzustellen und die Bewilligungsstelle schriftlich darüber zu informieren, wenn sich Änderungen ergeben sollten, oder wenn wegen der nichtlandwirtschaftlichen Nutzung Auflagen der beantragten Agrarumweltmaßnahmen oder des Erschwernisausgleichs nicht mehr eingehalten werden.

Umweltsensibles Dauergrünland (z. B. in Naturschutzgebieten) darf dagegen in keinem Fall umgebrochen werden.

Auskünfte bezüglich des Status Ihrer Grünlandflächen werden auf Anfrage gerne erteilt.

Anträge auf Dauergrünlandumbruch  - Verfahren

Im Saarland prüft und bescheidet das Referat A/5 (Zahlstelle) im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Saarbrücken entsprechende Anträge auf Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland.

Im Genehmigungsverfahren sind für die Umwandlungsgenehmigung vor allem auch Naturschutzbelange und Belange des Wasserschutzes zu berücksichtigen.

Einen Antrag auf Grünlandumwandlung müssen Betriebe stellen, die greeningpflichtig sind. Umgekehrt heißt das, dass nicht-greeningpflichtige Betriebe, wie Kleinerzeuger und anerkannt ökologisch wirtschaftende Betriebe, keine Genehmigung für den Umbruch von Dauergrünlandflächen benötigen.
Allerdings sind auch hier naturschutzrechtliche Belange zu beachten! Diese Informationen sind eigenständig bei dem Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz, Don-Bosco-Str. 1, 66119 Saarbrücken, einzuholen.

Benötigte Unterlagen zur Antragstellung:

  • Vollständig ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular
  • Ausdruck des jeweiligen Schlages aus dem Flächen- und Nutzungsnachweis (FNN), auf dem der beabsichtigte Umbruch eingezeichnet wird, ggf. auch Ausdruck der zur Neuanlage von DGL vorgesehenen Ersatzflächen
  • Zustimmungserklärung des/der Flächeneigentümers/in zum Neuanlegen von Dauergrünland auf Pachtflächen.
  • Bereitschaftserklärung, falls die Ersatzfläche durch einen anderen Flächenbewirtschafter bereitgestellt wird.

Wichtig: Ein Antrag kann erst dann bearbeitet und genehmigt werden, wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen.

Die Antragsunterlagen sind schriftlich per Post oder per E-Mail an das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes einzureichen:

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat A/5 - Zahlstelle ELER/EGFL

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken

Warum ist Dauergrünland und der Erhalt von Dauergrünland so wichtig?

Dauergrünland dienst als Rohstoff zur Futter- und Energiegewinnung, als Humus- und Kohlendioxid-Speicher und durch vielfältige Pflanzengesellschaften (je nach Naturraum zwischen 20  bis 50 verschiedene Arten!) als wertvoller Lebensraum für Flora- und Fauna. 

Der Anteil an Dauergrünland an der Agrarfläche hat in den letzten Jahren bundesweit deutlich zugunsten der Ackernutzung abgenommen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken ist seit 2015 für den Umbruch von Dauergrünlandflächen eine Genehmigung durch die zuständige Behörde notwendig. Dabei gelten gemäß § 2a Abs. 1 DirektZahlDurchfV als „Dauergrünland Flächen, die mindestens fünf Jahre lang nicht umgepflügt worden sind, sofern die Flächen durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt werden und seit mindestens fünf Jahren nicht Bestandteil der Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebes sind.“

Ansprechpartnerinnen

Tanja Schillo
Referat A/5 - Zahlstelle ELER/EGFL

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken

Michelle Bernard
Referat A/5 - Zahlstelle ELER/EGFL

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken