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Saisonarbeiter in der Landwirtschaft und im Gartenbau fehlen

Jost fordert Lockerung beim Einreisestopp

Die Corona-Pandemie stellt zunehmend auch viele landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe vor gewaltige Herausforderungen. Aktuell trifft es vor allem diejenigen, die auf Saisonarbeitskräfte angewiesen sind.

Das Bild zeigt einen Arbeiter bei der Spargel-Ernte. Spargel-Ernte
Foto: Vasilis Ververidis,123rf

Die Corona-Pandemie stellt zunehmend auch viele landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe vor gewaltige Herausforderungen. Aktuell trifft es vor allem diejenigen, die auf Saisonarbeitskräfte angewiesen sind, da seit dem 25. März keine Arbeitskräfte aus anderen europäischen Ländern in Deutschland  einreisen dürfen. Dieses Einreiseverbot hatte das Bundesinnenministerium kurzfristig verordnet.

„Als Vorsitzender der Agrarministerkonferenz habe ich nach diesem Erlass unmittelbar einen Brief an Horst Seehofer gerichtet. Ich habe ihn dringend darum gebeten diesen generellen Einreisestopp zu überdenken. Es muss unbedingt eine Regelung gefunden werden, bei der die aktuellen Corona bedingten Hygienemaßnahmen sichergestellt werden und zugleich die dringend benötigten Erntehelfer ins Land dürfen.“, so der saarländische Landwirtschaftsminister Reinhold Jost.

In einer Telefonkonferenz mit den im Saarland betroffenen Verbänden und Organisationen und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit hat Jost die Lage vor Ort und kurzfristige Lösungsansätze besprochen. Hauptziel des Gespräches war es, die vorhandenen Arbeitskräfteangebote und Bedarfe zusammen zu bringen. Sowohl Bauernverband als auch Maschinenringe fragen jetzt bei den Betrieben zielgenau ab, welche Unterstützung benötigt wird. Dabei geht es insbesondere darum, Helfer zu finden, die über Erfahrungen in der Landwirtschaft verfügen und bereit sind, nach Absprache einzuspringen. Konzentriert wird dieses Angebot auf der vom Maschinenring Deutschland eingerichteten Internet-Plattform www.daslandhilft.de.

Derzeit wird zwar schon sehr viel Hilfe aus der gesamten Bevölkerung angeboten. Oft fehlen jedoch die jahrelange Erfahrung und die fachlichen Kenntnisse, um die spezifischen Arbeiten zu übernehmen. Die routinierten Saisonarbeiter könnten sich dagegen während ihrer Aufenthaltsdauer voll und ganz auf die bekannten und eingeübten Tätigkeiten etwa bei der Spargel- oder Erdbeerernte konzentrieren.

Mittlerweile hat sich auch die EU-Kommission mit der Forderung an die Mitgliedsstaaten gewandt, die Freizügigkeit systemrelevanter Arbeitnehmer zu gewährleisten. Bestehende Einreisestopps für Saisonarbeitskräfte sollten gelockert oder ganz aufgehoben werden. Neben Arbeitskräften in der Lebensmittelbranche fällt unter anderem auch das Personal im Gesundheitsbereich unter die Brüsseler Empfehlungen.

Mit Nachdruck weist die Kommission auf die besondere Bedeutung der Saisonarbeitskräfte für wichtige Pflanz-, Pflege- und Erntearbeiten insbesondere in landwirtschaftlichen Sonderkulturbetrieben hin. Das gilt natürlich immer unter der Vorgabe, dass für einen angemessenen Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitskräfte aber auch der einheimischen Bevölkerung gesorgt wird.

„Wir setzen alles daran, dass im Saarland weiterhin alle Kräfte gebündelt werden, damit die in der Landwirtschaft aktuell anfallenden Arbeiten vorgenommen werden können“, so Minister Jost. Er weist darauf hin, dass Einkommen aus Nebenbeschäftigungsverhältnissen bis zur Höhe des Nettolohns aus der eigentlichen Beschäftigung nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet werden. Diese Regelung gilt übergangsweise bis Ende Oktober 2020. Darüber hinaus lobte Jost in diesem Zusammenhang das gute und schnelle Miteinander aller saarländischen Beteiligten: „Verbände, Organisationen und Behörden bis hin zur Agentur für Arbeit Saarland machen einen tollen Job, im Sinne einer funktionierenden regionalen Lebensmittelversorgung.“

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken