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Thema: Ländliche Entwicklung

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| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Agrar- und Landentwicklung, Natur und Landschaft

Minister Jost wirbt mit höheren Preisgeldern und Förderangeboten für Dorfwettbewerb

Gleichwertige Lebensverhältnisse stärker im Fokus

„Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat in den vergangenen Jahrzehnten für einen enormen Zuwachs an Lebensqualität im ländlichen Raum gesorgt. Er ist zu einem wichtigen Motor der ländlichen Entwicklung geworden und zeigt uns immer wieder aufs Neue, was engagierte Menschen in ihrem Dorf bewegen können“, sagt der für den ländlichen Raum zuständige Minister Reinhold Jost.

Man sieht den Teil eines Dorfes aus einer erhöhten Perspektive. Viele Dächer sind mit Solarzellen versehen. Zwischen den Häusern stehen viele Bäume und Sträucher. Der Himmel ist strahlend blau. Dorf
Foto: © seriousjoy - stock.adobe.com

Am 24. Januar werden bei der Abschlussveranstaltung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin die Preisträger des 26. Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet. Darunter wird auch Oberesch sein. Das kleine Dorf an der Grenze zu Frankreich hat im Bundesfinale Silber geholt. Das generationenübergreifende Engagement der Oberescher  war der Bundesjury auch noch einen Sonderpreis für „Zusammenhalt für die Dorfentwicklung“ wert.  

In der Vergangenheit haben bereits eine ganze Reihe saarländischer Dörfer auf Bundesebene überzeugt. Allerdings: Trotz erfolgreicher Bilanz ist der Wettbewerb im Saarland längst kein Selbstläufer mehr. Von Jahr zu Jahr sinkt die Bereitschaft der Bürger mitzumachen.  36 Dörfer hatten sich diesmal im Vorfeld beworben, 10 weniger als beim Wettbewerb davor. Im Landkreis Neunkirchen und im Stadtverband Saarbrücken kam wegen zu geringer Anmeldezahlen keine Beteiligung zustande.

Dabei gibt es genug Gründe zum Mitmachen: „Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat in den vergangenen Jahrzehnten für einen enormen Zuwachs an Lebensqualität im ländlichen Raum gesorgt. Er ist zu einem wichtigen Motor der ländlichen Entwicklung geworden und zeigt uns immer wieder aufs Neue, was engagierte Menschen in ihrem Dorf bewegen können“, sagt der für den ländlichen Raum zuständige Minister Reinhold Jost.

Unser Dorf hat Zukunft – Neue Anreize zum Mitmachen:

Der Umweltminister und Ortsvorsteher aus Überzeugung möchte wieder mehr Teilnehmer gewinnen und setzt dafür neue Anreize:

  • Vorbehaltlich der parlamentarischen Zustimmung zum Haushaltsplan beabsichtigt das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, die Sieger des Landeswettbewerbs 2021 mit höheren Preisgeldern als in den vergangenen Jahren zu würdigen. Vorgesehen sind:
  1. Preis (Gold): 4.000 € (vorher: 2.500 €)
  2. Preis (Silber): 1.500 € (vorher: kein Geldpreis )
  3. Preis (Bronze): 500 € (vorher: kein Geldpreis) 
  • Zusätzlich wird auch wieder der Sonderpreis des Ministers, dotiert mit 2500 Euro, vergeben – diesmal zum Thema „Nachhaltige Dorfentwicklung“. Während beim eigentlichen Dorfwettbewerb die Gesamtbewertung der Jury über alle Bewertungsbereiche maßgebend ist, ist der Sonderpreis unabhängig hiervon ausschließlich projektbezogen ausgerichtet.

 

  • Alle Dörfer, die sich am Dorfwettbewerb aktiv beteiligen, können über ihre jeweilige Kommune im Rahmen der Richtlinie zur Förderung und Erhaltung dörflichen Lebens und bürgerschaftlichen Engagements im ländlichen Raum des Saarlandes  eine Zuwendung für die im Zusammenhang mit dem Wettbewerb entstehenden Ausgaben beantragen (z. B. für Dorfcoaching, Beteiligungs-/Moderationsprozesse, Konzept-/ Broschürenerstellung).

 

  • Nach der Richtlinie zur Förderung der nachhaltigen Dorfentwicklung im Saarland und dem neuen Sonderrahmenplan ländliche Entwicklung können die Fördersätze um jeweils 10 Prozentpunkte erhöht werden für Vorhaben, die aus der Teilnahme des Dorfes an einem der letzten beiden Dorfwettbewerbe resultieren.

 

„Wir werden in insgesamt 6 Regionalkonferenzen über die neuen Anreize im Landeswettbewerb 2021 informieren und Best-Practice-Beispiele vorstellen. Wir möchten den Dörfern Mut und Motivation mit auf den Weg geben“, so Jost.  Alle Landräte, Bürgermeister, Ortsvorsteher und weitere Multiplikatoren wurden zu den Regionalkonferenzen eingeladen.

Die Termine:

 

  • Donnerstag, Januar, im Kulturhaus Überherrn

  • Mittwoch, Februar, im Landhotel Rauber, Oberthal

  • Montag, März, im Dorfgemeinschaftshaus in Heckendalheim

  • Dienstag, März, in der Köllertalhalle in Walpershofen

  • Montag, März, im Bürgerhaus in Weiten

  • Mittwoch, März, im Bürgerhaus Habach

 

 

Neuausrichtung der Agentur ländlicher Raum:

Minister Jost: „Ich möchte allerdings nicht nur den Dorfwettbewerb in den kommenden Monaten auf neue Füße stellen, sondern unsere regionalen strukturpolitischen Angebote generell überarbeiten und dabei die sozialen Aspekte stärker gewichten. Die Förderung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist eine Aufgabe, der wir uns stärker als bisher widmen müssen. Ich habe deshalb diesen Aufgabenbereich personell aufgestockt.“  

Seit Oktober 2019 beschäftigt sich ein zweites Referat (Agentur ländlicher Raum, Heimat und regionale Identität) im Ministerium mit der ländlichen Entwicklung. Hier sollen – in Ergänzung zur EU- und Bundes-Förderung – mit reinen Landesmitteln die Themen Ehrenamt, soziale Dorfentwicklung, Kultur und Identität in den Dörfern angekurbelt werden, um so auch zur Verbesserung der Wahrnehmung und des Images der Dörfer beizutragen.

„Wir wollen unser Förderspektrum erweitern im Sinne einer stärkeren Ausrichtung auf soziale Dorfentwicklung. Ich denke dabei etwa an Initiativen, die die Beteiligung der Jugend im Blick haben, Dorfpatenschaften, Mundart-Projekte oder auch die Förderung digitaler Kommunikationsplattformen im Dorf“, so Jost.  

 

Gleichwertige Lebensverhältnisse als Thema der AMK:

Das Thema „gleichwertige Lebensverhältnisse“ hat Minister Jost in seiner Funktion als Vorsitzender der Agrarministerkonferenz (AMK) auch auf die AMK-Agenda  gesetzt.

Jost: „Die Belange ländlicher Regionen muss der Bund bei der Neuordnung bestehender Förderinstrumente adäquat berücksichtigen. Insbesondere sollte mit der Verlängerung des GAK-Sonderrahmenplans „Ländliche Entwicklung“ über den zu kurzen Dreijahreszeitraum 2019-2021 ein Zeichen gesetzt werden. Außerdem muss das Jährlichkeitsprinzip der Mittelbewirtschaftung, an dem der Bund immer noch festhält, abgeschafft werden. Was bis Jahresende an GAK-Mitteln nicht abgeflossen ist, muss bisher zurückbezahlt werden. Dieses Prinzip geht völlig an den Realitäten vorbei. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit als AMK-Vorsitzender wird es deshalb sein, die Finanzausstattung zugunsten der ländlichen Regionen so zu gestalten, dass wir dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse näher kommen.“

  

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken