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Thema: Immissionsschutz
| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Immissionsschutz

Immissionsmessnetz Saar - IMMESA

Das Immissionsmessnetz Saar überprüft kontinuierlich die Luftqualität an zwölf ortsfesten Messstationen im Saarland. Hier finden Sie neben den Messberichten Informationen zur aktuellen Luftbelastung, zu den Messstationen und den gemessenen Luftschadstoffen.

Aktuelle Messwerte

Aktuelle Messwerte und Angaben zur Luftbelastung finden Sie auf dem Umweltserver des Saarlandes und auf den Videotextseiten 166 und 168 des SR .

Messorte

Übersichtskarte der IMMESA-Messstationen
Foto: LUA

Eine Beschreibung der Lage und der Ausstattung der IMMESA-Messstationen finden Sie in der Dokumentation der Messstellen im Messnetz IMMESA

Luftschadstoffe

Ozon (O3)

Ozon (O3) ist schon lange als natürlicher Bestandteil der Atmosphäre bekannt. Es wird in der Stratosphäre gebildet und gelangt über Austauschprozesse in tiefergelegene bodennahe Luftschichten (Troposphäre).
Zum natürlichen Ozongehalt der Luft kommt Ozon hinzu, das aufgrund menschlicher Aktivitäten in der Troposphäre gebildet wird.
Es entsteht als Sekundärschadstoff unter Einwirkung von Sonnenstrahlen aus Stickstoffoxiden (NOx) und leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen (VOC). Sowohl Stickstoffoxide wie auch leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe werden in großen Mengen vom Kfz-Verkehr freigesetzt.

Die schädigende Wirkung von Ozon beruht auf seiner extremen Reaktionsfreudigkeit. Beim Menschen können erhöhte Ozonkonzentrationen zu Kopfschmerz und Reizungen der Schleimhäute und Atemwege führen. In hohen Konzentrationen verursacht Ozon Funktionsstörungen der Luge.
Die durch Ozon und andere Photoxidantien verursachten Beeinträchtigungen von Pflanzen reichen von erhöhter Anfälligkeit für Pilzbefall über nicht sichtbare Ertragseinbußen bis zu sichtbaren Schädigungen der Blattorgane.

Feinstaub (PM10)

Stäube gelangen sowohl auf natürliche Weise als auch aus anthropogenen Quellen in die Umwelt. Dabei sind vor allem Verbrennungsprozesse einschließlich des Verkehrs, industrielle Prozesse und Verladevorgänge zu nennen.
Man unterscheidet zwischen Grob- und Feinstäuben. Erstere sinken nach nur kurzem Aufenthalt in der Atmosphäre zu Boden und werden als Staubniederschlag erfasst.
Feinstäube verhalten sich in der Atmosphäre ähnlich wie Gase. Sie verweilen längere Zeit in der Atmosphäre und können dort über weite Strecken transportiert werden. Sie werden messtechnisch als Schwebstaub erfasst.
Für die menschliche Gesundheit sind vor allem die Feinstäube von bedeutung, die aufgrund ihrer geringen Teilchengröße bis in die Lungenbläschen vordringen können.
Neuere Studien haben gezeigt, dass bei hohen Immissionen vermehrt Atemwegsinfektionen, Anfälle von Atemnot und Husten sowie Erkrankungen der Atemwege auftreten. Als Langzeitauswirkungen können auch Erkrankungen des Kerz-Kreislaufsystems verstärkt oder mit ausgelöst werden. Dabei gibt es Hinweise, dass die Beschwerden bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (Asthma, Herz-Kreislauferkrankungen) sowie bei besonders jungen und alten Menschen stärker bzw. früher auftreten.
Darauf deutet zum Beispiel ein erhöhter Medikamentenverbrauch bei Asthmatikern bei einem Anstieg der Feinstaubkonzentrationen in der Außenluft.

Stickstoffoxide (NOx)

Stickstoffoxide setzen sich zusammen aus Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2). Sie entstehen bei Verbrennungsprozessen in Industrie- und Energieerzeugungsanlagen sowie in Verbrennungsmotoren.

Stickstoffoxide werden hauptsächlich als Stickstoffmonoxid emittiert. NO besitzt eine kurze Verweilzeit in der Atmosphäre, bevor es zu NO2 weiterreagiert.

Die Stickstoffdioxid-Konzentration enthält einen kleineren Anteil an primär emittiertem NO2; den größeren Anteil bildet das sekundäre NO2, das aufgrund von chemischen Umwandlungsprozessen in der Atmosphäre entsteht.

In den üblichen Umgebungskonzentrationen zeigt NO2 kaum Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Es kann allerdings bestehende Allergien verstärken und in höheren Konzentrationen zu Reizungen und Störungen der Atemwege führen.

Auf Pflanzen können gasförmige Stickstoffoxide sogar eine düngende Wirkung haben. Stickstoffdioxid kann jedoch Salpetersäure bilden, die ähnlich der Schwefelsäure eine der wesentlichen Ursachen des "Sauren Regens" darstellt.

Stickstoffoxide sind außerdem Ausgangsstoffe für die Bildung von Photooxidantien. Dies sind Schadstoffe, die sich erst unter dem Einfluss von Sonnenenergie aus anderen Stoffen bilden. Ihr bekanntester Vertreter ist das Ozon.

Kohlenstoffmonoxid (CO)

Kohlenstoffmonoxid ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung organischer Verbindungen wie z. B. fossile Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas). Hauptquellen für CO sind Kraftfahrzeugmotoren, Industrie und Haushalte. In der Luft wird das Gas zu Kohlenstoffdioxid umgesetzt.

Die Wirkung von CO beruht auf der Bindung an den Blutfarbstoff Hämoglobin (Bildung von COHb). CO hat gegenüber Sauerstoff eine 250mal höhere Affinität zum Hämoglobin und blockiert so die Sauerstoffaufnahme des Blutes. Dadurch kann es zu Schädigungen oder Funktionsstörungen an Organen kommen, die empfindlich sind gegen eine Unterversorgung mit Sauerstoff, wie Gehirn, Herz und Blutgefäßwände. Je nach Konzentration führt der Sauerstoffmangel zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Bewusstlosigkeit, Atemlähmung oder Tod.

Schwefeldioxid (SO2)

SO2 entsteht überwiegend bei Verbrennungsprozessen aus den in fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl) enthaltenen Schwefelverbindungen.

Die Schwefeldioxidemissionen sind dabei direkt abhängig vom Schwefelgehalt des Brennstoffs. Schwefeldioxid wirkt vor allem in Verbindung mit Staub reizend auf Schleimhäute und Atemwege.

Unter den so bei hohen Schwefeldioxidkonzentrationen hervorgerufenen Atembeschwerden leiden vor allem Asthmatiker. Pflanzen reagieren mit dem Abbau von Chlorophyll und dadurch absterbenden Gewebepartien auf die Einwirkung von gasförmigen Schwefeldioxid.

In der Atmosphäre wird Schwefeldioxid u. a. zu Schwefelsäure umgewandelt, die über den "Sauren Regen" Schäden an Pflanzen und Gebäuden verursacht und zur Versauerung des Bodens beiträgt.

Beurteilung der Luftqualität

Das Saarland ist zur Beurteilung der Luftqualität in Gebiete eingeteilt. In der 39. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz ist festgelegt, dass die Einstufung der Gebiete bzgl. der Beurteilungsschwellen spätestens alle fünf Jahre überprüft werden muss.

Grenz-, Ziel- und Schwellenwerte der 39. BImSchV

Überprüfung der Gebietseinstufung im Saarland

Messberichte

Monatsberichte IMMESA 2020

IMMESA-Monatsbericht Juni 2020

IMMESA-Monatsbericht Mai 2020

IMMESA-Monatsbericht April 2020

IMMESA-Monatsbericht März 2020

IMMESA-Monatsbericht Februar 2020

IMMESA-Monatsbericht Januar 2020

Jahresberichte

IMMESA-Jahresbericht 2019

IMMESA-Jahresbericht 2018

IMMESA-Jahresbericht 2017

IMMESA-Jahresbericht 2016

IMMESA-Jahresbericht 2015

IMMESA-Jahresbericht 2014

IMMESA-Jahresbericht 2013

Sonderberichte

Abschlussbericht über die Ergebnisse der Luftqualitätsmessungen im Warndt

Messung von Inhaltsstoffen im Feinstaub (PM10) – Ergebnisse 1993 bis 2018

Nachweis der Gleichwertigkeit des kontinuierlichen Messverfahrens für Feinstaub (PM10, PM2.5) mit dem Referenzverfahren

Überprüfung der IMMESA-Messstationen nach den Kriterien der 39. BImSchV

Einfluss von Temperatur und Luftdruck auf die Passivmessungen von NO2

Zuständig für dieses Thema:
Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz

Don-Bosco-Str. 1
66119 Saarbrücken