Landesportal Saarland

Navigation und Service

Thema: Gentechnik und Chemikalien

Hauptinhalte

| Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Gentechnik und Chemikalien

Gemeinsames Giftinformationszentrum in Mainz: Beratung für das Saarland zukünftig in Kooperation mit Hessen und Rheinland-Pfalz

Das saarländische Giftinformationszentrum (GIZ) im Universitätsklinikum Homburg wird ab April 2021 ins gemeinsame GIZ von Rheinland-Pfalz und Hessen an der Universitätsmedizin Mainz verlagert.

Hierzu hat das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz einen Kooperationsvertrag mit der Universitätsmedizin Mainz als Trägerin des GIZ Mainz geschlossen. Mittelfristig soll das gemeinsame Zentrum im Rahmen einer länderübergreifenden Vereinbarung zwischen Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gemeinsam betrieben werden. Das GIZ Mainz arbeitet täglich rund um die Uhr (auch an Sonn- und Feiertagen).

„Durch die Bündelung der Kompetenzen stellen wir jederzeit eine erstklassige Beratung für alle Saarländerinnen und Saarländer sicher.“

Umweltminister Reinhold Jost
Das Bild zeigt den saarländischen Umweltminister Reinhold Jost.

Bisher ist das Giftinformationszentrum der Uniklinik Homburg als medizinische Einrichtung benannt. Dort werden die Erkenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen gefährlicher Stoffe gesammelt und ausgewertet. Außerdem wird im Falle von Vergiftungen durch kompetente Beratung Hilfe geleistet. Gerade während der COVID-19 Pandemie hat sich gezeigt, dass es nur mit hohem Personaleinsatz möglich ist, neben Behandlungen im Krankenhaus gleichzeitig auch noch eine qualitativ hochwertige und permanente Beratung bei Vergiftungen zu gewährleisten. Daraus entstand die Kooperation mit dem GIZ Mainz. „Wir bitten alle Saarländerinnen und Saarländer sowie alle Ärzte und medizinischen Einrichtungen im Falle einer Vergiftung, bereits jetzt die Beratungsnummer 06131 19240 des GIZ Mainz zu nutzen.

Das Beratungstelefon des GIZ Homburg wird jedoch für eine Übergangszeit noch direkt an das GIZ Mainz weitergeleitet, so dass kein Anruf ins Leere geht. „Die Behandlung bei Vergiftungen erfolgt natürlich weiterhin in allen Arztpraxen und Krankenhäusern im Saarland, zukünftig dann in Rücksprache mit den Experten im GIZ Mainz.“, betont Jost. „Ich danke dem Universitätsklinikum des Saarlandes und ausdrücklich bei allen Mitarbeitern der Kinderklinik sowie den ehemaligen Beschäftigten des GIZ Homburg für ihr jahrelanges großes Engagement.“

Hintergrund:

Ein Giftinformationszentrum bietet telefonische Beratung für Laien sowie auch für Ärzte, Pflegekräfte, Rettungsdienst oder auch Krankenhäuser bei Vergiftungen und Verdachtsfällen. Die Giftinformationszentren sind rund um die Uhr besetzt. Experten schätzen aufgrund der toxikologischen Anamnese das Vergiftungsrisiko des Betroffenen ein und geben diagnostische und therapeutische Empfehlungen, die auf den jeweiligen Fall zugeschnitten sind.

Weltweit existiert eine große Anzahl ganz verschiedener Giftstoffe. Allein im Chemikalienbereich sind es viele unterschiedliche Stoffe, die giftig sein können. Hinzu kommen Giftstoffe aus dem Bereich der Arzneimittel und aus der Pflanzen- und Tierwelt. Zur richtigen Beantwortung der Vergiftungsanfragen müssen deshalb eine große Reihe verschiedenster Daten zur Verfügung gestellt und auch gepflegt werden. Dies geschieht heutzutage in der Regel in Form von umfangreichen Datenbanken auf internen oder externen Datennetzen. Eine gute Beratung bedeutet im Verdachtsfall auch eine erhebliche Kostenersparnis, wenn sich  dadurch überflüssige Inanspruchnahme medizinischer Notfalleinrichtungen erübrigt.

Das GIZ Homburg war eines von acht Giftinformationszentren in Deutschland. Generell wird davon ausgegangen, dass eine kosteneffiziente und gleichzeitig qualitativ hochwertige Giftberatung erst bei einer Relation von 1 GIZ pro ca. 10 Millionen Einwohner effizient zu etablieren ist. Am GIZ Mainz werden pro Tag ca. 110 Beratungen wegen Vergiftungen durchgeführt, pro Jahr sind dies ca. 40.000 Beratungen (Stand 2020). Über die sogenannte Fallverfolgung werden außerdem ständig neue medizinisch-toxikologische Erkenntnisse in einer umfangreichen Falldatenbank gesammelt. In den vergangenen Jahren wurden so mehr als 700.000 Fälle dokumentiert. Durch diese Erkenntnisse kann in künftigen Fällen noch besser beraten werden.

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken