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Das Saarland wird neu vermessen: Messtrupps bestimmen Basisdaten in ganz Deutschland neu – Vom 6. bis 10. Juli arbeiten Vermesser im Saarland

In einer gemeinsamen Aktion des amtlichen deutschen Vermessungswesens werden derzeit die vermessungstechnischen Grundlagen für ganz Deutschland überprüft und erneuert.

Dazu werden Messtrupps in das gesamte Bundesgebiet von der Küste bis zu den Alpen entsendet. Ihr Auftrag: Eine Überprüfung von deutschlandweit 250 grundlegenden Vermessungspunkten in Position und Höhe mit dem Ziel, die Koordinaten auf den Millimeter genau neu zu bestimmen.

Deutschlandweit existieren speziell ausgestaltete Vermessungspunkte, die so genannten geodätischen Grundnetzpunkte (GGP). Von den 678 vorhandenen Punkten liegen 8 im Saarland. Im Jahr 2008 wurden aus allen Grundnetzpunkten insgesamt 250 Punkte ausgewählt, die gut über die Bundesfläche verteilt sind. Diese 250 Punkte wurden erstmals 2008 in einer Mess-Kampagne in Position und Höhe neu bestimmt. Da es inzwischen weitere nutzbare Satellitensysteme gibt, wird jetzt erneut gemessen.

Dazu führen 35 Vermessungstrupps bis 15. Juli deutschlandweit Vermessungen mit Hilfe von Satelliten durch, teilweise auch während der Nacht. Genutzt werden die Signale des amerikanischen GPS, des europäischen Galileo und des russischen GLONASS. Im Einsatz sind hochgenaue Messgeräte, die Satellitensignale empfangen und mit Millimetergenauigkeit verarbeiten.

 Das Saarland ist mit 2 Vermessungspunkten in die Messkampagne eingebunden. Je ein Vermessungspunkt befindet sich in Weiten und in Böckweiler. Die Messungen werden in der Zeit vom 06. bis 10. Juli durchgeführt.

„Die Messergebnisse werden als Basisdaten für vielfältige Aufgaben in der Vermessung und künftig auch für weitere interdisziplinäre Anwendungen genutzt, z.B. für autonomes Fahren, Hochwasserschutz, Digitalisierung der Landwirtschaft, Straßen- und Wasserbau. Mit der nun angestrebten Genauigkeit werden die Daten auch in Zukunft den stetig steigenden universellen Anforderungen unserer Gesellschaft genügen“, so Umweltminister Reinhold Jost.

„Unsere Messpunkte, gesichert mit soliden Betonfundamenten, sind vergleichbar mit dem Tafelsilber in einem gut bestellten Haushalt: Sie stellen einen bedeutenden Wert dar und wollen gepflegt werden. Auch werden sie eher selten genutzt“, so Jost. Dennoch seien sie unverzichtbar. „Denn sollte die Satellitentechnologie einmal nicht zivil nutzbar sein, so wären die Grundnetzpunkte die Rückversicherung für die Vermessung unserer Welt.“ 

Die Geschichte der Landesvermessung blickt auf eine über 200 Jahre alte Existenz zurück. Die ersten grundlegenden Vermessungen Deutschlands zur Bestimmung von Positionen für die Orientierung und Festlegung des geodätischen Raumbezugs fanden bereits im 19. Jahrhundert statt.

Was damals Jahrzehnte dauerte, lässt sich heute durch Nutzung der Satelliten in wenigen Wochen mit einer deutlich höheren Genauigkeit realisieren.

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken