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Thema: Windenergie

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| Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz | Erneuerbare Energie

Allgemeines zur Energiewende

1. Was ist die Energiewende?

Energiewende ist die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität mit Effizienztechnologien und erneuerbaren Energien. Ziel der Energiewende ist die weitgehende Dekarbonisierung unserer gesamten Energieversorgung durch Beendigung der Nutzung fossiler Energieträger, um den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid drastisch zu reduzieren. Die Energiewende ist damit ein wesentlicher Baustein einer Klimaschutzstrategie.

2. Was bedeuten die erneuerbaren Energien für die Energiewende?

Neben der Steigerung der Energieeffizienz ist der Ausbau der erneuerbaren Energien die wichtigste Säule der Energiewende. Erneuerbare Energien sind ein wesentlicher Hebel, um den Ausstoß des Treibhausgases CO2 bei der Bereitstellung von Energie massiv zu verringern und das Ziel zu erreichen, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen. Ende 2020 betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch rund 45 Prozent. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil deutschlandweit 65 Prozent erreichen.

Mit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes zum Klimaschutzgesetz des Bundes hat sich allerdings mittlerweile herauskristallisiert, dass zusätzliche Anstrengungen bis zur Zwischenetappe 2030 notwendig sind. Der Bundestag hat im Juni 2021 dem Entwurf der Bundesregierung für eine Änderung des Klimaschutzgesetzes zugestimmt. Die Bundesregierung sieht mit der beschlossenen Änderung des Klimaschutzgesetzes eine Verschärfung der nationalen Klimaschutzziele vor, Deutschland soll bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden. Die Ausbauziele für die erneuerbaren Energien, die mit dem EEG 2021 festgesetzt wurden, müssen an diese neuen Vorgaben angepasst werden.

3. Welche Bedeutung hat die Windenergie für die saarländische Energiewende?

Die saarländische Landesregierung hat das in ihrem Koalitionsvertrag gesetzte Ziel, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf 20 Prozent zu erhöhen, erreicht. Der vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr erarbeitete und im Ministerrat am 07.09.2021 beschlossene Energiefahrplan 2030 sieht eine Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am saarländischen Stromverbrauch auf mindestens 40 Prozent bis 2030 vor. Der Anteil der Windenergie soll in diesem Zusammenhang um 500 MW installierte Leistung ausgebaut werden.

Ende 2021 sind im Saarland 220 Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 550 MW installiert. Mit diesen Anlagen wird in einem Jahr mit durchschnittlichen Windverhältnissen etwa eine Milliarde Kilowattstunden Strom erzeugt.

Die zweite Säule im Ausbau der regenerativen Stromerzeugung im Saarland stellt mit rund 520 MW Leistungsspitze (Ende 2021) die Photovoltaik dar. Anders als Photovoltaikanlagen erzeugen Windenergieanlagen den meisten Strom im Winterhalbjahr, genau in den Jahreszeiten, in denen der Stromverbrauch besonders hoch ist. Zudem weht an guten Sonnentagen in der Regel wenig Wind und umgekehrt. Windenergieanlagen und Photovoltaik ergänzen sich daher gut.

Um den Ausbau der Übertragungsnetze möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass Windenergieanlagen nicht nur in Norddeutschland und auf hoher See errichtet werden, sondern auch nahe an den Verbrauchsschwerpunkten wie dem Saarland mit seiner energieintensiven Industrie und hohen Bevölkerungsdichte. Regionale Schwankungen lassen sich zudem besser ausgleichen.

Den weiteren für das Saarland nutzbaren erneuerbaren Energiequellen, Biomasse und Wasserkraft, wird auch nach Einschätzung der Experten im Energiebeirat für die quantitative Entwicklung eine geringe Rolle zugerechnet. Wasserkraft verfügt – ohne weiteres Ausbaupotenzial - über 17 MW installierte Leistung und Biomasse über 10 MW mit einem mittelfristigen Ausbaupotenzial von maximal weiteren 10 MW.

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird für die Energiewende im Strombereich ein Mix aus vielen weiteren Instrumenten gebraucht. Dazu gehören vor allem Maßnahmen für mehr Energieeffizienz, die Flexibilisierung der Stromnachfrage, Fortschritte bei den Speichertechnologien und ein funktionierender Emissionshandel.

dld_Energiefahrplan_Erneuerbare

Zuständige Behörde und Kontakt

Henrike Jacob
Referat F/7: Grundsatzfragen der Energiepolitik

Franz-Josef-Röder-Straße 17
66119 Saarbrücken