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| Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz | Verkehr, ÖPNV

Mobilität auf Abruf  – Ministerin Berg will ÖPNV-Lücken im ländlichen Raum schließen – Studie zeigt Potenzial für „On Demand-Verkehre“ im Saarland 

Mobilität auf Abruf soll einer der Bausteine für einen zukunftsfähigen und vernetzten ÖPNV im Saarland werden.

"Ungeachtet der hohen Spritpreise fahren die Saarländerinnen und Saarländer immer noch am liebsten mit dem eigenen Auto. Das hat bei uns auch mit den ÖPNV-Lücken im ländlichen Raum zu tun. Trotz einer hohen Haltestellendichte und einem überwiegend guten ÖPNV-Angebot an diesen Haltestellen, erweist sich die Überwindung der so genannten letzten Meile zu oft als Hindernis, um vom Individualverkehr auf den ÖPNV umzusteigen. Um solche Versorgungslücken möglichst schließen zu können, brauchen wir digital basierte, nachfrageorientierte Bedienformen, besser bekannt als On Demand-Verkehre“, erklärt Mobilitätsministerin Petra Berg.

Damit On-Demand-Verkehre zielgerichtet Versorgungslücken im ÖPNV schließen können, hat das Mobilitätsministerium das Frankfurter Softwareunternehmen ioki GmbH beauftragt, für das Saarland eine Potenzialanalyse zu erstellen. Dabei identifizierten die Experten für digitale Mobilität rund 50 Potenzialgebiete, in denen die Attraktivität des ÖPNV durch einen ergänzenden Linienbedarfsverkehr, der die Menschen zum nächsten ÖPNV-Verknüpfungspunkt bringt, deutlich gesteigert werden kann. Die Studie wurde bereits den Verkehrsunternehmen und Aufgabenträgern im Saarland vorgestellt. Für alle Interessierten steht sie auf der Homepage des Ministeriums zur Verfügung: Saarland - on-demand 

„Wir sehen im Saarland insbesondere in Linienbedarfsverkehren ein großes Potenzial für die Verdichtung des ÖPNV-Angebotes zu Randzeiten und in schwach erschlossenen ländlichen Gebieten. Dadurch, dass der Zu- und Ausstieg auf flexiblen Routen an virtuellen Haltestellen möglich ist, können bisher durch den ÖPNV unterversorgte Gebiete erschlossen werden“, so Berg. „Durch Bündelung der Fahrtanfragen mithilfe einer Buchungssoftware kann zudem die Auslastung der Fahrzeuge optimiert werden.“

Die Ministerin sieht in der Einführung einer solchen neuen Verkehrsform eine große Chance. Petra Berg: „Mit der Potenzialstudie geben wir den Verantwortlichen für den ÖPNV in kommunaler Zuständigkeit jetzt Planungsgrundlagen an die Hand, mit denen sie entscheiden können, wo der ÖPNV in ihrem Zuständigkeitsbereich am meisten von On-Demand- Mobilität profitieren kann. Wir wollen mit dieser Vorarbeit einen Beitrag dazu leisten, dass in den beiden kommenden Jahren die ersten On Demand-Verkehre im Saarland auf die Straße gebracht werden.“

On-Demand soll im Saarland den bestehenden ÖPNV nicht ersetzen, sondern ergänzen. „Die bisherigen Akteure im Nahverkehr sollen es sein, die mit ihrer Expertise vor Ort die passenden Angebote auf die Beine stellen. Das Land unterstützt dabei planerisch und finanziell“, betont Berg.

Aufgrund der Erfahrungen aus anderen Verkehrsverbünden, in denen erste Pilotprojekte zu den On Demand-Verkehren bereits laufen, ist davon auszugehen, dass gerade in der Anlaufphase die neuen Verkehre relativ stark defizitär betrieben werden. Das Land wird deshalb einige Projekte im Rahmen des Richtlinienpaketes Nachhaltige Mobilität (NMOB) fördern. Die entsprechende Richtlinie NMOB On Demand wurde bereits diese Woche veröffentlicht.

Auf eine Förderung können sich alle Aufgabenträger im saarländischen ÖPNV bewerben. Insgesamt stehen 1,5 Mio. € an Haushaltsmitteln zur Verfügung. 

U.a. wird gefördert: 

  • Die Entwicklung und Erarbeitung von Konzepten zur Finanzierung und zum Betrieb von Linienbedarfsverkehren (75% der zuwendungsfähigen Ausgaben, max. 30.000 €)
  • Marketingmaßnahmen zur Etablierung von Linienbedarfsverkehren (75% der zuwendungsfähigen Ausgaben, max. 20.000 €).
  • Betriebskostendefizite in der praktischen Umsetzung von Linienbedarfsverkehren (max. 36 Monate, degressive Förderquote – 65% im ersten Jahr, 55% im zweiten Jahr, 45 % im dritten Jahr).

Die Gesamtzuwendung ist auf 500.000 € je Projekt begrenzt.

Voraussetzung für eine Zuwendung ist, dass die Verkehre zu einer Verdichtung oder Verbesserung des Verkehrsangebotes führen müssen, dass das Angebot für mobilitätseingeschränkte Personen verfügbar sein muss, dass vorher eine Abstimmung mit den Anbietern des bestehenden Mobilitätsangebotes vor Ort wie beispielsweise dem Taxigewerbe stattfindet, die dann ggf. auch die entsprechenden Fahrdienstleistungen erbringen können, und dass die Fahrer anständig bezahlt werden.

Wichtig ist auch, dass On Demand-Verkehre als Teil des ÖPNV in den saarVV-Tarif integriert sind.

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken