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Thema: Verbraucherschutz

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Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz | Gesundheitlicher Verbraucherschutz

Glossar und Quellen

Glossar

  • Allergen: Allergene sind Antigene, die eine allergische Reaktion im Organismus auslösen.
  • Allergene, versteckte: Allergene, die in Fertigprodukten vorhanden sind aber nicht deklariert werden müssen
  • Anamnese: Befragung eines Patienten nach seiner persönlichen Lebensgeschichte und Erhebung bisheriger Krankheitsdaten. Die Anamnese dürfte das wichtigste ärztliche oder psychologische Untersuchungsinstrument überhaupt darstellen. Eine gut geführte Anamnese kann viele andere mühsame Untersuchungsverfahren ersetzen.
  • Anaphylaxie: Die schwerste und lebensbedrohlich verlaufende allergische Reaktion vom Sofort-Typ-Reaktion wird als Anaphylaxie bezeichnet.
  • Antikörper: Antikörper sind Eiweißstoffe (Immunglobuline) im Blut, die die Abwehrfunktion gegen Fremdstoffe vermitteln. Zusammen mit den Immunzellen bilden sie das immunkompetente System. Chemisch lassen sich verschiedene Antikörper-Klassen unterscheiden (IgG, IgA, IgM, IgD und IgE). Antikörper der Klasse IgE sind die Träger der allergischen Sofort-Typ-Reaktion.
  • Atopie:Unter Atopie versteht man die genetische Disposition, allergische Erkrankungen zu entwickeln. Atopiker haben ein größeres Risiko sich gegen Umweltstoffe zu sensibilisieren.
  • Atopieprävention: Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung einer Allergieentstehung.
  • Atopierisiko: Risiko, das angibt, wie wahrscheinlich es ist, eine Allergie zu entwickeln.
  • Atopische Erkrankungen: Zu den Erkrankungen des atopischen Formenkreises zählen das Allergische Asthma bronchiale, die allergische Rhinokonjunktivitis und das atopische Ekzem.
  • Codex Alimentarius Kommission: Die Codex Alimentarius Kommission wurde im Jahre 1962 als gemeinsames Instrument der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gegründet. Sie hat zum obersten Ziel, durch die Erarbeitung von internationalen Lebensmittelstandards die Gesundheit der Verbraucher zu schützen und redliche Praktiken im internationalen Verkehr mit Lebensmitteln sicherzustellen. Heute hat die Codex Alimentarius Kommission 165 Mitgliedsländer.
  • DBPCFC: Double-blind-placebo-controlled-food-challenge = doppelblind-placebokontrollierte orale Nahrungsmittelprovokation-Methode zum sicheren Nachweis einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Mittels einer versteckten Gabe eines vermutlich allergieauslösenden Lebensmittels (Verum) und eines Placebos wird herausgefunden, ob der Patient wirklich auf das allergenhaltige Lebensmittel reagiert.
  • Ekzematöse Hautveränderungen: Hauterscheinung einhergehend mit Rötung meist Juckreiz, Bläschen, Schuppung eventuell Krustenbildung.
  • Epitop: Die Stelle eines Moleküls, die die Bindung mit einem spezifischen Antikörper eingeht. Unterschieden werden Sequenzepitope und Konformatiosepitope.
  • Hydrolysate: Hydrolysate sind Nahrungsmittel, bei denen durch einen speziellen lebensmitteltechnischen Prozess die allergieauslösenden Bestandteile (Eiweiße) verändert wurden, sodass sie ihre Fähigkeit, Allergien auszulösen, weitgehend verloren haben.
  • In-vitro-Diagnostik: Diagnostik im Labor – Labortestverfahren.
  • In-vivo-Diagnostik: Diagnostik am lebenden Organismus
  • Kreuzreaktion: Reaktion eines Antikörpers mit strukturell verwandten Epitopen unterschiedlicher Moleküle.
  • Maskierung: „Verstecken“ von Lebensmitteln in anderen verträglichen Lebensmitteln durch zum Beispiel  Anfärben, Zerkleinern, Kühlen.
  • Neonatalperiode: Neugeborenenzeit: Zeitspanne vom ersten Atemzug bis zum 28. Lebenstag.
  • Oligoallergene Basiskost: Kostform, bei der nur wenige verträgliche Lebensmittel gegeben werden, meist zwischen 10 und 15 verschiedene Lebensmittel. Die Zusammenstellung hängt ab von der Anamnese und Sensibilisierung des Patienten.
  • Prick-Test: Hauttest zum Nachweis einer allergischen Sofort-Typ-Reaktion. Unterschiedliche Allergenlösungen oder Lebensmittel werden auf die Haut aufgebracht und die Haut etwas eingeritzt. Nach 15-20 Minuten werden die Reaktionen abgelesen. Durch das Ausmaß einer Rötung und der Quaddelbildung im Vergleich zur Reaktion auf eine Kontrolllösung kann eine Sensibilisierung festgestellt werden.
  • Pseudoallergie - PAR: Unter Pseudo-Allergie (Pseudoallergische Reaktion - PAR) versteht man eine Unverträglichkeitsreaktion, die in der Symptomatik sehr der allergischen Reaktion ähnelt, ohne dass eine immunologische Reaktion (im Haut- oder Labortest) nachweisbar wäre.
  • RAST: Radio-Allergo-Sorbens-Test. Bei einem RAST werden dem Patienten einige ml Blut abgenommen. In diesem Blut wird in einem Labortest nach Antikörpern der Klasse IgE, welche gegen spezifische Allergene gerichtet sind, "gesucht." Lassen sich vermehrt Antikörper finden, ist der Patient gegen das entsprechende Lebensmittel sensibilisiert.
  • Sensibilisierung: Unter Sensibilisierung versteht man die Verstärkung der Empfindlichkeit eines Organs gegenüber einem Reiz nach wiederholtem Kontakt mit demselben. Der Körper reagiert zunächst nicht auf den Fremdstoff, erkennt ihn mit seinem Immunsystem und bildet schließlich Antikörper. In diesem Stadium ist der Körper „sensibilisiert“. Aus dem Zustand der Sensibilisierung entsteht unter geeigneten Bedingungen und bei Kontakt mit Allergenen dann die allergische Erkrankung.
  • Sofort-Typ-Reaktion: Als Sofort-Typ-Reaktion fasst man die allergischen Reaktionen zusammen, die innerhalb der ersten Stunde nach Allergenkontakt auftreten. Die meisten dieser Reaktionen werden vermittelt durch Antikörper der Klasse IgE. Die schwerste und lebensbedrohlich verlaufende Sofort-Typ-Reaktion ist die Anaphylaxie.

Quellen und weiterführende Literatur

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  • Chandra R., Hamed A.: Cumulative incidence of atopic disorders in high risk infants fed with whey hydrolysate, soy and conventional cow milk formulas. Ann. Allergy 67: 129-132 (1991)
  • Ehlers I., Binder C., Constien A., Jeß S., Plank-Habibi S., Schocker F., Schwandt C., Werning A. :Allergologie; Nahrungsmittelallergien aus der Sicht des Arbeitskreises Diätetik in der Allergologie. Allergologie. 23 (11):512-563 (2000)
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  • Leung D.Y.M.: Atopic dermatitis: new insights and opportunities for therapeutic intervention. J. Allergy Clin. Immunol. 105: 860-876 (2000)
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  • Przybilla B., Ring J.: Food allergy and atopic eczema. Seminar Dermatol 9: 220-225 (1990)
  • Reekers R., Busche M., Wittmann M, Kapp A, Werfel T,: Birch pollen-related foods trigger atopic dermatitis in patients with specific cutaneous T-cell responses to birch pollen antigens. J Allergx Clin. Immunol. 104: 466-472 (1999)
  • Sampson H., Caskill Mc C.: Food hypersensitivity and atopic dermatitis: evaluation of 113 patients. J. Pediatr 107: 669-675 (1985)
  • Sigurs N., Hattevig G., Kjellman B.: Maternal avoidance of eggs, cow’s milk, and fish during lactation: effect on allergy manifestations, skin-prick tests, and specific IgE antibodies in children at age 4 years. Pediatrics 89: 735-739 (1992)
  • Zeiger R., Heller S.: The development and prediction of atopy in high-risk children: follow-up at age seven years in a prospective randomized study of combined maternal and infant food allergen avoidance. J Allergy Clin Immunol. 95: 1179-1190 (1995)