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Thema: Landwirtschaft

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| Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz | Agrar- und Landentwicklung

Förderung der Diversifizierung

Hier wird in den ländlichen Raum investiert!

Die Förderung der Diversifizierung wird auch in der Förderperiode 2023-2027 fortgesetzt.

Logo des saarländischen ELER-Programms der Förderperiode 2023-2027: EU-Flagge (12 goldene Sterne auf blauem Grund), Saarlandlogo und der grüne Schriftzug "ELER" Logo des ELER im Saarland 2023-2027
Foto: Holger Neisius, MUKMAV

Die Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe hin zu nicht-landwirtschaftlichen Tätigkeiten kann als Teil der Intervention EL-0411 „Investitionen in die Schaffung und Entwicklung nicht-landwirtschaftlicher Tätigkeiten in landwirtschaftlichen Betrieben (Förderung der Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe (FID))“ im Rahmen des Saarländischen Entwicklungsplans für den ländlichen Raum 2023-2027 (SEPL 23-27) gefördert werden. Dafür ist im SEPL 23-27 ein Förderbudget in Höhe von 800.000 € eingeplant. Die Mittel dafür stammen zu 43 % aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und zu 57 % aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK).

Die gesamtwirtschaftlichen und sektoralen Rahmenbedingungen bedingen für die Landwirtschaft deren stetigen Strukturwandel. Die prognostizierte demographische Entwicklung im ländlichen Raum des Saarlandes führt in Verbindung mit der zunehmenden Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe zum Einen zu einer Konzentration der Landbewirtschaftung und zum Anderen zu einer sinkenden Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten. Nicht alle Inhaber landwirtschaftlicher Unternehmen werden auch in Zukunft ein ausreichendes Einkommen aus der landwirtschaftlichen Produktion erwirtschaften können. Eine Reihe von Betrieben ist daher zur Umorientierung hin zu neuen Geschäftsfeldern und zur Erschließung zusätzlicher bzw. alternativer Einkommensquellen gezwungen. Die Maßnahme unterstützt die Schaffung solcher zusätzlichen Einkommensquellen aus selbständiger Tätigkeit und trägt damit zur Erhaltung der Wirtschaftskraft des ländlichen Raumes bei. Nach wie vor ist die Einkommenssituation in der saarländischen Landwirtschaft - außer im Bereich der starken Milchviehbetriebe - durch unzureichende Nutzung vorhandener Entwicklungspotenziale gekennzeichnet. Es gilt, die bestehenden Betriebszweige zu überprüfen und die Betriebe an die Anforderungen und Gegebenheiten der Märkte anzupassen. Es ist davon auszugehen, dass der Einkommensdruck und die Rationalisierungszwänge in Zukunft zunehmen werden. Bei begrenzten Wachstumschancen in der Urproduktion, wie sie bei einem Großteil der saarländischen Betriebe gegeben sind, liegen die Chancen in einer Erschließung neuer landwirtschaftsnaher oder auch außerlandwirtschaftlicher Einkommensquellen. Dabei können ganz neue Arbeitsplätze entstehen, die insbesondere Jugendlichen und Frauen neue Beschäftigungsperspektiven eröffnen. Die Entwicklung und das Angebot sinnvoller Dienstleistungen, Tourismusaktivitäten sowie Freizeit- und Erholungsaktivitäten sind hier ebenfalls zu nennen. Die Maßnahme dient der gezielten Fördermöglichkeit landwirtschaftlicher Betriebe bei Investitionen in nicht-landwirtschaftlichen Aktivitäten. Die Diversifizierung schafft zusätzliche Möglichkeiten im Bereich der Direktvermarktung und Dienstleistung. Daraus ergibt sich eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe, da sie ihre Produkte zu höheren Preisen am regionalen Markt direkt absetzen können oder freie Kapazitäten an Gebäuden, Arbeitskraft und Maschinen zur Umsetzung einer Dienstleistung anbieten können.

Durch die Diversifizierungstätigkeiten in unterschiedlichen Bereichen soll ein außerlandwirtschaftliches, über die Primärproduktion hinausgehendes Zusatzeinkommen generiert und damit die wirtschaftliche Stabilität und Lebensfähigkeit der Betriebe durch mehrere Standbeine verbessert werden. Durch die Förderung im Bereich der Be- und Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftsnaher Produkte und Dienstleistungen wird das Ziel einer verstärkten Ausrichtung auf den Markt sowie Steigerung der Wertschöpfung des zu Grund liegenden landwirtschaftlichen Unternehmens und deren Haushalte verfolgt. Dies gilt gerade auch für den Verkauf durch einen Primärerzeuger an Endverbraucher, wenn er in gesonderten, für diesen Zweck vorgesehenen Räumen erfolgt. 

Im Saarland abgedeckte Diversifizierungsbereiche sind:

  • Pensionspferdehaltung,
  • Direktvermarktung selbst produzierter oder zugekaufter, ggf. weiterverarbeiteter Produkte (z.B. Hofladen),
  • Urlaub auf dem Bauernhof,
  • Gastronomieangebot (z.B. Straußwirtschaft, Hofcafe),
  • Erbringung von Dienstleistungen unterschiedlicher Arten und Förderung von Innovationen in Dienstleistungsbereichen.

EU-Flagge mit 12 goldenen Sternen auf blauem Grund, rechts daneben in blau der vorgeschriebene Schriftzug "Kofinanziert von der Europäischen Union" EU-Logo für EU-Kofinanzierungen ohne Ergänzungen
Foto: Holger Neisius, MUKMAV

Weitere Informationen:

Europäische Union - ELER - Ländliche Entwicklung

Landwirtschaftskammer des Saarlandes - Betriebswirtschaft

ELER im Saarland

Ansprechpartner im Ministerium:

Rolf Faßbender
Referat B/2:
Agrarpolitik, Landwirtschaftliche Erzeugung

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken