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Thema: Ernährung

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| Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz | Ernährung

Kleine Anstupser können viel bewirken

Seit zwei Jahren kooperieren IKK Südwest und Verbraucherministerium in der Seniorenernährung

Viel Obst und Gemüse essen, viel trinken – gerade für ältere Menschen ist eine ausgewogene und ausreichende Ernährung besonders wichtig. Damit lassen sich viele Krankheiten verhindern, die Seniorinnen und Senioren bleiben im Alter länger fit. Ein gemeinsames Projekt der IKK Südwest und des Verbraucherschutzministeriums befasst sich seit zwei Jahren mit der Frage, wie Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen motiviert werden können, nährstoffreich und ausgewogen zu essen.

Die von den Projektpartnern gewählte Methode ist das sogenannte „Nudging“, also das Anstupsen. Mit wenig Aufwand wird dabei das Umfeld der Menschen so gestaltet, dass sie, meist unbewusst, eine bessere Wahl treffen. Etwa, indem der Obstsalat weit vorne im besten Licht präsentiert wird und der Schokopudding weiter hinten steht. Oder indem das Personal den Bewohnern aktiv Gemüse statt Pommes zum Schnitzel anbietet. Auch Wettbewerbe können anspornen oder große, bunte Plakate in den Esssälen. Die auch für Ernährung zuständige Ministerin Petra Berg und der IKK Südwest Vorstand Prof. Dr. Jörg Loth haben sich am Montag gemeinsam im Egon-Reinert-Haus des Altenwohnstifts in Saarbrücken über die dort durch das Projekt erzielten Erfolge informiert. 

„Ich freue mich, dass wir als starker Ansprechpartner für Seniorengesundheit mit unseren Kooperationspartnern viel beitragen können zu mehr Lebensqualität im Alter. Wir wissen inzwischen, dass das Risiko einer Mangelernährung durch niederschwellige Anreize langfristig gesenkt werden kann. Die richtige Ernährung liefert gerade im Alter einen elementaren Beitrag zu Wohlbefinden und Gesundheit. Dies wollen wir, auf der Grundlage der sehr guten Ernährungskonzepte der saarländischen Einrichtungen, mit kleinen Anstößen weiter fördern. Das so genannte Nudging kennt keine Verbote. Es geht darum, die Umgebung so zu gestalten, dass die gute Wahl die einfache Wahl ist. Wir wollen beraten und unterstützen, aber niemals bevormunden“, betont Ministerin Berg.

Das Projekt ist saarlandweit einzigartig und hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheitssituation in den Pflege- und Seniorenheimen weiter zu verbessern. Denn Analysen der IKK Südwest zeigen, dass gerade Fehl- oder Mangelernährung im Alter oft zum medizinischen Problem wird, das oft nicht oder zu spät erkannt oder zu wenig Beachtung findet. Hier setzt das „Nudging“ an und soll vorbeugen: „Das Projekt verlief bisher äußerst erfolgreich und wurde von den teilnehmenden Einrichtungen und den Bewohnern sehr gut angenommen“, bilanziert Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest, und ergänzt: „Prävention und Gesundheitsförderung kennen kein Alter. Gerade bei pflegebedürftigen Personen haben Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität. Das entlastet im Alltag wiederum auch die Pflegekräfte und wirkt damit im doppelten Sinne. Als IKK Südwest ist es unser Anliegen, diesem Personenkreis ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Daher wollen wir das wertvolle Nudging-Projekt auch mit weiteren interessierten Einrichtungen ab dem kommenden Jahr ausbauen.“

Hintergrund:

Die Vernetzungsstelle Seniorenernährung im Saarland wurde im Mai 2019 im Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz eingerichtet – als erste Vernetzungsstelle Seniorenernährung in Deutschland. Die Vernetzungsstellen werden in den ersten fünf Jahren durch den Bund im Rahmen von „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ sowie die zuständigen Landesministerien gefördert. Ziel ist, die Verpflegungssituation in Senioren-Einrichtungen und das Angebot der Speisen von Anbietern von Essen auf Rädern zu verbessern und Mangelernährung zu bekämpfen.

Mehr Infos unter: Vernetzungsstelle Seniorenernährung

Medienansprechpartner

Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Sabine Schorr
Pressesprecherin

Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken