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Demenz

Demenzplan

(Die Demenzpläne finden Sie als Download am unteren Ende dieser Seite.)

Zweiter Demenzplan des Saarlandes 2021

„Demenz geht uns alle an!“

Mit der Veröffentlichung des „Zweiten Demenzplan des Saarlandes – Demenz geht uns alle an!“ wird zum zweiten Mal das Ergebnis eines Prozesses unter Einbeziehung möglichst vieler in diesem Bereich Tätigen – sozusagen eine „Arbeitsvereinbarung“ mit über 70 Partnern in der „Allianz für Demenz – Netzwerk Saar“ vorgestellt.

Unverzichtbare Daueraufgaben in der Demenzarbeit im Saarland sind und bleiben die Schulungen, die Verbreitung von Informationen in vielfältiger Form, die Stärkung der Lokalen Netzwerke in den Landkreisen sowie die Landesfachstelle Demenz Saarland.

Um für Demenz zu sensibilisieren, ist es wichtig auch „Botschafter“ bzw. „Gesichter“ für dieses Thema zu finden. Deshalb wurde Mitte 2019 Frau Dr. Fehrenbach für die ehrenamtliche Tätigkeit als „Landesärztin für an einer Demenz erkrankte Menschen“ berufen.

Vor dem Hintergrund der Corona bedingten Einschränkungen gilt es, den Mut zu haben, dass was möglich ist, mit dem gebotenen Abstand durchzuführen, damit der Kontakt zueinander nicht verloren geht.
Deshalb war es wichtig, auch im März 2021 gemeinsam mit 50 saarländischen Gemeinden und Landkreisen wieder Vergiss-Mein-Nicht Pflanzaktionen durchzuführen.

Die breite Beteiligung der unterschiedlichen Akteure hat neben der Weiterführung der Daueraufgaben vier besondere Schwerpunkte für den Zweiten Demenzplan des Saarlandes ergeben:

Erstens. Demenz und Schmerz: Mit zunehmendem Alter steigt sowohl das Risiko an einer Demenz zu erkranken als auch Schmerzen zu erleiden. Wenn Menschen an einer fortgeschrittenen Demenz leiden und sich verbal nicht mehr mitteilen können, ist es sehr schwierig ihre Schmerzen richtig einzuschätzen. Besonders in der letzten Lebensphase von Menschen mit Demenz ist es von enormer Bedeutung, deren Welt zu verstehen und ihre Gestik, Mimik und Äußerungen deuten zu können. Mit einer abgestimmten, vernetzten palliativen Versorgung können Schmerzen erkannt und Symptome gelindert werden. Daher sollen zukünftig palliative Aspekte stärker berücksichtigt werden.

Zweitens Demenz und geistige Behinderung: Studien zeigen, dass der Anteil von Menschen mit einer geistigen Behinderung, die an einer Demenz leiden, deutlich höher als in der Durchschnittsbevölkerung ist. Verglichen mit der Durchschnittsbevölkerung bedeutet dies, dass eine Demenzerkrankung deutlich früher auftritt und gleichzeitig hierfür ein drei- bis vierfach höheres Risiko besteht, an einer Demenz zu erkranken. Für das Umfeld von Menschen mit einer geistigen Behinderung und einer Demenz ist spezifische Information, Beratung, Unterstützung unverzichtbar. Hierbei kommt der Vernetzung der Mitarbeitenden im Bereich der Pflege und Behindertenhilfe eine besondere Rolle zu, wie ein erstes Projekt der Landesfachstelle Demenz Saarland mit der Lebenshilfe Landesverband Saarland zeigt. Fremdanamnese und Verlaufsbeobachtung sowie Schulungen für die Mitarbeitenden zum Demenz-Partner sind sinnvoll.

Drittens Demenz und Kommune: Demenz ist in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen. Die Kommunen als Orte der Daseinsvorsorge werden aufgrund der steigenden Zahl von Menschen mit Demenz und deren individuellen Bedürfnissen noch stärker gefordert werden. Teilhabe, Versorgung und Betreuung vor Ort benötigen eine erfolgreiche Netzwerkarbeit. Mit der „Allianz für Demenz - Netzwerk Saar“ auf Landesebene und den regionalen Demenznetzwerke bzw. Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz sind wichtige Grundlagen gelegt, die es stetig zu unterstützen und weiterzuentwickeln gilt.


Viertens Therapie mit und ohne Medikamenten: Eine leitliniengerechte Differenzialdiagnostik ist der Grundbaustein in der Versorgung von Menschen mit Demenz, einerseits um andere heilbare Erkrankungen als Ursache auszuschließen und andererseits, entsprechend der Diagnose, eine Behandlung beginnen zu können. Mithilfe einer abgestimmten medikamentösen Therapie bspw. mit Antidementiva können Krankheitsverläufe positiv beeinflusst werden. Unterstützt werden sollte dies durch nichtmedikamentöse/psychosoziale Therapieansätze. Therapieziele, sowohl der medikamentösen als auch der nichtmedikamentösen Versorgung, oder eine Kombination der Therapiemöglichkeiten sollen darauf hinwirken, einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Häuslichkeit und den Erhalt der Lebensqualität aller Beteiligten zu ermöglichen.

Erster Demenzplan des Saarlandes 2015

„Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“

Bundesweit vorbildlich – Sozialministerin Bachmann präsentiert den ersten Saarländischen Demenzplan mit 29 konkreten Maßnahmen: „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“

Im Jahr 2014 gab es in der Altersgruppe der Menschen ab 65 Jahre 20.964 Demenzkranke im Saarland. Das bedeutet: 9,3 Prozent der über 65-jährigen Saarländerinnen und Saarländer leiden an einer Demenzerkrankung.
Sozialministerin Monika Bachmann hat heute gemeinsam mit dem iso-Institut, der Landesfachstelle Demenz und weiteren regionalen Akteuren den ersten Saarländischen Demenzplan der Öffentlichkeit vorgestellt.
„Unser saarländischer Demenzplan soll dazu beitragen, die Betroffenen so lange wie möglich am normalen Leben teilhaben zu lassen, die pflegenden Angehörigen zu entlasten, aber auch die breite Öffentlichkeit zu sensibilisieren und neue Fortbildungs- und Informationsangebote für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln und umzusetzen“, so Ministerin Bachmann. „Ebenso kommt der weiteren Vernetzung der vorhandenen Versorgungsangebote im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich eine besondere Bedeutung zu.“

Ziel war es, in der überschaubaren Struktur des Saarlandes vorhandene Angebote zu bündeln sowie konkrete, leistbare Handlungsschritte zu entwickeln, um sie dann auch zukünftig in einem angemessenen Zeitrahmen nachhaltig umzusetzen. Dazu wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, der Landesfachstelle Demenz und dem iso-Institut innerhalb von zwölf Monaten ein Verfahren zur Maßnahmenentwicklung mit einer breiten Beteiligung durchgeführt. In diesem partizipativen Prozess mit u.a. fünf Workshops und einer Online-Expertenbefragung wurden 29 ganz konkrete Maßnahmen in vier verschiedenen Handlungsfeldern vereinbart.

Gleichzeitig wurden erstmalig wissenschaftlich belastbare Kennzahlen über die Zahl der Menschen mit Demenz im Saarland erhoben. Im Jahr 2014 gab es in der Altersgruppe der Menschen ab 65 Jahre 20.964 Demenzkranke im Saarland. Das bedeutet: 9,3 Prozent der über 65-jährigen Saarländerinnen und Saarländer leiden an einer Demenzerkrankung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung – also der wachsenden Zahl älterer Menschen – nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Die meisten Demenzkranken leben im Regionalverband Saarbrücken, gefolgt vom Landkreis Saarlouis und dem Saarpfalz-Kreis.

Mit der Erstellung eines landesweiten Demenzplanes nimmt das Saarland neben Bayern und Schleswig-Holstein bundesweit eine Vorreiterrolle ein und kann damit auch als Beispiel für andere Regionen dienen. Der Demenzplan kann am unteren Ende der Seite heruntergeladen und eingesehen werden.

Hintergrund:
Das Saarland verfügt schon heute mit der Landesfachstelle Demenz, der Allianz für Demenz-Netzwerk Saar  und den landesweiten Lokalen Allianzen über eine sehr gute Netzwerkstruktur, die ergänzt wird durch die Modellprojekte Dem-i-K, Dem-i-K Plus, das Modellprojekt zur demografiegerechten Versorgung im Landkreis St. Wendel und nicht zuletzt durch die landesweite Kohortenstudie ESTHER mit einem Schwerpunktthema „Demenz“.

Jahrestreffen der Allianz für Demenz

Fünftes Jahrestreffen der „Allianz Demenz – Netzwerk Saarland“ 2018

Am 13.12.2018 gab Ministerin Monika Bachmann den Startschuss für die Erarbeitung des Demenzplanes 2.0. Im Saarrondo Saarbrücken trafen sich über 100 Akteure zum fünften Jahrestreffen der „Allianz Demenz – Netzwerk Saarland“. In der Allianz haben sich knapp 70 Partner zusammengefunden, die sich eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung gegeben haben und für ein demenzfreundliches Saarland zusammenarbeiten. Vor Beginn der Veranstaltung wurde ein Gruppenbild aller anwesenden Allianzpartner mit Ministerin Bachmann gemacht und ihre Arbeit der vergangenen Jahre mit einer Urkunde gewürdigt.

In der anschließenden Begrüßung betonte Ministerin Bachmann: „Im Saarland wird niemand vergessen – weder erkrankte Männer und Frauen, noch deren Angehörige! Aus diesem Grund wird die Arbeit des Netzwerkes auch im kommenden Jahr weiter ausgebaut, um insbesondere die breite Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.“

Anschließend ging Frau Stabel-Franz, stellvertretende Abteilungsleiterin und Leiterin des Referates D2 im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie auf den zurückliegenden Demenzplan ein und gab einen groben Ausblick für den Demenzplan 2.0. Die Erarbeitung des ersten Saarländischen Demenzplanes hatte 29 Maßnahmen festgeschrieben, die alle bearbeitet wurden. Bei manchen Aufgaben wie beispielsweise der Öffentlichkeitsarbeit stellte sich heraus, dass es sich um eine Daueraufgabe handelt. Andere Maßnahmen wie zum Beispiel die Durchführung einer „Ringvorlesung Demenz“ konnten als abgeschlossen deklariert werden. Gleichzeitig kamen im Laufe der Zeit andere Aufgaben hinzu, die bei der Erarbeitung des Demenzplanes 2015 nicht absehbar waren.

Man sieht das Logo der Allianz für Demenz im Saarland; es zeigt drei Vergiss-mein-nicht-Blumen in einem Kreis Logo Allianz für Demenz Saarland
Foto: Presse / MSGFF

Zur Fortführung des Ersten Demenzplanes wurde eine Befragung bei 685 saarländischen Akteuren im Themenfeld Demenz durchgeführt. Dabei stand die Ermittlung der bestehenden Angebote in Bereichen der Schulung, Beratung und Beschäftigung für Betroffene und deren Angehörige sowie der im Jahr 2018 durchgeführten Aktionen im Mittelpunkt. Zusätzlich wurden Anregungen für die Zukunft abgefragt. Insgesamt kamen 104 Fragebögen (ca. 15 %) ausgefüllt zurück an das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Damit antwortete fast jeder sechste Befragte. Aktionen wie Infostände/Infoveranstaltungen, Vorträge oder Erstellung von Broschüren wurden in der Vergangenheit durchgeführt. Dennoch bleibt nach wie vor viel zu tun: Fast 70 % der Antwortbögen enthalten Anregungen für die Weiterentwicklung zum Demenzplan 2.0 im Jahr 2019.

Für die Erarbeitung des Demenzplanes 2.0 ist eine landesweite Sensibilisierungskampagne mit verschiedenen Themenkomplexen geplant. Insgesamt sind vier Workshops vorgesehen, diese werden in der ersten Jahreshälfte 2019 stattfinden.  Neben der Vertiefung bereits bestehender Themen des ersten Demenzplanes werden auch die Themen „Demenz bei geistiger Behinderung“ sowie „Demenz und Schmerz“ als neue Schwerpunkte eine Rolle zur Erarbeitung des Demenzplanes 2.0 spielen.

Des Weiteren ist eine Fachtagung Gewalt im Rahmen der Frühjahrstagung des Demenzvereins Saarlouis sowie eine Ringvorlesung an der HTW und Universität des Saarlandes in Planung.

Der 22. Internationale Demenzkongress in Saarlouis fand am 24./25.09.2019 mit einer öffentlichen Festveranstaltung zur Würdigung der in der Demenzarbeit Tätigen statt.

Landesärztin für an einer Demenz erkrankte Menschen

Im Auftrag des Landtages wurde im Juni 2019 eine Landesärztin für an Demenz erkrankte Menschen ernannt. Die Aufgabe übernimmt Frau Dr. Fehrenbach, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Geriatrie, Suchtmedizin. sie ist Chefärztin der Gerontopsychiatrischen Klinik der SHG-Kliniken Sonnenberg Saarbrücken. Frau Dr. Fehrenbach ist ehrenamtliche Kuratorin im Kuratorium Deutsche Altershilfe KDA, Vorsitzende der Deutschen Alzheimergesellschaft Landesverband Saarland e.V. und der Alzheimer-Hilfe Saarbrücken e.V., leitet eine Angehörigengruppe und ist Vorstandmitglied und Lehrbeauftragte der Deutschen Akademie der Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie. In der Vergangenheit hat Frau Dr. Fehrenbach an vielen Veranstaltungen und in der Allianz für Demenz – Netzwerk Saar mitgewirkt. 

Erste Zwischenbilanz Demenzplan

Erste Zwischenbilanz Demenzplan

„Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“ - Sozialministerin Bachmann präsentiert Zwischenbilanz zum Ersten Demenzplan des Saarlandes – Demenz braucht uns!

Der 2015 im Saarland begonnene Weg „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“ hat in einem beteiligungsorientierten Prozess zu 29 ganz konkreten Maßnahmen geführt, die in den nächsten Jahren weiter umgesetzt werden sollen. „Ziel ist es, die Würde der an Demenz erkrankten Menschen und ihre Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen. Ihnen soll soweit und solange wie möglich soziale Teilhabe ermöglicht werden“, so Sozialministerin Monika Bachmann.

Die zahlreichen im Demenzbereich ehren- und hauptamtlich Tätigen stellten am 8. Dezember 2016 - also im ersten Jahr der Umsetzung - eine Zwischenbilanz vor. Kurze Schulungskonzepte für die „Erste Hilfe Kurse Demenz“ für einzelne bestimmte Berufsgruppen wurden erarbeitet. Bei den Pflegestützpunkten, Banken, Kranken- und Pflegekassen sowie der Polizei wurden und werden sie von unterschiedlichen Partnern durchgeführt. Demenzsensible Gottesdienste, Fortbildungen für Museumsmitarbeitende oder eine achtteilige Ringvorlesung rund um das „Thema Demenz“ an der HTW haben ebenfalls begonnen.

Zahlreiche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wurden bereits mit bzw. von unterschiedlichen Partnern, z.B. in Schengen oder bei den Lokalen Allianzen für Demenz im Saarland, durchgeführt. Der Einsatz eines Faxes von Ärzten an die Pflegestützpunkte konnte mit der Saarländischen Krankenhausgesellschaft und der Ärztekammer auf Schiene gesetzt werden, damit Betroffene schneller Beratungsangebote erhalten können. Neu hinzugekommen ist das Thema „Geistige Behinderung und Demenz“.

Insgesamt konnten in den ersten zwölf Monaten die Umsetzung von 25 der 29 Maßnahmen auf den Weg gebracht werden.

Angehörigenbefragung
Das iso-Institut, Frau Kirchen-Peters, stellte die Ergebnisse einer Angehörigenbefragung zum Thema „Demenz“ vor. Die befragten Angehörigen waren durchschnittlich 61 Jahre. Die Menschen mit Demenz sind im Schnitt 81 Jahre alt. Über die Hälfte der Angehörigen ist nicht berufstätig. Bei den pflegenden Angehörigen handelt es sich zu 48 Prozent um Tochter oder Sohn sowie zu 34 Prozent um Ehegatten. 54 Prozent der Demenzkranken wohnen im Ehepaarhaushalt, 24 Prozent alleine, 20 Prozent bei anderen Verwandten.

Angehörige bestätigen den hohen Bedarf für die entwickelten Maßnahmen des Demenzplanes. Sie bewerten sie größtenteils als wichtig bis sehr wichtig. Angehörige setzen ihre Prioritäten insbesondere auch auf die Stärkung der Kompetenz professionell Tätiger. Informations-, Beratungs- und Präventionsangebote sind für sie von hoher Bedeutung. Beim Ausbau von Unterstützung legen Angehörige ihren Fokus auf die Tages- und die Kurzzeitpflege sowie auf die stundenweise Betreuung zu Hause.

Die Ergebnisse der Angehörigenbefragung und den Zwischenbericht finden Sie in der rechten Spalte dieser Seite.

Sechs neue Mitglieder der „Allianz für Demenz – Netzwerk Saar“
Auf der gleichen Veranstaltung traten sechs neue Mitglieder der „Allianz für Demenz – Netzwerk Saar“ bei. Dies zeigt auch: Der mit dem Demenzplan gestartete Beteiligungsprozess trägt zu einer weiteren gesellschaftlichen Mobilisierung und Sensibilisierung bei: Am 8. Dezember 2016 traten sechs neue Mitglieder der „Allianz für Demenz-Netzwerk Saar“ bei. Dies sind: Saarländischer Museumsverband, Landesvereinigung Selbsthilfe e.V., Landesvereinigung für Lebenshilfe, Zahnärztekammer Saarland, Landesverband Saarland des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V., Lokale Allianz Hoof e.V..

Hintergrund:
Ziel des Ersten Demenzplanes des Saarlandes ist es, in der überschaubaren Struktur des Landes vorhandene Dinge zu bündeln sowie konkrete, leistbare Handlungsschritte zu entwickeln, um sie dann in einem angemessenen Zeitrahmen nachhaltig umzusetzen. Dazu wurde 2015 mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, der Landesfachstelle Demenz und dem iso-Institut innerhalb von zwölf Monaten ein Verfahren zur Maßnahmenentwicklung unter einer breiten Beteiligung durchgeführt. In diesem partizipativen Prozess mit u.a. fünf Workshops und einer Online-Expertenbefragung wurden 29 ganz konkrete Maßnahmen in vier verschiedenen Handlungsfeldern vereinbart. 2016 ist das erste Jahr der Umsetzung der Maßnahmen.
 
2016 wurde mit der Umsetzung in 25 von 29 Maßnahmen begonnen. 2017 dient der weiteren Umsetzung und Weiterentwicklung, sowie ihrer Bewertung in quantitativer und qualitativer Hinsicht. In einem Fortschrittsbericht bis Ende 2017 sollen noch fehlende Handlungsbedarfe festgestellt werden. Ab 2018 wird dann der 2. Demenzplan erarbeitet und schrittweise umgesetzt werden.
 
9,3 Prozent der über 65-jährigen Saarländerinnen und Saarländer leiden an einer Demenzerkrankung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung – also der wachsenden Zahl älterer Menschen – nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Die meisten Demenzkranken leben im Regionalverband Saarbrücken, gefolgt vom Landkreis Saarlouis und dem Saarpfalz-Kreis.

Ratgeber für die Polizei

Fast jeden Tag erleben die Polizeibeamtinnen und -beamten, dass wir alle immer häufiger in Kontakt mit an Demenz erkrankten Menschen und ihren pflegenden Bezugspersonen im Bekanntenkreis kommen. Das heißt: Demenz ist Teil unseres Lebens, der Umgang damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gleichzeitig gilt es – trotz vielfältiger Aktivitäten – leider immer noch das Thema aus der „Tabuzone" zu holen. Ein Umdenken unserer Gesellschaft in Richtung eines an Teilhabe orientierten Leitbildes von Begleitung, Versorgung und Pflege gilt es bei uns im Saarland weiter zu gestalten.

Die Polizeibeamtinnen und -beamten sind bei ihren Einsätzen mit ihrer umfassenden Aufgabenstellung mit der Krankheit in besonderem Maße konfrontiert. Daher hat das Sozialministerium im letzten Jahr in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz im Saarland als eine Maßnahme des Ersten Demenzplanes für das Saarland mit Sensibilisierungsschulungen der Polizei im Streifendienst begonnen. Aus diesem Kreis kam die Anregung, ergänzend zu den Schulungen Informationen und praktische Kommunikationshilfen an die Hand zu geben, um mit an Demenz erkrankten Menschen und ihren Angehörigen noch besser umgehen zu können. Woran können Sie beispielsweise erkennen, dass Sie einem an Demenz erkrankten Menschen gegenüberstehen und wie gehen Sie verständnisvoll und einfühlsam mit ihm um?

Dieser Ratgeber soll die Polizei in ihrem anspruchsvollen beruflichen Alltag unterstützen. Danke an die Polizei für Ihren Einsatz in diesem wichtigen Themenfeld, das für uns alle auch in Zukunft eine große Herausforderung darstellt.