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Demenz

Demenzplan

„Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“

Bundesweit vorbildlich – Sozialministerin Bachmann präsentiert den ersten Saarländischen Demenzplan mit 29 konkreten Maßnahmen: „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“

Im Jahr 2014 gab es in der Altersgruppe der Menschen ab 65 Jahre 20.964 Demenzkranke im Saarland. Das bedeutet: 9,3 Prozent der über 65-jährigen Saarländerinnen und Saarländer leiden an einer Demenzerkrankung.
Sozialministerin Monika Bachmann hat heute gemeinsam mit dem iso-Institut, der Landesfachstelle Demenz und weiteren regionalen Akteuren den ersten Saarländischen Demenzplan der Öffentlichkeit vorgestellt.
„Unser saarländischer Demenzplan soll dazu beitragen, die Betroffenen so lange wie möglich am normalen Leben teilhaben zu lassen, die pflegenden Angehörigen zu entlasten, aber auch die breite Öffentlichkeit zu sensibilisieren und neue Fortbildungs- und Informationsangebote für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln und umzusetzen“, so Ministerin Bachmann. „Ebenso kommt der weiteren Vernetzung der vorhandenen Versorgungsangebote im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich eine besondere Bedeutung zu.“

Ziel war es, in der überschaubaren Struktur des Saarlandes vorhandene Angebote zu bündeln sowie konkrete, leistbare Handlungsschritte zu entwickeln, um sie dann auch zukünftig in einem angemessenen Zeitrahmen nachhaltig umzusetzen. Dazu wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, der Landesfachstelle Demenz und dem iso-Institut innerhalb von zwölf Monaten ein Verfahren zur Maßnahmenentwicklung mit einer breiten Beteiligung durchgeführt. In diesem partizipativen Prozess mit u.a. fünf Workshops und einer Online-Expertenbefragung wurden 29 ganz konkrete Maßnahmen in vier verschiedenen Handlungsfeldern vereinbart.

Gleichzeitig wurden erstmalig wissenschaftlich belastbare Kennzahlen über die Zahl der Menschen mit Demenz im Saarland erhoben. Im Jahr 2014 gab es in der Altersgruppe der Menschen ab 65 Jahre 20.964 Demenzkranke im Saarland. Das bedeutet: 9,3 Prozent der über 65-jährigen Saarländerinnen und Saarländer leiden an einer Demenzerkrankung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung – also der wachsenden Zahl älterer Menschen – nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Die meisten Demenzkranken leben im Regionalverband Saarbrücken, gefolgt vom Landkreis Saarlouis und dem Saarpfalz-Kreis.

Mit der Erstellung eines landesweiten Demenzplanes nimmt das Saarland neben Bayern und Schleswig-Holstein bundesweit eine Vorreiterrolle ein und kann damit auch als Beispiel für andere Regionen dienen. Der Demenzplan kann am unteren Ende der Seite heruntergeladen und eingesehen werden.

Hintergrund:
Das Saarland verfügt schon heute mit der Landesfachstelle Demenz, der Allianz für Demenz-Netzwerk Saar  und den landesweiten Lokalen Allianzen über eine sehr gute Netzwerkstruktur, die ergänzt wird durch die Modellprojekte Dem-i-K, Dem-i-K Plus, das Modellprojekt zur demografiegerechten Versorgung im Landkreis St. Wendel und nicht zuletzt durch die landesweite Kohortenstudie ESTHER mit einem Schwerpunktthema „Demenz“.

Jahrestreffen der Allianz für Demenz

Fünftes Jahrestreffen der „Allianz Demenz – Netzwerk Saarland“ 2018

Am 13.12.2018 gab Ministerin Monika Bachmann den Startschuss für die Erarbeitung des Demenzplanes 2.0. Im Saarrondo Saarbrücken trafen sich über 100 Akteure zum fünften Jahrestreffen der „Allianz Demenz – Netzwerk Saarland“. In der Allianz haben sich knapp 70 Partner zusammengefunden, die sich eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung gegeben haben und für ein demenzfreundliches Saarland zusammenarbeiten. Vor Beginn der Veranstaltung wurde ein Gruppenbild aller anwesenden Allianzpartner mit Ministerin Bachmann gemacht und ihre Arbeit der vergangenen Jahre mit einer Urkunde gewürdigt.

In der anschließenden Begrüßung betonte Ministerin Bachmann: „Im Saarland wird niemand vergessen – weder erkrankte Männer und Frauen, noch deren Angehörige! Aus diesem Grund wird die Arbeit des Netzwerkes auch im kommenden Jahr weiter ausgebaut, um insbesondere die breite Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.“

Anschließend ging Frau Stabel-Franz, stellvertretende Abteilungsleiterin und Leiterin des Referates D2 im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie auf den zurückliegenden Demenzplan ein und gab einen groben Ausblick für den Demenzplan 2.0. Die Erarbeitung des ersten Saarländischen Demenzplanes hatte 29 Maßnahmen festgeschrieben, die alle bearbeitet wurden. Bei manchen Aufgaben wie beispielsweise der Öffentlichkeitsarbeit stellte sich heraus, dass es sich um eine Daueraufgabe handelt. Andere Maßnahmen wie zum Beispiel die Durchführung einer „Ringvorlesung Demenz“ konnten als abgeschlossen deklariert werden. Gleichzeitig kamen im Laufe der Zeit andere Aufgaben hinzu, die bei der Erarbeitung des Demenzplanes 2015 nicht absehbar waren.

Man sieht das Logo der Allianz für Demenz im Saarland; es zeigt drei Vergiss-mein-nicht-Blumen in einem Kreis Logo Allianz für Demenz Saarland
Foto: Presse / MSGFF

Zur Fortführung des Ersten Demenzplanes wurde eine Befragung bei 685 saarländischen Akteuren im Themenfeld Demenz durchgeführt. Dabei stand die Ermittlung der bestehenden Angebote in Bereichen der Schulung, Beratung und Beschäftigung für Betroffene und deren Angehörige sowie der im Jahr 2018 durchgeführten Aktionen im Mittelpunkt. Zusätzlich wurden Anregungen für die Zukunft abgefragt. Insgesamt kamen 104 Fragebögen (ca. 15 %) ausgefüllt zurück an das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Damit antwortete fast jeder sechste Befragte. Aktionen wie Infostände/Infoveranstaltungen, Vorträge oder Erstellung von Broschüren wurden in der Vergangenheit durchgeführt. Dennoch bleibt nach wie vor viel zu tun: Fast 70 % der Antwortbögen enthalten Anregungen für die Weiterentwicklung zum Demenzplan 2.0 im Jahr 2019.

Für die Erarbeitung des Demenzplanes 2.0 ist eine landesweite Sensibilisierungskampagne mit verschiedenen Themenkomplexen geplant. Insgesamt sind vier Workshops vorgesehen, diese werden in der ersten Jahreshälfte 2019 stattfinden.  Neben der Vertiefung bereits bestehender Themen des ersten Demenzplanes werden auch die Themen „Demenz bei geistiger Behinderung“ sowie „Demenz und Schmerz“ als neue Schwerpunkte eine Rolle zur Erarbeitung des Demenzplanes 2.0 spielen.

Des Weiteren ist eine Fachtagung Gewalt im Rahmen der Frühjahrstagung des Demenzvereins Saarlouis sowie eine Ringvorlesung an der HTW und Universität des Saarlandes in Planung.

Der 22. Internationale Demenzkongress in Saarlouis fand am 24./25.09.2019 mit einer öffentlichen Festveranstaltung zur Würdigung der in der Demenzarbeit Tätigen statt.

Angebote und Unterstützung

Liebe Saarländerinnen und Saarländer, mittlerweile ist Demenz Teil unseres Lebens – denn beinahe jeder von uns hat oder hatte mit Betroffenen, als pflegerische Bezugsperson, im Bekanntenkreis oder Beruf Kontakt zu dieser Krankheit. 

In Zahlen ausgedrückt: Im Saarland leidet jeder bzw. jede zehnte über 65-jährige an einer Demenz. Das sind über 21.000 Erkrankte, von denen die allermeisten, zu 75 Prozent von ihren Angehörigen betreut und gepflegt werden. Unterstützung erfahren sie z.T. auch durch ehrenamtlich oder hauptamtlich Tätige.
In unserer älter werdenden Gesellschaft ist leider davon auszugehen, dass die Zahl der Erkrankten weiter zunehmen wird. Deshalb hat mein Haus 2016 in Zusammenarbeit mit der Landesfachstelle Demenz und allen Interessierten unter wissenschaftlicher Begleitung des iso-Instituts in mehreren Workshops in einem beteiligungsorientierten Prozess 29 ganz konkrete Maßnahmen erarbeitet, um den Titel des Planes „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“ mit Leben zu füllen.

Landefachstelle Demenz ausgebaut
Die Verbesserung der Lebenssituation der an Demenz erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen im Saarland ist für die Landesregierung eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft. Deshalb haben wir seit November 2012 gemeinsam mit den Pflegekassen zur besonderen Unterstützung von demenziell erkrankten Menschen und ihren Angehörigen das Modellprojekt „Landesfachstelle Demenz“, in Trägerschaft des Demenz-Vereins Saarlouis, gefördert. Zu Beginn stand die Beratung. Es stellte sich aber ein breiterer Bedarf heraus. Mittlerweile arbeitet die Landesfachstelle erfolgreich in vielfältigen Aktionsfeldern: Netzwerkarbeit, Qualifizierung und Beratung von Profis, Information und Öffentlichkeitsarbeit.
Nach Auslaufen der Modellförderung hat der Landtag des Saarlandes für 2018 mehr Mittel bewilligt, so dass nun zwei Personen für Schulungen, Vernetzung, institutionelle Beratung, Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stehen. Dies ermöglicht auch eine noch intensivere Zusammenarbeit mit dem in meinem Haus zu ständigen Referat D2.

Informationen für Alle – auch in leichter Sprache und Fremdsprachen
Die Umsetzung unseres saarländischen Demenzplans soll dazu beitragen, an Demenz erkrankte Menschen solange wie möglich am normalen Leben teilhaben zu lassen. Auch in diesem Zusammenhang wird häufig die Frage gestellt: „Was ist eigentlich eine Demenz?“. Um Gelegenheit zu geben, sich in Ruhe zu informieren, haben Experten der Lenkungsgruppe der „Allianz für Demenz – Netzwerk Saar“ einen Demenzratgeber Saarland entwickelt. Er gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen und dient als Einstieg in das Thema. In Kürze wird dieses Angebot durch eine Fassung in leichter, verständlicher Sprache durch die Landesfachstelle ergänzt. Ebenso stehen wieder die Ratgeber in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung. Damit stehen wichtige Bausteine zur Verfügung, um Information für jeden anzubieten.
Ende vergangenen Jahres hatte ich alle 70 Partner der „Allianz für Demenz – Netzwerk Saar“ gebeten, den Überblick über ihre Demenzprojekte zu aktualisieren. Das Ergebnis finden Sie elektronisch sowohl auf der Internetseite meines Hauses als auch bei der Landesfachstelle Demenz. Dort können Sie alle Angebote - auch nach Postleitzahlen sortiert - abrufen. Dies ist ein Service, der es verdient hat noch bekannter zu werden und somit wichtige Orientierung zu bieten.

Information ist aber auch besonders bedeutsam für hauptberuflich Tätige, die mit dementen Menschen in Berührung kommen. Deshalb freut es mich ganz besonders, dass die Ärztekammer des Saarlandes im Februar 2018 ein klinisches Wochenende mit rund 70 Teilnehmern durchgeführt hat.

Ab März 2018 werden sich auch die Qualitätszirkel der Hausärzte verstärkt mit diesem Thema beschäftigen. Auch hierfür mein besonderer Dank!

(Basis)Schulungen für mehr Wissen
Die Enttabuisierung des Themas Demenz und die Sensibilisierung der Gesellschaft sind wichtige Bausteine des Demenzplans und Daueraufgaben. Soziale Teilhabe muss solange wie möglich auch für Menschen mit Demenz möglich sein: Sie gehen einkaufen, zur Bank, werden vorstellig bei Behörden oder werden sogar in einem verwirrten Zustand aufgegriffen. Wichtig sind die Berufsgruppen, die dann mit ihnen in Berührung kommen, das Wissen zu vermitteln, um erkennen zu können, wie mit einem Menschen mit Demenz umgegangen werden sollte.
Im Rahmen des Ersten Saarländischen Demenzplans wurden und werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedenster Berufsgruppen, wie Beschäftigte von Banken, Krankenhaussozialdiensten, Versicherungen und Verwaltungen geschult. Waren es 2016 elf Schulungen mit 170 Personen, so nahmen 2017 bereits 325 Personen in zwölf Schulungen teil. Im vergangenen Jahr kamen darüber hinaus rund 500 Polizisten im Streifendienst hinzu. Ihrem Wunsch entsprechend erhielten sie zudem einen auf sie zugeschnittenen Ratgeber.

Auch die Beschäftigten meines Hauses und des Landsamtes für Soziales vermehrten ihr Wissen durch eine Schulung. Eingebettet sind diese 90-minütigen Basisschulungen in die bundesweite Kampagne „Demenz Partner“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Wer hier mitmacht, erhält eine Urkunde sowie ein Vergissmeinnicht als Abzeichen. Wenn Sie mein Büro im Ministerium betreten, so werden sie feststellen, dass meine Urkunde als Demenz Partner hier steht. Gerne nehme ich die Gelegenheit wahr, sie zu ermuntern 90 Minuten in eine Demenz Partnerschulung zu investieren. Anmelden können Sie sich bei Herrn Sauder und Frau Martin von der Landesfachstelle Demenz.

Die Befragung der pflegenden Angehörigen 2016 hat gezeigt: Pflegende Angehörige setzen ihre Prioritäten insbesondere auch auf die Stärkung der Kompetenz professionell Tätiger. Informations-, Beratungs- und Präventionsangebote sind für sie von hoher Bedeutung. Beim Ausbau von Unterstützung legen Angehörige ihren Fokus auf die Tages- und die Kurzzeitpflege sowie auf die stundenweise Betreuung zu Hause. Dies sind alles Dinge, die wir auch mit unserem Demenzplan und seiner anstehenden Weiterentwicklung im Blick haben. Insbesondere die Tagespflege ist durch die Pflegestärkungsgesetze weiter so ausgebaut worden, dass mehr Geld für dieses Angebot für die Hilfebedürftigen zur Verfügung steht und nicht mehr mit anderen Leistungen verrechnet werden. Das heißt die Hilfe zum Waschen, Putzen, Mittagessen bringen, kommen als Leistung ergänzend hinzu. Zu der Frage, wie dies konkret funktioniert, lässt man sich am besten beraten.
Ende 2018 werden wir mit der Erstellung des 2. Demenzplanes im Saarland auf der Grundlage unserer bisherigen Erkenntnisse beginnen und damit unseren Weg „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“ weitergehen.

In dieser Zusammenstellung werden Sie im Folgenden über Angebote und Unterstützung rund um das Thema Demenz informiert. 

Landesärztin Demenz

Im Auftrag des Landtages wurde im Juni 2019 eine Landesärztin für an Demenz erkrankte Menschen ernannt. Die Aufgabe übernimmt Frau Dr. Fehrenbach, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Geriatrie, Suchtmedizin. sie ist Chefärztin der Gerontopsychiatrischen Klinik der SHG-Kliniken Sonnenberg Saarbrücken. Frau Dr. Fehrenbach ist ehrenamtliche Kuratorin im Kuratorium Deutsche Altershilfe KDA, Vorsitzende der Deutschen Alzheimergesellschaft Landesverband Saarland e.V. und der Alzheimer-Hilfe Saarbrücken e.V., leitet eine Angehörigengruppe und ist Vorstandmitglied und Lehrbeauftragte der Deutschen Akademie der Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie. In der Vergangenheit hat Frau Dr. Fehrenbach an vielen Veranstaltungen und in der Allianz für Demenz – Netzwerk Saar mitgewirkt. 

Erste Zwischenbilanz Demenzplan

Erste Zwischenbilanz Demenzplan

„Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“ - Sozialministerin Bachmann präsentiert Zwischenbilanz zum Ersten Demenzplan des Saarlandes – Demenz braucht uns!

Der 2015 im Saarland begonnene Weg „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“ hat in einem beteiligungsorientierten Prozess zu 29 ganz konkreten Maßnahmen geführt, die in den nächsten Jahren weiter umgesetzt werden sollen. „Ziel ist es, die Würde der an Demenz erkrankten Menschen und ihre Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen. Ihnen soll soweit und solange wie möglich soziale Teilhabe ermöglicht werden“, so Sozialministerin Monika Bachmann.

Die zahlreichen im Demenzbereich ehren- und hauptamtlich Tätigen stellten am 8. Dezember 2016 - also im ersten Jahr der Umsetzung - eine Zwischenbilanz vor. Kurze Schulungskonzepte für die „Erste Hilfe Kurse Demenz“ für einzelne bestimmte Berufsgruppen wurden erarbeitet. Bei den Pflegestützpunkten, Banken, Kranken- und Pflegekassen sowie der Polizei wurden und werden sie von unterschiedlichen Partnern durchgeführt. Demenzsensible Gottesdienste, Fortbildungen für Museumsmitarbeitende oder eine achtteilige Ringvorlesung rund um das „Thema Demenz“ an der HTW haben ebenfalls begonnen.

Zahlreiche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wurden bereits mit bzw. von unterschiedlichen Partnern, z.B. in Schengen oder bei den Lokalen Allianzen für Demenz im Saarland, durchgeführt. Der Einsatz eines Faxes von Ärzten an die Pflegestützpunkte konnte mit der Saarländischen Krankenhausgesellschaft und der Ärztekammer auf Schiene gesetzt werden, damit Betroffene schneller Beratungsangebote erhalten können. Neu hinzugekommen ist das Thema „Geistige Behinderung und Demenz“.

Insgesamt konnten in den ersten zwölf Monaten die Umsetzung von 25 der 29 Maßnahmen auf den Weg gebracht werden.

Angehörigenbefragung
Das iso-Institut, Frau Kirchen-Peters, stellte die Ergebnisse einer Angehörigenbefragung zum Thema „Demenz“ vor. Die befragten Angehörigen waren durchschnittlich 61 Jahre. Die Menschen mit Demenz sind im Schnitt 81 Jahre alt. Über die Hälfte der Angehörigen ist nicht berufstätig. Bei den pflegenden Angehörigen handelt es sich zu 48 Prozent um Tochter oder Sohn sowie zu 34 Prozent um Ehegatten. 54 Prozent der Demenzkranken wohnen im Ehepaarhaushalt, 24 Prozent alleine, 20 Prozent bei anderen Verwandten.

Angehörige bestätigen den hohen Bedarf für die entwickelten Maßnahmen des Demenzplanes. Sie bewerten sie größtenteils als wichtig bis sehr wichtig. Angehörige setzen ihre Prioritäten insbesondere auch auf die Stärkung der Kompetenz professionell Tätiger. Informations-, Beratungs- und Präventionsangebote sind für sie von hoher Bedeutung. Beim Ausbau von Unterstützung legen Angehörige ihren Fokus auf die Tages- und die Kurzzeitpflege sowie auf die stundenweise Betreuung zu Hause.

Die Ergebnisse der Angehörigenbefragung und den Zwischenbericht finden Sie in der rechten Spalte dieser Seite.

Sechs neue Mitglieder der „Allianz für Demenz – Netzwerk Saar“
Auf der gleichen Veranstaltung traten sechs neue Mitglieder der „Allianz für Demenz – Netzwerk Saar“ bei. Dies zeigt auch: Der mit dem Demenzplan gestartete Beteiligungsprozess trägt zu einer weiteren gesellschaftlichen Mobilisierung und Sensibilisierung bei: Am 8. Dezember 2016 traten sechs neue Mitglieder der „Allianz für Demenz-Netzwerk Saar“ bei. Dies sind: Saarländischer Museumsverband, Landesvereinigung Selbsthilfe e.V., Landesvereinigung für Lebenshilfe, Zahnärztekammer Saarland, Landesverband Saarland des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V., Lokale Allianz Hoof e.V..

Hintergrund:
Ziel des Ersten Demenzplanes des Saarlandes ist es, in der überschaubaren Struktur des Landes vorhandene Dinge zu bündeln sowie konkrete, leistbare Handlungsschritte zu entwickeln, um sie dann in einem angemessenen Zeitrahmen nachhaltig umzusetzen. Dazu wurde 2015 mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, der Landesfachstelle Demenz und dem iso-Institut innerhalb von zwölf Monaten ein Verfahren zur Maßnahmenentwicklung unter einer breiten Beteiligung durchgeführt. In diesem partizipativen Prozess mit u.a. fünf Workshops und einer Online-Expertenbefragung wurden 29 ganz konkrete Maßnahmen in vier verschiedenen Handlungsfeldern vereinbart. 2016 ist das erste Jahr der Umsetzung der Maßnahmen.
 
2016 wurde mit der Umsetzung in 25 von 29 Maßnahmen begonnen. 2017 dient der weiteren Umsetzung und Weiterentwicklung, sowie ihrer Bewertung in quantitativer und qualitativer Hinsicht. In einem Fortschrittsbericht bis Ende 2017 sollen noch fehlende Handlungsbedarfe festgestellt werden. Ab 2018 wird dann der 2. Demenzplan erarbeitet und schrittweise umgesetzt werden.
 
9,3 Prozent der über 65-jährigen Saarländerinnen und Saarländer leiden an einer Demenzerkrankung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung – also der wachsenden Zahl älterer Menschen – nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Die meisten Demenzkranken leben im Regionalverband Saarbrücken, gefolgt vom Landkreis Saarlouis und dem Saarpfalz-Kreis.

Ratgeber für die Polizei

Fast jeden Tag erleben die Polizeibeamtinnen und -beamten, dass wir alle immer häufiger in Kontakt mit an Demenz erkrankten Menschen und ihren pflegenden Bezugspersonen im Bekanntenkreis kommen. Das heißt: Demenz ist Teil unseres Lebens, der Umgang damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gleichzeitig gilt es – trotz vielfältiger Aktivitäten – leider immer noch das Thema aus der „Tabuzone" zu holen. Ein Umdenken unserer Gesellschaft in Richtung eines an Teilhabe orientierten Leitbildes von Begleitung, Versorgung und Pflege gilt es bei uns im Saarland weiter zu gestalten.

Die Polizeibeamtinnen und -beamten sind bei ihren Einsätzen mit ihrer umfassenden Aufgabenstellung mit der Krankheit in besonderem Maße konfrontiert. Daher hat das Sozialministerium im letzten Jahr in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz im Saarland als eine Maßnahme des Ersten Demenzplanes für das Saarland mit Sensibilisierungsschulungen der Polizei im Streifendienst begonnen. Aus diesem Kreis kam die Anregung, ergänzend zu den Schulungen Informationen und praktische Kommunikationshilfen an die Hand zu geben, um mit an Demenz erkrankten Menschen und ihren Angehörigen noch besser umgehen zu können. Woran können Sie beispielsweise erkennen, dass Sie einem an Demenz erkrankten Menschen gegenüberstehen und wie gehen Sie verständnisvoll und einfühlsam mit ihm um?

Dieser Ratgeber soll die Polizei in ihrem anspruchsvollen beruflichen Alltag unterstützen. Danke an die Polizei für Ihren Einsatz in diesem wichtigen Themenfeld, das für uns alle auch in Zukunft eine große Herausforderung darstellt.

Veranstaltungen

Am 19. September 2018 verabschiedete der saarländische Landtag fraktionsübergreifend nach einer intensiven Debatte den Antrag „Demenz geht uns Alle an!“ und setzte damit ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung des begonnenen Weges „Gemeinsam für ein demenzfreundliches Saarland“. Daher soll der eingeschlagene Weg weiterverfolgt werden und der saarländische Demenzplan fortgeschrieben werden. Zudem sollen die im Demenzplan formulierten Ziele weiter vorangetrieben werden.

Um dies zu gewährleisten wurde eine Befragung bei 685 saarländischen Akteuren im Themenfeld Demenz durchgeführt. Diese ergab, dass die Mehrheit Schulungsangebote, Beratungsangebote oder Beschäftigungsangebote angeboten hat. Fast 70 Prozent der Antwortbögen enthielten Anregungen für die Weiterentwicklung zum Demenzplan 2.0 im Jahr 2019.

Der Demenzplan 2.0 wird u.a. folgende Schwerpunkte beinhalten:

  • Demenz und Schmerz mit Frau Prof. Dr. Grundke, HTW Saar,
  • Demenz bei geistiger Behinderung mit Frau Dr. Anja Rutenkröger, Demenz-Support Stuttgart
  • Demenz-freundliche/aktive Kommune mit Frau Susanne Himbert, Deutsche Alzheimergesellschaft Baden-Württemberg
  • Therapie: mit und ohne Medikamente mit Frau Dr. R.A. Fehrenbach, SHG Saarbrücken

Das Thema Schmerz ist bezogen auf Demenz so wichtig, da es an den Pflegekräften liegt die Schmerzen zu erkennen. Es hat sich gezeigt, dass der Behandlungsplan von Menschen mit Demenz und Menschen ohne Demenz bei derselben Erkrankung – und denselben Begleiterscheinungen – häufig voneinander abweichen. Damit Informationen zwischen den Versorgungssettings nicht verloren gehen muss hier die Kommunikation verbessert werden.