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Thema: Stadtentwicklung und Städtebauförderung

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| Ministerium für Inneres, Bauen und Sport | Stadtentwicklung und Städtebauförderung

Förderperiode 2007-2013

Der EFRE wird in der Förderperiode 2007 – 2013 im Rahmen von drei Zielen tätig:

  1. Ziel „Konvergenz“,
  2. Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ sowie
  3. Ziel „Europäische territoriale Zusammenarbeit”.

Die EU stellt in der Förderperiode 2007 - 2013 aus dem EFRE insgesamt 197,5 Mio. € im Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ für das Saarland bereit. Für den Unterschwerpunkt „Nachhaltige Stadtentwicklung“, der die integrierte Entwicklung städtischer Gebiete zum Ziel hat, stehen 25,0 Mio. € zur Verfügung. Die 2013 ausgelaufene Förderperiode wird bis Ende 2015 abgewickelt. Während dieser Zeit werden noch Projekte umgesetzt und Fördermittel ausgezahlt.

Weitere Informationen (z.B. Formulare, Publikationen) finden Sie am Ende dieser Seite.

Ziele und Gegenstand der Förderung

Die Förderung von Maßnahmen im Saarland steht unter dem Oberziel „Verbesserung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und der Beschäftigung“. Um dieses Oberziel umsetzen zu können, wurden folgende Prioritätsachsen für das Saarland erarbeitet:

  1. Förderung von Wettbewerbsfähigkeit durch wachstums- und unternehmensorientierte Maßnahmen und Stärkung der Unternehmensbasis,
  2. Forcierung des Strukturwandels durch wissensbasierte Wirtschaft, Innovation und Ausbau spezifischer Stärken,
  3. Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung und Ressourcenschutz.

Durch partizipative, integrierte und nachhaltige Strategien soll der Konzentration von wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Problemen in den saarländischen Kommunen begegnet werden. Ziel der Prioritätsachse „Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung und Ressourcenschutz“ ist es, die „weichen“ Standortfaktoren in den Städten und der Region aufzuwerten und somit die Attraktivität des Saarlandes als Wirtschafts- und Lebensraum zu erhöhen.

Umsetzung und Bilanz

Stadtmitte am Fluss

Die Innenstadt Saarbrückens weist Problemlagen auf, die sich nachteilig auf die Attraktivität der gesamten Stadt und der Region auswirken. Zu nennen ist die Trennwirkung der Stadtteile Alt-Saarbrücken und St. Johann durch die BAB 620 sowie der „Trading-Down-Effekt“ in Teilen der Saarbrücker Innenstadt. Unter „Trading Down“ versteht man die Entwicklung eines vormals gefragten Stadtteils mit qualitativ hochwertigem Angebot an Geschäften und Dienstleistungen hin zu zunehmenden Leerständen und ausbleibender Kundschaft. Eine Häufung von Leerständen wirkt sich negativ auf die Umgebung aus (verminderte Fußgängerfrequenz, störende Nutzungen…). Diese Entwicklung kann einen Prozess in Gang setzen, der in der Folge weitere Leerstände produziert und zum Funktionsverlust der Saarbrücker Innenstadt führen kann. Von diesem Phänomen war in besonderem Maße die an der Saar gelegene Berliner Promenade betroffen.

Um dieser Entwicklung zu begegnen wurde „Stadtmitte am Fluss“ als zentrales Leitprojekt für die Entwicklung der Saarbrücker Innenstadt ins Leben gerufen. Einerseits soll versucht werden, die Trennwirkung der Autobahn mit der verbundenen Lärmbelastung zu mindern. Andererseits soll die Innenstadt zu einem attraktiven und leistungsstarken Zentrum für Kultur, Arbeiten, Einkaufen und Wohnen entwickelt werden. Um dieses Ziel zu erreichen wurden mehrere Maßnahmen umgesetzt. Durch die Attraktivierung des öffentlichen Raums konnten Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt und in der Folge die Fußgängerfrequenz deutlich gesteigert werden. Die Aufwertung der Berliner Promenade als Teil von „Stadtmitte am Fluss“ wurde mit EFRE- sowie nationalen Städtebaufördermitteln (Programmteil „Stadtumbau West“) gefördert.

KIWI - kreativ, integrativ, wirtschaftlich, innovativ

Der 2011 und 2012 durchgeführte Projektaufruf „KIWI – kreativ, integrativ, wirtschaftlich, innovativ“ wurde in Anlehnung an das saarländische Operationelle Programm „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ für den EFRE mit dem Unterschwerpunkt „Nachhaltige Stadt-und Regionalentwicklung und Ressourcenschutz“ erstellt. Ziel der geförderten Maßnahmen ist es, die soziale und kulturelle Infrastruktur in den saarländischen Kommunen an den demographischen Wandel anzupassen.

Schwerpunktmäßig werden folgende Handlungsfelder bearbeitet:

  • Herstellung und Sicherung qualitätvoller öffentlicher Räume und Gebäude,
  • Stärkung des unternehmerischen Umfeldes,
  • Förderung der inter- bzw. intrakommunalen Zusammenarbeit.

In den oben genannten Handlungsfeldern sollen folgende Aspekte besondere Beachtung finden:

  • Einsatz von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz,
  • Einsatz und Weiterentwicklung neuer Techniken insbesondere im Gebäudebestand,
  • Wissenstransfer, Bildung/ Ausbildung, Bewusstseinsbildung,
  • Integration und Partizipation, Gender Mainstreaming,
  • inter- bzw. intrakommunale Infrastrukturlösungen, Partnering.

Teilnahmeberechtigt waren Städte und Gemeinden des Saarlandes.

Im Rahmen eines zweistufigen Auswahlprozesses wurden zunächst acht Projekte ausgewählt, von denen letztlich drei in der laufenden Förderperiode gefördert werden:

„Neunkircher Zentrum für Bildung und Kultur“ (Neunkirchen)

Als Baustein zur dauerhaften Stärkung der Wohn- und Lebensqualität errichtet die Stadt Neunkirchen das Zentrum für Bildung und Kultur. Diese Leitinvestition soll die bisherigen Maßnahmen – Sanierungsprogramme, kommunale Modernisierungspolitik – um den Bereich der Kultur ergänzen. Das kulturelle Defizit in der Stadt Neunkirchen soll nun mit Hilfe eines vielfältigen und attraktiven Kulturangebots abgebaut werden. Hierzu werden verschiedene Angebote (z.B. VHS, Hüttenmuseum, Städtische Galerie, Stadtbücherei/ Mediathek) unter einem Dach zusammengefasst. Die Gebäude Bürgerhaus I und II werden angepasst und durch einen verbindenden Neubau ergänzt. Diese Aufwertung des kulturellen Angebots durch bauliche Maßnahmen wird durch EFRE-Mittel gefördert.

 „Umgestaltung Ravelin V – 3. Bauabschnitt – Herstellung des Waffenplatzes und Endausbau Hauptgraben“ (Saarlouis)

1680 wurde die Stadt Saarlouis auf Anordnung Ludwig XIV zur Sicherung der gewonnenen Territorien gegründet und nach den Plänen von Thomas de Choisy und Sébastien le Prestre de Vauban realisiert. Mit der Stadterweiterung (1889) wurde die Festung (Contregarde Vauban, Bastion VI) nicht mehr benötigt und ihrem Verfall preisgegeben, bis in den 1960er Jahren eine „Besinnung“ auf die historische Substanz stattfand.

Heute beschäftigt sich Saarlouis intensiv mit dem Erhalten und Sanieren der Festungsanlagen. Hierdurch soll das historische Erbe der Stadt gewahrt und gleichzeitig zur kulturellen Attraktivierung beigetragen werden.

Die Umgestaltung des Ravelin V (deutsch: Wallschild) ist durch das Brachfallen des ehemaligen Schlachthofes möglich geworden. Die ursprünglich geplante Wohnbebauung an dieser Stelle wurde – auch aufgrund der historischen Funde – zugunsten einer großzügigen Freiraumgestaltung verworfen. Durch die enge Verbindung zu der historischen Festungsanlage sollen mit der parkartigen Neugestaltung der Freiflächen fehlende Grünflächen in der Innenstadt ergänzt und ein Übergang vom historischen zum modernen Stadtgefüge realisiert werden. In dem EFRE-geförderten 3. Bauabschnitt soll die Eingangssituation zum sog. Waffenplatz aufgewertet und durch einen (Kurzzeit-)Haltepunkt für Busse, Besucher und Touristen ergänzt werden. Weitere Teile des Bauabschnitts stellen die Gestaltung des Waffenplatzes und der Endausbau des Hauptgrabens dar. Dabei werden historische Elemente in die Anlagengestaltung integriert und sollen dem Besucher verdeutlichen, wie die Festung funktioniert hat. (bspw. der Waffenplatz als Versammlungsort für Mannschaften zur militärischen Übung bzw. Verteidigung der Anlage.)

„Lebende Mitte Bettingen“ (Schmelz)

Ähnlich wie andere saarländische Kommunen hat die Gemeinde Schmelz im Ortskern besonders auf siedlungs- und baustrukturelle Probleme zu reagieren. Diese stellen sich u.a. in einer hohen Anzahl an Leerständen, dem Verfall von (historischer) Bausubstanz aber auch in Form von sozialen Missständen dar. Aufgrund dessen hat die Gemeinde es sich zum Ziel gesetzt, durch EFRE-Mittel ein „Haus der Begegnung“ zu schaffen, das der kulturellen Vernetzung dient.

Hierzu wird ein historisches Gebäude (Altes Zollhaus) im Ortskern saniert und durch neue, moderne Nebengebäude ergänzt. Dabei steht der Erhalt des geschichtsträchtigen Gebäudes, neben den kulturellen Aspekten (z.B. Schaffung eines multifunktionellen Anbaus für verschiedene Veranstaltungen, Ausstellung einer historischen Arbeiterwohnung, Räume für den historischen Verein) an erster Stelle.

Zur Verbesserung der Vernetzung mit verschiedenen anderen öffentlichen Einrichtungen entstehen Grünbeziehungen zwischen den angrenzenden Naherholungsbereichen. Siedlungsteile und Grünflächen werden durch Wege (z.B. durch eine Fußgängerbrücke über die Prims) verbunden. Hierdurch soll die neu entstehende Mitte gestärkt und „lebendig“ werden.

Kontakt

Ministerium für Inneres, Bauen und Sport

Referat OBB14 – Stadtentwicklung, Städtebauförderung, EU-Fonds

Cordula Uhlig-Riedinger
Referatsleiterin

Halbergstraße 50
66121 Saarbrücken