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Thema: Europa und die Großregion
Ministerium für Finanzen und Europa | Großregion, Europa/Großregion

Saarländische Gipfelpräsidentschaft

Die Großregion gemeinsam voranbringen

Die Großregion ist aufgrund ihrer Vergangenheit, der heutigen Realitäten und ihres Anspruchs an die Zukunft eine Keimzelle und ein Inkubator für Europa. Die gemeinsamen Bemühungen der zurückliegenden Gipfeltreffen der Großregion zeigen den politischen Willen zur Zusammenarbeit, Abstimmung und Integration, der auf der Freiwilligkeit der Kooperationspartner und der geteilten Verantwortung aller Akteure anstrebt, die Großregion zu einem europäischen Modellraum weiter zu entwickeln. Die bisherigen Errungenschaften von Konzertation, Projekten und Maßnahmen, geschaffenen Strukturen und politischer Positionierung folgen der Kontinuität des gemeinsam Erreichten.

Schwerpunkt des 17. Gipfels unter Vorsitz des Saarlandes ist es, die Großregion gemeinsam voranzubringen.

Dazu liegt ein Fokus darauf, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und ihnen die Chancen dieser europäischen Grenzregion besser zu verdeutlichen. Denn Grenzregionen sind auch Chancen-Regionen: Diese zu nutzen, ist Aufgabe und Perspektive der Großregion. Dazu sollen die zahlreichen Erfolgsprojekte sichtbarer, die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und die Suche nach gemeinsamen Schnittstellen in der Großregion vertieft werden.

Die Großregion als alltagstauglicher Kooperationsraum für die Bürgerinnen und Bürger will auch die Beteiligung und Partizipation an den Chancen und Möglichkeiten voranbringen. Die Großregion entsteht auch durch Begegnung, die auf allen Ebenen fortgeführt und vertieft werden soll - im sportlichen, kulturellen, schulischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Bereich. Diese Begegnungen will der Gipfel fördern und unterstützen. Dies soll in besonderer Konzertation mit den Gremien des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion (WSAGR) und des Interregionalen Parlamentarierrates (IPR) abgestimmt sein. Und schließlich ist die Großregion auch ein Raum, der davon lebt, dass die Menschen ihn mitgestalten können. Der Gipfel soll es sich zum Prinzip machen, die Erwartungen und Anregungen aus der Zivilgesellschaft in seine Agenda aufzunehmen. Besonders soll dabei die Generation der jungen Erwachsenen eingeladen werden, ihre Zukunftsvorstellungen über ihre Großregion zu entwickeln und dem Gipfel zur Diskussion vorzulegen.

Als europäische Grenzregion gilt es, gerade in schwierigen Zeiten für den Zusammenhalt in der EU auch ein politisches Statement für den europäischen Mehrwert der Zusammenarbeit zu geben. Die Großregion ist gefragt, ihre Erfahrungen zu teilen, bei der Bewertung europäischer Themen ausgewogen und auf Grundlage langer Erfahrung mitzuwirken und ihre konkreten Erwartungen für eine zukunftsfähige Entwicklungsperspektive auf europäischer Ebene einzubringen. Themen wie Europäische Hochschulen, das EU-Rechtsinstrument „ECBM“ (European Cross-Border Mechanism), die regionalen Mehrsprachigkeitsstrategien und die Zukunft der Interreg-Programme sind dabei in die Hauptstädte europäischer Entscheidungen zu tragen. Ebenso ist es Aufgabe der Großregion, das Bewusstsein für den europäischen Mehrwert und die Chancen, die dank europäischer Unterstützung in dieser Grenzregion ermöglicht werden, besser in die Großregion zu tragen. Die Großregion ist auch in diesem Sinne ein „Europa im Kleinen“.

Daher wollen wir auch prüfen, ob es im Sinne einer Entwicklung der Großregion zu einer grenzüberschreitenden polyzentrischen Metropolregion neue Chancen durch EU-Rechtsinstrumente wie dem „ECBM“ gibt. Mit den Partnern laden wir dazu ein, Ideen zu entwickeln und zu prüfen, ob die Schaffung einer Interregionalen Bauausstellung (IBA) auch den Strukturwandel der Großregion mit neuen baulichen und architektonischen Konzepten gestalten kann. Wir wollen in einer zweijährigen Reflexionsphase die Chancen und Möglichkeiten sowie die Nachhaltigkeit und Machbarkeit einer gemeinsamen IBA unter dem Motto „Europa leben“ ausloten; auch dies in einem partizipativen, dialogischen Ansatz.

Die Dynamik und Einbeziehung der vielen Akteure in diesen Prozess, durch Begegnung, Partizipation und Dialog, sollen als Querschnittsmethode den spezifischen Ansatz darstellen, mit dem das Saarland als Vorsitz im Gipfel der Großregion in den kommenden 24 Monaten alle engagierten Akteure, Institutionen und Strukturen einladen will, die „Großregion gemeinsam voranzubringen“.