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Thema: Weiterbildung

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| Ministerium für Bildung und Kultur | Allgemeine und politische Weiterbildung, Bildung

Kommunales Bildungsmanagement - Hintergrund

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat am 26. März 2013 eine Förderrichtlinie für die Errichtung von Transferagenturen zur Weiterverbreitung der Ergebnisse aus dem „Lernen-vor-Ort“-Programm, an dem sich aus den beiden Bundesländern die Stadt Trier und der Regionalverband Saarbrücken von 2009 bis 2014 erfolgreich beteiligt haben, veröffentlicht. Grundgedanke des neuen Förderprogramms ist es, erfolgreiche Strategien und Produkte zum kommunalen Bildungsmanagement, die in den Lernen-vor-Ort-Kommunen aller Bundesländer in den letzten Jahren entwickelt wurden, auch für andere Kommunen nutzbar zu machen.

Seit 2014 werden bundesweit insgesamt 10 Transferagenturen vom BMBF gefördert; eine Fortsetzung des Förderprogramms bis 2022 ist in Aussicht gestellt. Außer in großen Bundesländern waren seitens des BMBF länderübergreifende Agenturen erwünscht. Eine Kooperation Rheinland-Pfalz – Saarland bot sich an. Als Trägerstruktur haben sich die beiden Bundesländer für die Gründung eines gemeinsamen Trägervereins entschieden. Von Beginn an wurden die kommunalen Spitzenverbände beider Bundesländer in die Diskussions- und Entscheidungsprozesse einbezogen. Eine wichtige Grundlage der erfolgreichen Zusammenarbeit war und ist die Erkenntnis, dass die Gewährleistung optimaler Bildungschancen für alle Bürgerinnen und Bürger eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit von Kommunen darstellt. Trotz vorhandener Unterschiede in den Strukturen der beiden Bundesländer ergeben sich viele gleichgelagerte Bedürfnisse und Interessen der kommunalen Gebietskörperschaften in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Die Gründung des Trägervereins erfolgte am 18. Dezember 2013. Gründungsmitglieder des Trägervereins sind:

  • das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz,
  • die Stadt Trier, der Regionalverband Saarbrücken,
  • die 5 kommunalen Spitzenverbände aus beiden Ländern,
  • die Globus-Stiftung, Saarland.

Am 11. März 2014 wurde die Stiftung Lesen als weiteres Mitglied aufgenommen.

 

Zum 1. September 2014 hat die Transferagentur, die ihren Sitz in Trier hat, ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Finanzierung ist bis Ende 2022 gesichert. Zwischenzeitlich kam ein Sonder-Schwerpunkt Bildungsmonitoring hinzu, den die Transferagentur gemeinsam mit der in Potsdam deutschlandweit betreibt.

Das eigentliche Tätigkeitsfeld bezieht sich auf die Unterstützung rheinland-pfälzischer und saarländischer Kommunen. Regionale Ansatzpunkte und bereits bestehende Initiativen zur Ausbildung von Bildungslandschaften oder kommunaler Bildungsmanagementstrukturen bilden Ausgangspunkt für die Tätigkeit der Transferagentur. Sie ist Dienstleister für Kommunen. Hauptziel ihrer Dienstleistungen ist die Unterstützung der Gebietskörperschaften bei der Optimierung der lokalen Bildungssituation, vor allem durch die Etablierung von Strukturen für ein datengestütztes kommunales Bildungsmanagement vor Ort.

Die Transferagentur bedient sich dabei der Expertise aus den Lernen-vor-Ort-Modellen und aus Kommunen, die bereits über Erfahrung im kommunalen Bildungsmanagement verfügen. Die Erfahrungen der Lernen-vor-Ort Kommunen zeigen, dass die Einführung eines kommunalen Bildungsmanagements für eine Kommune eine komplexe Aufgabenstellung bedeutet und an eine Reihe von Voraussetzungen auf ganz unterschiedlichen Ebenen geknüpft ist: Es beginnt bei der Annahme kommunaler Verantwortung für das Bildungsgeschehen über die klassischen Pflichtfelder wie äußere Schulangelegenheiten oder Erwachsenenbildung im Volkshochschul-Kontext hinaus und wird fortgeführt mit der Erarbeitung einer längerfristigen Bildungsstrategie. Operative Maßnahmen als Ergebnis der Strategien erfordern schließlich strukturelle Entscheidungen wie auch die Etablierung von Formaten von Partizipation und Entscheidungsfindung. Dabei starten Kommunen von unterschiedlichen Ausgangsbedingungen und haben ganz verschiedene Strukturen und Ressourcen, auf die sie zurückgreifen können.

Das Handeln der Transferagentur findet in enger Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden der beiden Bundesländer, den beiden Landesregierungen und den gesellschaftlichen Akteuren der Bildungslandschaft im Einzugsgebiet statt, und sie wird von dort maßgeblich unterstützt. Die Transferagentur arbeitet sach- und fachorientiert und richtet ihre Angebote und Tätigkeiten an den jeweiligen Ausgangsbedingungen der Transfernehmer aus. Zur ständigen Qualitätsverbesserung steht sie im Austausch mit den anderen Transferagenturen im Bundesgebiet. Nach einer Phase der Etablierung der Arbeitsstrukturen wird die Transferagentur ihre Dienstleistungen in breiten Marketingaktivitäten den kommunalen Gebietskörperschaften in beiden Bundesländern bekannt machen. Dabei sollen neben bundeslandbezogenen Veranstaltungen auch jährliche Konferenzen durchgeführt werden, an denen Akteure aus den Kommunen sowohl des Saarlandes als auch aus Rheinland-Pfalz mitwirken sollen. Da auch weitere Unterstützungsformate der Transferagentur für Kommunen aus beiden Bundesländern angeboten werden sollen, ist von einer Vertiefung der Kooperation zwischen Kommunen aus beiden Bundesländern in diesem Bereich auszugehen. Das gilt natürlich auch für die beiden Landesregierungen, hier den beiden für Bildung zuständigen Ministerien.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement, Trier