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| Ministerium für Bildung und Kultur | Kultur, Kunst

Skulpturenstraße

Die internationalen Bildhauerstraßen „Straße der Skulpturen St. Wendel“ und „Steine an der Grenze“ in Merzig zählen zu den interessantesten kulturellen Anziehungspunkten des Saarlandes.

Sie bilden einen einzigartigen Ort der Begegnung zwischen Mensch, Natur und der Kunst. Im Jahre 2003 wurden die beiden Freilichtmuseen der zeitgenössischen Kunst durch zwei neue Steinskulpturen auf den Gehweiler Höhen vereinigt. Sie bilden den ersten Teilabschnitt der „Europäischen Straße des Friedens – Straße der Skulpturen in Europa“.

Steine an der Grenze

Auf dem alten Grenzweg zwischen den Merziger Stadtteilen Büdingen/Wellingen und dem französischen Launstroff haben Künstlerinnen und Künstler verschiedener Nationen eine einmalige Skulpturenlandschaft geschaffen. Initiator war der Bildhauer Paul Schneider.

Er hatte die Idee, die beeindruckende Landschaft des Saargaus mit dem Thema „Grenze“ zu verbinden. Hier standen sich einst Franzosen in Lothringen und Deutsche im Saarland feindlich gegenüber. Die Grenzsteine von 1830 stehen dort heute noch. Ergänzt werden sie seit 1986 von 26 Skulpturen, in deren Mitte die deutsch-französische Grenze verläuft. Die neu geschaffenen „Steine an der Grenze“ verbinden die beiden Länder symbolisch miteinander. Sie legen Zeugnis ab von der Kunst unserer Zeit, der Verständigung über Grenzen hinweg und dem Frieden zwischen den Nationen. Mit der Eröffnung des ersten Teilabschnitts der von Otto Freundlich (1898-1943) geplanten Friedensstraße wurde die Bildhauerstraße „Steine an der Grenze“ im Jahre 2003 mit der „Straße der Skulpturen St. Wendel“ verbunden. 2005 sind zu den „Steinen an der Grenze“ zwei neue Arbeiten von Künstlern aus Israel und Palästina hinzugekommen. Sie sind Bestandteil der von Otto Freundlich geplanten Straße des Friedens, die als „Europäische Straße des Friedens – Straße der Skulpturen in Europa“ von Paris nach Moskau verlaufen soll.

Straße der Skulpturen St. Wendel

Die „Straße der Skulpturen St. Wendel“ ist auf Initiative des Bildhauers Leo Kornbrust entstanden. 1978 wurde sie eröffnet.

Seither haben zwischen St. Wendel und dem Bostalsee auf einer Strecke von 25 Kilometern 48 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt über 50 Skulpturen geschaffen. Gewidmet ist die Skulpturenstraße dem deutsch-jüdischen Maler und Bildhauer Otto Freundlich (1898-1943). Der Künstler plante bereits in den 30er Jahren zwei völkerverbindende Skulpturenstraßen quer durch Europa als Zeichen des Friedens und universeller Menschlichkeit. Seinen Traum konnte er nicht mehr verwirklichen. Er ist in dem Konzentrationslager Majdanek umgekommen.

Seine Idee jedoch lebt weiter. Umgesetzt wird sie in dem Projekt „Europäische Straße des Friedens – Straße der Skulpturen in Europa“. Der erste Teilabschnitt dieser Friedensstraße wurde 2003 mit zwei Steinskulpturen auf den Gehweiler Höhen zwischen Wadern und Wadrill eröffnet. Damit wurden auch die beiden saarländischen Skulpturenstraßen „Steine an der Grenze“ und die „Straße der Skulpturen St. Wendel“ miteinander verbunden.

Die Europäische Skulpturenstraße des Friedens

Ziel des Vereins ist die Verwirklichung einer quer durch Europa verlaufenden Skulpturenstraße, die als Zeichen gegen Krieg gedacht ist und dazu beitragen soll, dass die Verständigung zwischen den einzelnen Ländern vertieft wird.   Die West-Ost-Strecke (4.000 km) verbindet die Küste der Normandie mit Moskau, die Nord-Süd-Strecke (1.500 km) Amsterdam mit den Pyrenäen. Sie kreuzen sich in Verdun und in Auvers-sur-Oise bei Paris. Die Grundidee einer „völkerverbindenden“ Skulpturenstraße stammt von dem deutsch-jüdischen Künstler Otto Freundlich (1878-1943). 1936 beschrieb er seine Vision von begehbaren „Skulpturen für die Menschlichkeit“ als „Leuchttürme des Friedens und der Künste“ in der Landschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg präzisierte seine Lebensgefährtin, die Künstlerin Jeanne Kosnick-Kloss, den Streckenverlauf. 

In Gedenken an Otto Freundlich und dessen Vision erklärte der deutsche Bildhauer Leo Kornbrust (geb. 1929) 1979 die von ihm zuvor initiierte „Straße der Skulpturen“ bei St. Wendel zur Teilstrecke der europäischen Skulpturenstraße. Mit diesem Zeichen hob er die „Straße des Friedens“ aus der Taufe, ermöglichte die weitere Konkretisierung der Idee und stellte die Weichen für zukünftige Entwicklungen. Heute stehen über 500 Skulpturen und es ist ein internationales Netzwerk von Kunstprojekten und Friedensinitiativen entstanden.

Die Straße der Skulpturen St. Wendel – der Anfang 
Vor mehr als 40 Jahren initiierte der Bildhauer Leo Kornbrust in seinem Geburtsort St. Wendel das erste Bildhauersymposion im Saarland. Kornbrust hatte die Symposionsidee 1967 und 1970 in St. Margarethen (Österreich) kennengelernt. Gemeinsam mit Künstlerkollegen aus aller Welt erarbeitete er 1971/72 Skulpturen in der freien Landschaft. Diese ersten Skulpturen wurden im Laufe der 1980er Jahre in die (ca. 25 km lange) „Straße der Skulpturen“ integriert. 

Für den „Sprung“ vom Symposion zur Skulpturenstraße sind zwei Ereignisse entscheidend gewesen:
erstens lösten sich bei Baggerarbeiten in der Nähe von St. Wendel Sandsteinblöcke, für die ein Platz gefunden werden musste, und zweitens wurde der sogenannte Saarland-Rundwanderweg angelegt. Kurzerhand wurden die riesigen Sandsteinblöcke entlang des Wanderweges gelegt. 1977 arbeiteten hier die ersten zwei Bildhauer. Zur gleicher Zeit wurde die Strecke dem Künstler Otto Freundlich gewidmet. Die „Straße der Skulpturen“ war geboren.

Otto Freundlich
Otto Freundlich war ein vielseitiger Künstler. Er arbeitete als Bildhauer, Maler und Theoretiker. Er publizierte kunst- und musikkritische Artikel und zeigte seine eigenen Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen. Der Zeitgenosse Picassos lebte ab 1930 in Paris. Hier eröffnete er eine private Kunstakademie. Die Nazis stuften seine Arbeit als „entartet“ ein. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges flüchtete der Künstler in die Pyrenäen. 1943 wurde er denunziert, verhaftet und schließlich im Konzentrationslager Sobibor (Polen) ermordet.

Leo Kornbrust
Nach einer Schreinerlehre studierte Leo Kornbrust Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Kunst in München. 1978 erhielt er dort eine Professur für Bildhauerei in Verbindung mit Architektur. Ausgangspunkt für seine Bildhauerei ist die menschliche Figur, auch wenn die späteren Werke abstrakt/konkret erscheinen. Seine Arbeiten werden nicht nur in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, sondern sind auch häufig im öffentlichen Raum vieler Städte zu sehen. Leo Kornbrust war als 15-jähriger in den Krieg geschickt worden. Diese Erfahrung grub sich tief in seine Seele ein. Auch aus diesem Grund steht seine Symposiumsarbeit im Zeichen des Friedens.

Verein Straße des Friedens – Straße der Skulpturen in Europa
Vorstandsvorsitzende: Cornelieke Lagerwaard
Künstlerischer Vorstand: Bertrand Ney
Schatzmeisterin: Claudia Besch-Moutty
Geschäftsstellenleiterin: Kerstin Sommer

Kontakt

Verein Straße des Friedens – Straße der Skulpturen in Europa
Otto Freundlich Gesellschaft e.V.

Am Symposium 1
66606 St.Wendel

Uschi Macher
Referatsleitung F4 - Internationale kulturelle Zusammenarbeit, EU-Angelegenheiten, Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, kulturelle Sonderveranstaltungen

Trierer Straße 33
66111 Saarbrücken