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| Ministerium für Bildung und Kultur | Bildung, Schule

Berufs- und Studienorientierung

Ein zentraler Auftrag der allgemeinbildenden Schulen besteht darin, Schülerinnen und Schülern eine fundierte Entscheidung für einen Beruf zu ermöglichen und ihnen den Weg in ein erfolgreiches Arbeitsleben zu ebnen.

Besonders wichtig ist es, dass die Schülerinnen und Schüler in einem frühen Stadium mit dem Berufs- und Arbeitsleben vertraut gemacht werden indem sie eigene Erfahrungen “vor Ort” gewinnen und Grundlagen einer ökonomischen Bildung erwerben. Dabei spielt die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft eine zentrale Rolle. Immer wieder wird im Unterricht die direkte Begegnung mit der Arbeitswelt gesucht beispielsweise bei Betriebserkundungen und Betriebspraktika, durch die Einbeziehung von Experten aus der Wirtschaft oder auch indem Schülerinnen und Schüler eigene Schülerfirmen gründen und ihre Geschäftsideen vermarkten.

Richtlinien zur Berufs- und Studienorientierung an allgemeinbildenen Schulen

vom 6.12.2016, veröffentlicht im Amtsblatt des Saarlandes, Teil I vom 15. Dezember 2016

Eine fundierte Berufs- und Studienorientierung ist Grundlage für eine aktive Gestaltung der eigenen Bildungs- und Berufsbiografie. Die Schule ist im Rahmen ihres Erziehungs- und Bildungsauftrags verpflichtet, ihren Beitrag dazu zu leisten. Zur Konkretisierung dieses Erziehungs- und Unterrichtsauftrags der Schule wurden die Richtlinien zur Berufs- und Studienorientierung an allgemein bildenden Schulen im Saarland erarbeitet.

Schulische Berufs- und Studienorientierung ist ein individueller Prozess der Annäherung und Abstimmung zwischen den eigenen Interessen, Stärken und Wünschen sowie den eigenen Einstellungen, Haltungen und Orientierungen der Schülerinnen und Schüler auf der einen Seite und den Möglichkeiten, Bedarfen und Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt auf der anderen Seite. Sie schließt den Erwerb grundlegenden Wissens über die Berufs- und Arbeitswelt, über die Anforderungen im Ausbildungssystem und des Studiums ein.

Der Begriff „Berufsorientierung“ umfasst die „Studienorientierung“. Studienorientierung ist eine spezielle Ausprägung der Berufsorientierung und hat eine spezifische inhaltliche Ausrichtung des Orientierungsprozesses auf die Aufnahme eines Studiums zum Gegenstand. Im Rahmen der Studienorientierung wird die Berufsorientierung entsprechend den besonderen Anforderungen an die Planungen des Übergangs in den Hochschulbereich spezifiziert.

Die Berufs- und Studienorientierung unterstützt und fördert gezielt den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler und befähigt sie, die eigene Berufsbiografie als individuellen Prozess aktiv zu gestalten. Eine systematisch gestaltete Berufs- und Studienorientierung erfolgt in vernetzten Strukturen, in denen Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte und außerschulische Begleiter und Partner jeweils spezifische Aufgaben übernehmen und die Jugendlichen darin unterstützen, die eigene Berufsbiografie erfolgreich zu organisieren und zu gestalten. Eine Checkliste mit Qualitätskriterien einer systematischen Berufs- und Studienorientierung sind den Richtlinien ebenso wie weitere Hinweise auf Angebote von Kooperationspartnern als Anlage beigefügt.

Berufswahl-SIEGEL Saarland

Für Schulen mit herausragender beruflicher Orientierung

Das SIEGEL wird Schulen mit einer ausgezeichneten Berufs– und Studienorientierung verliehen. Diese werden bei der systematischen Verbesserung ihrer beruflichen Orientierung begleitet.

Das Berufswahl-SIEGEL attestiert allgemeinbildenden weiterführenden Schulen und Beruflichen Schulen mit gymnasialer Oberstufe für jeweils drei Jahre eine herausragende berufliche Orientierung. Das Siegel dient der langfristigen Qualitätssicherung der Berufs- und Studienorientierung an Schulen. Ziel ist, die individuelle Berufs– und/oder Studienwahlkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu optimieren. Die Auszeichnung mit dem Berufswahl-SIEGEL ist eine Würdigung saarländischer Schulen und wird für drei Jahre vergeben. Danach ist eine Teilnahme am Rezertifizierungsverfahren möglich.

Eine Checkliste als Leitfaden für die Entwicklung eines schulspezifischen Konzepts für die Berufs- und Studienorientierung ist in den entsprechenden Richtlinien zu finden, die unten zum Herunterladen als PDF-Dokument verfügbar sind.

Die zertifizierten Schulen erhalten ihre Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde, die jeweils im September stattfindet.

Die neue Bewerbungsrunde startet im November 2019.

Unterrichtsmaterialien und Praxisbeispiele "Zukunft konkret"

Die Broschüre "Praxisbeispiele" sowie die Themenhefte  "Schülerbetriebspraktikum", "Betriebserkundung", "Die Bewerbungsmappe", "Das Vorstellungsgespräch" sowie "Einstellungstests und Assessmentcenter" stehen hier zum Download bereit und können beim Ministerium für Bildung und Kultur angefordert werden.

Berufsorientierung mit Zukunft konkret: Praxisbeispiele und Themenhefte für den Unterricht Für viele Schülerinnen und Schüler stellt die Berufswahl eine Herausforderung dar. Nicht nur aufgrund der vielfältigen, oft unbekannten Alternativen an Berufen und Ausbildungswegen, sondern vor allem auch, weil es für die jungen Menschen oftmals schwierig ist, sich ihrer Stärken, Kompetenzen und Potenziale sowie der sich daraus ergebenden beruflichen Möglichkeiten bewusst zu werden und die Berufswahl mit den eigenen Zukunftsvorstellungen in Einklang zu bringen.

Mehr als 70 Erweiterte Realschulen, Gesamtschulen, Förderschulen und Gymnasien sind seit 2009 dem gemeinsamen Aufruf der Bundesagentur für Arbeit, vertreten durch die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, und des Ministeriums für Bildung und Kultur, gefolgt, sich am Projekt „Zukunft konkret“ zu beteiligen. Sie haben ihre Angebote im Bereich der Berufsorientierung geprüft, bei Bedarf erweitert und vertieft, systematisiert und qualitativ verbessert, um Schülerinnen und Schüler optimal bei ihrem individuellen Prozess der beruflichen Orientierung anleiten und begleiten zu können.

Einige dieser Schulen haben ihre Ergebnisse für die Veröffentlichung als Praxisbeispiele zur Verfügung gestellt. Im Verlauf der Projektarbeit wurden einzelne, für die Berufsorientierung zentrale Themen im Rahmen von Fachtagen bearbeitet. Die Ergebnisse wurden jeweils als Themenheft "Schülerbetriebspraktikum", "Betriebserkundung", "Die Bewerbungsmappe", "Das Vorstellungsgespräch" sowie "Einstellungstests und Assessmentcenter" für den Einsatz im Unterricht veröffentlicht.

Themenheft Vorstellung (PDF, 527KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Themenheft Bewerbung (PDF, 882KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Themenheft Betriebserkundung (PDF, 584KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Themenheft Betriebspraktikum (PDF, 1.007KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Themenheft Einstellungstest (PDF, 2MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Potenzialanalyse (PDF, 5MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Berufs- und Studienorientierung in der Gymnasialen Oberstufe

Aus der Praxis für die Praxis

Um bei der Berufs- und Studienorientierung in der Gymnasialen Oberstufe (GOS) schulspezifische Erfordernisse berücksichtigen und die Angebote an die jeweilige Zielgruppe besser anpassen zu können, sieht das hier vorgeschlagene Konzept ein modular aufgebautes Angebot der Schule vor.

Modular bedeutet einerseits, dass auf den berufsorientierenden Maßnahmen in der Sekundarstufe I aufgebaut wird, in der das Schülerbetriebspraktikum im Zentrum der  Berufsorientierung steht. Anderseits werden in der Sekundarstufe II die im Zusammenhang mit der Vor- und Nachbereitung des Schülerbetriebspraktikums bereits angesprochenen Inhalte durch Module, die den Themenfeldern „Individuelle Berufsplanung/Kompetenzen“, „Berufs- und Studienerkundung“, „Berufsinformationen“ und dem Themenfeld „Bewerbung“ zuzuordnen sind, erneut aufgegriffen und im Sinn der Berufs- und Studienwahl weitergeführt und vertieft.

Diese Module können – den standortspezifischen Gegebenheiten entsprechend – in unterschiedlicher Form, z. B. als feste Bestandteile im Seminarfach oder als Projekt- bzw. Studientage, in „Umsetzung“ gebracht werden. Weiterqualifizierende Angebote wie z. B. Sprachenzertifikate, Sprachkurse oder freiwillige Praktika können als zusätzliche Module in das Gesamtkonzept eingebracht werden.

In der vorliegenden Broschüre sind für jedes  der angegebenen Themenfelder Beispiele dafür zu finden, wie entsprechende Module in Schulen bereits umgesetzt werden. Diese Berichte aus der Praxis wurden von den Mitgliedern der beim Ministerium für Bildung und Kultur eingerichteten Arbeitsgruppe „Berufs- und  Studienorientierung in der Sekundarstufe II“ verfasst, um sie Lehrerinnen und Lehrern als Anregung für die Praxis zur Verfügung zu stellen. Sie werden ebenso wie das hier vorgeschlagene Konzept als erstes Arbeitsergebnis dieses Gremiums veröffentlicht.

Die Arbeitsgruppe wird sich weiterhin regelmäßig treffen, um die Weiterentwicklung der Berufs- und Studienorientierung in der Gymnasialen Oberstufe zu begleiten. Alle interessierten Schulen sind eingeladen, sich daran zu beteiligen und Lehrerinnen und Lehrer für die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe zu entsenden.

Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule, Berufsberatung und Wirtschaft

Die Kooperationspartner Ministerium für Bildung und Kultur, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände e. V. (VSU), Handwerkskammer des Saarlandes, Industrie- und Handelskammer des Saarlandes haben die Vereinbarung von 2010 erneuert.

Gemeinsames Ziel ist es, dass sich die enormen Fortschritte, welche die Berufs- und Studienorientierung in den letzten Jahren in den Schulen im Saarland unter Beteiligung der Partner durchlaufen hat, in der neuen Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule, Berufsberatung und Wirtschaft im Bereich der Berufs- und Studienorientierung im Saarland wiederfinden.

Am 28. Oktober 2016 wurde die Kooperation unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist die professionelle und abgestimmte Unterstützung von Schülerinnen und Schülern, ihren individuellen Prozess der Berufs- bzw. Studienorientierung sowie den Übergang in die betriebliche Ausbildung, ins Studium oder in den Beruf weiter eigenverantwortlich und erfolgreich zu gestalten.

Die Kooperationsvereinbarung beschreibt die Zusammenarbeit von Schulen mit Berufsberatung und Wirtschaft bei der Berufs- und Studienorientierung im Saarland. Die Kooperationspartner verpflichten sich, die jungen Menschen zum Beispiel durch Informationen, Beratung, Praxisangebote und Projekte zu unterstützen und den Schulen das jeweilige spezielle Knowhow ihrer Organisationen verfügbar zu machen. Mit der Vereinbarung legen sie verbindliche Regelungen für die Zusammenarbeit fest.

„Schule & Arbeitswelt“ – Ein Projekttag der Arbeitskammer des Saarlandes zur Vorbereitung auf das Berufsleben

Angebot der Arbeitskammer des Saarlandes

Zur Vorbereitung auf die Arbeitswelt gehört die Berufsorientierung, die Schülerinnen und Schüler bei der eigenverantwortlichen Wahl eines Berufes unterstützt und begleitet. Um ihre Kompetenz zur selbstbestimmten Lebensführung und zur gesellschaftlichen Teilhabe zu fördern, ist es darüber hinaus wichtig, die Jugendlichen auf die Berufswelt und ihre Rolle darin als künftige Auszubildende bzw. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorzubereiten.

Die Arbeitskammer des Saarlandes bietet allgemeinbildenden Schulen im Rahmen von „Schule & Arbeitswelt“ die Durchführung von Projekttagen durch dafür besonders geschulte Referentinnen und Referenten an.

Themen dieses für die Schulen kostenlosen Angebotes sind:

  • Interessenlagen im Betrieb
  • Rechte und Pflichten in der Ausbildung
  • Mitbestimmung
  • Sozialpartnerschaft
  • Aufgaben von Gewerkschaften
  • Funktion und Bedeutung von Tarifverträgen

MINT & SOZIAL for you - Auch Berufe haben ein Geschlecht

Typisch Mädchen, typisch Junge?

Die Themenhefte "MINT FOR YOU" & "SOZIAL FOR YOU" möchten Jungen für soziale Berufe und Mädchen für MINT-Berufe begeistern.

"MINT for you" richtet sich an Mädchen und zeigt, dass unser Alltag ohne die Berufe in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik nicht mehr vorstellbar ist. Die Leserinnen lernen die Initiative "Girls’ Day" kennen, mit der Mädchen alljährlich einen Tag lang den Alltag in MINT-Berufen hautnah erleben können.

Je eine Auszubildende zur Vermessungstechnikerin, IT-System-Kauffrau, Produktionsfachkraft Chemie und Elektronikerin - Geräte und Systeme stellt ihren Beruf vor.

In "SOZIAL for you" erfahren Jungs, warum Männer in sozialen Berufen gebraucht werden. Sie lernen die Initiative "Neue Wege für Jungs" kennen, die Jungen Berufe im sozialen Bereich nahe bringt. Die Leser erfahren, dass sie durch Absolvieren eines freiwilligen sozialen Jahres in den sozialen Bereich hineinschnuppern können und dass es auch in sozialen Berufen möglich ist, Karriere zu machen.

Männliche Auszubildende zum Erzieher, Physiotherapeut, Altenpflegehelfer und Gesundheits- und Krankenpfleger stellen ihre Berufe vor.

Leben und Arbeiten in Europa: EUROPASS und Mobilität

Mobilität spielt in der heutigen Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle. Auch für den späteren beruflichen Erfolg ist es entscheidend, schon frühzeitig entsprechende Erfahrungen zu sammeln und ein Gespür dafür zu entwickeln, wie diese den Horizont erweitern – nicht nur geografisch, sondern auch kulturell und persönlich.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollten bereits in Schule und Ausbildung einen Einblick in andere Lebens- und Arbeitswelten gewinnen. Dabei können sie den Europass als Instrument entdecken, um ihre Erfahrungen und Kompetenzen bei Bewerbungen europaweit verständlich und korrekt darzustellen.

Allgemeinbildende Schulen und Berufliche Schulen profitieren gleich doppelt vom Europass. So kann er

  • zum Thema Leben und Arbeiten in Europa als auch
  • als praktische Hilfestellung bei der Berufsorientierung
  • im Unterricht eingesetzt werden.

Um Lehrerinnen und Lehrer bei der Unterrichtsvorbereitung zu diesem Thema zu unterstützen, haben wir unter dem Titel „Der Europass macht Schule“ spezielle Unterrichtsmaterialien für alle Schulformen erarbeitet. Diese bieten Anregungen zum Aufbau von Unterrichtseinheiten sowie Übungen, weiterführende Links und interaktive Features. Sie eignen sich sowohl als Motivation und Einstieg in das Thema als auch zur Vertiefung ausgewählter Themenbereiche, beispielsweise in Referaten. Der inhaltliche Fokus liegt dabei – neben praktischen Hilfen zur Vor- und Nachbereitung eines Lern- und Arbeitsaufenthaltes im Ausland – vor allem auf den Chancen der europäischen Mobilität für die Schülerinnen und Schüler.

Ansprechpartner

Dr. Erika Heit
Referat B3 Bildungsgerechtigkeit, Arbeitswelt, Gesunde Schule

Trierer Straße 33
66111 Saarbrücken