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Thema: Arbeit

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| Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie | Arbeitsmarkt, Arbeit

Arbeitsmarktzahlen

Der saarländische Arbeitsmarkt im Januar 2023

  • Mehr arbeitslose Menschen im Saarland
  • Unternehmen meldeten weniger offene Stellen
  • Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag leicht über dem Vorjahresniveau

Zu Beginn des Jahres ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Die Kräftenachfrage der Unternehmen ging zurück. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag unverändert über dem Vorjahresniveau.
Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Januar 35.400 Frauen und Männer arbeitslos, 1.700 oder 5,1 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 1.700 Arbeitslose mehr gezählt, ein Plus von 5,2 Prozent.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag im Januar bei 6,7 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 6,4 Prozent und vor einem Jahr 6,3 Prozent.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist insbesondere auf zwei Gründe zurückzuführen. Wie meist zum Jahreswechsel haben mehr Frauen und Männer ihre Beschäftigung verloren und meldeten sich daher arbeitslos. Desweiteren haben sich in den letzten vier Wochen wieder mehr geflüchtete Menschen aus der Ukraine bei den Jobcentern gemeldet“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Mit Blick auf die registrierten Arbeitsstellen stellen wir einen Rückgang bei der Arbeitskräftenachfrage fest. Sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr meldeten die Unternehmen deutlich weniger neue Stellen. Dennoch liegt der Stellenbestand auf hohem Niveau und wir zählen mehr Stellen als im Vorjahr.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Januar bei 48.600 Personen. Das waren 2.900 oder 6,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Im Januar meldeten sich 3.000 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 800 oder 37,7 Prozent mehr als vier Wochen zuvor.
1.500 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 40 oder 2,6 Prozent mehr als im Dezember 2022.

Unternehmen meldeten im Januar 1.400 offene Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern (in gemeinsamer Trägerschaft). Dies waren 600 oder 28,8 Prozent weniger als im Vormonat und 800 oder 35,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt waren im Januar 11.400 Stellen gemeldet, 300 oder 3,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (2.000), im Gesundheits- und Sozialwesen (1.530), im Verarbeitenden Gewerbe (1.520), im Handel (1.220) sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (1.090) registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im November 2022 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 395.900 Beschäftigten 0,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 1,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten im Saarland vor allem die öffentliche Verwaltung (plus 600 auf 26.200), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 1.000 auf 25.800), der Bereich Erziehung und Unterricht (plus 300 auf 15.100), der Bereich Information und Kommunikation (plus 700 auf 11.800) sowie das Gastgewerbe (plus 300 auf 10.100).
Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 400 auf 88.800), bei den sonstigen Dienstleistungen (minus 500 auf 11.000) und im Finanz- und Versicherungssektor (minus 500 auf 10.800) erkennbar.

Kurzarbeit

Im Januar zeigten rund 40 Betriebe für 2.100 Beschäftigte Kurzarbeit an.
Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Oktober 2022 50 Betriebe für 1.200 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

Frauen am saarländischen Arbeitsmarkt

  • Mehr Frauen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen
  • Teilzeitbeschäftigung ist unverändert eine Frauendomäne
  • Vor 25 Jahren wurde die Funktion der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Sozialgesetzbuch III verankert

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen gestiegen. Mitte vergangenen Jahres waren im Saarland 181.300 Frauen sozialversicherungspflichtig tätig, 19.900 oder 12,3 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Gemessen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag der Anteil der Frauen bei 46,3 Prozent. „Im 10-Jahresvergleich hat die Beschäftigung der Frauen mit einer Steigerung von 12,3 Prozent deutlich zugenommen. Insgesamt ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 6,1 Prozent gestiegen, die der Männer um 1,3 Prozent“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Die Gründe sind vielfältig. Neben den gestiegenen Qualifikationen und einem veränderten Rollenverständnis der Frauen trägt auch der demografische Wandel zur Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit bei. Frauen als Fachkräfte zu gewinnen und zu halten sowie alle Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung zu nutzen, bietet Chancen für deren Zukunftssicherung, aber auch für die der Unternehmen.“

Insbesondere die Teilzeitbeschäftigung hat zugenommen. Vom Jahr 2012 bis 2022 erhöhte sich die Teilzeitbeschäftigung der Frauen um 15.900 oder 22,0 Prozent auf 88.100 Beschäftigte. Die Vollzeitbeschäftigung ist dagegen in diesem Zeitraum lediglich um 4.100 oder 4,6 Prozent auf 93.200 beschäftigte Frauen gestiegen. Unverändert ist die Teilzeitbeschäftigung eine Frauendomäne. Fast 80 Prozent der Teilzeitarbeitsverhältnisse werden von Frauen ausgeübt.
„Frauen sind nach wie vor häufiger durch Kinderbetreuung und häusliche Pflege gebunden. Oft ist dies ein Grund für die Teilzeitbeschäftigung. Diese Teilzeitbeschäftigung birgt jedoch ein hohes Altersarmutsrisiko. Die mit verkürzter Arbeitszeit verbundenen Lohneinbußen führen dazu, dass der Aufbau einer eigenständigen Alterssicherung oft nicht ausreichend ist“, berichtet Heidrun Schulz.

Mehr als die Hälfte der Frauen arbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im Verarbeitenden Gewerbe. Gemessen an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen betrug der Anteil im Gesundheits- und Sozialwesen 27,9 Prozent, im Handel 16,0 Prozent und im Verarbeitenden Gewerbe 9,8 Prozent.

Die Beschäftigungsquote* der Frauen im Saarland betrug im Jahr 2022 55,2 Prozent und somit 1,0 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2021. Die Beschäftigungsquote der Männer lag im Jahr 2022 mit 61,8 Prozent deutlich höher.
„In der Agentur für Arbeit gibt es mit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt eine konkrete Ansprechpartnerin, die Beschäftigte und Unternehmen in Fragen der Frauenförderung, der Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt und der familienorientierten Personalpolitik berät. Zusätzlich bietet sie Frauen vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten an. Diese reichen von Vermittlung und Beratung über notwendige Qualifizierung, Telefonaktionstagen, frauenspezifischen Veranstaltungen bis hin zu Bewerbungsseminaren sowie Coachingmaßnahmen“, informiert Schulz.

Des Weiteren arbeitet die Beauftragte für Chancengleichheit eng mit den in Fragen der Frauenerwerbsarbeit tätigen Stellen zusammen und ist in viele regionale Netzwerke aktiv eingebunden.
Die bewährte Info-Reihe „BIZ&Donna“ läuft seit dem Jahr 2022 unter dem Namen „Job | Familie | Karriere“. In diesen Informationsveranstaltungen greift die Beauftragte für Chancengleichheit interessante Themen auf wie zum Beispiel „Wie gelingt ein beruflicher Wiedereinstieg“, „Umwandlung geringfügige in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“ oder „Mit Rhetorik zum beruflichen Erfolg“.

So wirbt die Beauftragte für Chancengleichheit auch für die Möglichkeit der Teilzeitberufsausbildung. In diesen Fällen einigen sich Auszubildende und Betrieb auf eine individuelle Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Somit kann die Ausbildungszeit an die betrieblichen Abläufe und die Bedürfnisse der Auszubildenden angepasst werden. Eine Teilzeitausbildung ist in allen dualen Berufsausbildungen möglich. Sie führt zu einer Verlängerung der Ausbildungsdauer. Dabei spielen die schulische Vorbildung sowie eventuell vorhandene Berufserfahrung der Auszubildenden eine Rolle.
Im Januar dieses Jahres feiert die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt ihr 25-jähriges Jubiläum.

*Die Beschäftigungsquote gibt den Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen an der weiblichen Gesamtbevölkerung an.

Textquelle: Pressemitteilung Nr. 010/2023 und Nr. 008/2023 – 31.01.2023 – Bundesagentur für Arbeit/Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland