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Auszeichnung „Digitale Lernstatt Demokratie“ 2021

Saarländische Schulen setzen sich trotz Corona aktiv für die Demokratie ein – Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle mit „Hildegard Hamm-Brücher-Preis“ ausgezeichnet

Bei der diesjährigen Runde des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln“ werden wieder zwei saarländische Best-Practice-Projekte ausgezeichnet, die vom 9. bis zum 11. Juni an der „Digitalen Lernstatt Demokratie“ teilnehmen dürfen. Ein Projekt erhält sogar den „Hildegard Hamm-Brücher-Preis für Demokratisches Handeln“, der besonders hochwertige Konzepte würdigt und zum ersten Mal ins Saarland geht.

Die Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle hat gleich doppelt Grund zu feiern: Aus ihrer Mitte kommen die beiden Projekte, die in diesem Jahr die Jury besonders überzeugt haben und daher an der „Digitalen Lernstatt Demokratie“ teilnehmen dürfen. Für ihr langjähriges Engagement zum Thema „Jüdisches Leben in der Gemeinde Nohfelden“ erhalten die Schüler*innen der Stolperstein AG sogar den begehrten „Hildegard Hamm-Brücher-Preis für Demokratisches Handeln“. Seit 2011 sind sie in diesem Bereich aktiv und haben unter Einbeziehung verschiedener außerschulischer Kooperationspartner Ausstellungstafeln, eine Website (https://juedischeslebennohfelden.wordpress.com/, auch in einfacher Sprache), Filme, Wandertagskonzepte und Unterrichtsmaterialien erstellt. Ihr Engagement wirkt dadurch in die Schule hinein und nach außen in die Umgebung. Die Medaille und die Urkunde werden am 14. Juni im Rahmen des 15jährigen Jubiläums der Schule im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ von der Tochter der Namensgeberin Verena Hamm überreicht.

Der Wettbewerb „Demokratisch Handeln“, der im Saarland vom Adolf-Bender-Zentrum im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung koordiniert wird, zeichnet praxisorientierte Projekte und Konzepte von Schulen aller Schularten und -stufen sowie außerschulischen Initiativen aus, die sich kreativ, alltagsnah und engagiert in unsere Demokratie einmischen. Darüber hinaus bietet er den teilnehmenden Jugendlichen die Möglichkeit, im Rahmen eines bundesweiten Austauschprozesses über ihr demokratisches Handeln und ihre Erfahrungen in der Praxis zu berichten.

Das Saarland war in diesem Wettbewerbsjahr trotz der herausfordernden Pandemiebedingungen mit sieben Einsendungen sehr gut vertreten. „Es ist beeindruckend, dass schulische und außerschulische Gruppen sich trotz erschwerter Umstände in so vielfältiger Art und Weise mit den Werten und Prozessen der Demokratie auseinandersetzen. Praktisch und nachhaltig beschäftigen sie sich mit Themen wie Inklusion, Vielfalt, Zivilcourage, Erinnerung und Mitbestimmung.“, so Christina Biehl, Leiterin des Fachbereichs „Demokratiebildung in Schule und Kultur“ der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes.

Die diesjährige Lernstatt fand coronabedingt vom 9. bis zum 11. Juni im digitalen Raum statt. Neben den Laudationes und der Ausstellung der Gewinnerprojekte gab es ein Rahmenprogramm sowie Workshops für die Jugendlichen. Für verschiedene Altersgruppen wurde in unterschiedlichen Themenbereichen für Abwechslung gesorgt: Hatespeech wurde ebenso thematisiert wie Zivilcourage, es wurde getanzt und gerappt, es galt, die „Zombieapokalypse“ zu überstehen. Auch für die Lehrkräfte gab es interessante Angebote.

Die digitale Lernstatt war gleichzeitig der Startschuss für die neue Ausschreibungsrunde. „Im Saarland gibt es sehr viele engagierte Jugendliche und hervorragende Projekte. Der Wettbewerb Demokratisch Handeln ist eine tolle Gelegenheit, dieses Engagement bundesweit sichtbar zu machen und in einen spannenden Austausch mit anderen Bis zum 15. Dezember 2021 können sich schulische und außerschulische Projekte beim Wettbewerb für das Schuljahr 2021/2022 bewerben. Das Adolf-Bender-Zentrum berät und unterstützt alle saarländischen Interessierten.

Die ausgezeichneten saarländischen Beiträge von „Demokratisch Handeln“ im Jahr 2021:

Jüdisches Leben in der Gemeinde Nohfelden

Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle, Nohfelden

Die Schüler:innen der Stolperstein AG der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle beteiligen sich seit ihrer Gründung 2011 aktiv an der Erinnerungsarbeit ihrer Gemeinde. Die Projekte zielen darauf, an die Geschichte der Verfolgung von Juden vor Ort zu erinnern, und diese in die Öffentlichkeit hineinzutragen. Hierzu wurden in den letzten Jahren u.a. eine Ausstellung, eine Homepage, Gedenktafeln, didaktisches Material usw. entwickelt. Aktuelle arbeitet die Gruppe an einer App zu den „Wegen der Erinnerung“.

 AG Begegnungen – Inklusion leben

Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle, Nohfelden

Die AG Begegnungen ist ein Kooperationsprojekt der Gemeinschaftsschule Türkismühle mit der Lebenshilfe. Hier begegnen sich Menschen mit und ohne Behinderungen seit zehn Jahren. Schüler:innen ab der fünften Klasse können sich in dieser AG beteiligen. Die Projektbeteiligten treffen sich regelmäßig, unternehmen und gestalten Projekte zusammen und kommen dadurch miteinander in Kontakt. Ziel ist es, die Interaktion, Sozialkompetenzen und das Miteinander zu fördern.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zum Anmeldeverfahren gibt es beim Adolf-Bender-Zentrum.