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Landesbetrieb für Straßenbau | Verkehr, Verkehrsplanung

Verkehrsmanagement

Wir steuern das Verkehrsgeschehen

Das Verkehrsgeschehen von morgen wird sich immer komplexer gestalten. Um den Verkehr optimal abwickeln zu können, müssen geeignete Technologien und Strategien eingesetzt werden. Die Realisierung solcher Informations- und Verkehrssteuerungstechniken werden unter dem Begriff Verkehrsmanagement zusammengefasst. Der LfS verfügt derzeit über folgende Teilsysteme:

  • Streckenbeeinflussungsanlage auf der A 620
  • Netzbeeinflussungsanlage auf der A 6 und der A 8
  • Tunnel Pellinger Berg auf der A 8 inklusive der Tunnelsteuerung
  • Lichtsignalanlagen

Die seit 1998 bestehende Streckenbeeinflussungsanlage passt die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der A 620 automatisch den aktuellen Verkehrs- und Witterungsverhältnissen an. Zusätzliche Anzeigen warnen vor Stau, Nebel, Unfall und anderen Gefahren. Die im Jahr 2000 in Betrieb genommene und im Jahr 2010 komplett modernisierte Netzbeeinflussungsanlage auf der A 6 und der A 8 leitet den Verkehr durch eine dynamische Wegweisung auf weniger belastete Alternativrouten um. Durch die Umfahrung von Staubereichen erreichen die Autofahrer nicht nur sicherer sondern auch schneller ihr Ziel. Der Landesbetrieb betreibt diese Anlagen und gewährleistet einen zukunftsfähigen und verkehrssicheren Betrieb durch ständige Weiterentwicklungen der bestehenden Systeme.

Die Steuerung der Anlagen übernimmt die rund um die Uhr besetzte Verkehrszentrale in Rohrbach. Des Weiteren fallen in den Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebes die Planung, der Bau, die Instandhaltung und der Betrieb der Lichtsignalanlagen (Ampeln) auf allen Bundes- und Landesstraßen im gesamten Saarland. Hiervon ausgenommen ist der Bereich der Landeshauptstadt Saarbrücken.  

Ziel des Landesbetriebes ist es durch moderne Managementsysteme Staus zu vermeiden und durch höhere Verkehrssicherheit die Unfallzahlen zu verringern. Gleichzeitig wird somit auch die Umweltbelastung durch Lärm und Abgase gesenkt.

Telematik-Offensive für besseren Verkehrsfluss

Im Rahmen der im Jahr 2008 gestarteten "Telematik-Offensive Saar" investiert das Saarland rund 30 Millionen Euro in Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Verbesserung des Verkehrsablaufes auf saarländischen Autobahnen.
Die saarländischen Autobahnen sind das Rückgrat der regionalen Verkehrsinfrastruktur. Über sieben Millionen Fahrzeugkilometer werden täglich auf den Autobahnen zurückgelegt, Tendenz steigend. Staus und zäh fließender Verkehr durch Überlastung des Netzes, Unfälle sowie Baustellen beeinträchtigen den Verkehrsfluss. Da das Straßennetz nicht beliebig - entsprechend des steigenden Verkehrsaufkommens - ausgebaut werden kann, ist eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Straßeninfrastruktur durch den Einsatz intelligenter Verkehrssysteme erforderlich. 

Im Rahmen der „Telematik-Offensive Saar“ werden mehr als 30 Millionen Euro in die technische Infrastruktur der Autobahnen investiert, um durch telematische Steuerung und Verkehrsbeeinflussung den Verkehr flüssiger und sicherer zu machen. Der größte Teil der Gelder kommt aus Sondermitteln des Bundesverkehrsministeriums, zusätzlich zu den normalen Straßenbaumitteln. Ein weiterer Teil stammt aus EU-Mitteln aber auch das Land leistet seinen Beitrag durch Planung und Umsetzung der Projekte.

Der Startschuss der "Telematik-Offensive" erfolgte im Jahr 2008 mit der Inbetriebnahme der "Verkehrslage Saar", einer Darstellung der aktuellen Verkehrslage auf den saarländischen Autobahnen im Internet. Seitdem wird in mehreren Projekten die komplette technische Erneuerung und Erweiterung der Verkehrsbeeinflussungsanlagen im Saarland umgesetzt.

Im Jahr 2009 wurde die Modernisierung der Streckenbeeinflussungsanlage auf der A 620 durchgeführt und abgeschlossen. Die Anzeigen der Streckenbeeinflussungsanlage wurden zur Verbesserung der Erkennbarkeit der Anzeige und zur Minimierung des Energieverbrauches der Anlage auf LED-Technik umgerüstet. Zudem wurde die Kommunikationstechnik und die Steuerungssoftware der Anlage auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.

Die vollständige Erneuerung der Netzbeeinflussungsanlage auf der A6 und A 8 wurde im Jahr 2010 abgeschlossen. Das für die Steuerung der Verkehrsbeeinflussungsanlagen erforderliche Netz von Messstellen zur Verkehrsdatenerfassung wurde in den Jahren 2010 und 2011 in zwei Schritten ebenfalls erweitert und modernisiert.

Neben der Nutzung modernster telematischer Steuerungssysteme zur Verbesserung von Verkehrsfluss und -sicherheit ist auch eine verstärkte Information der Autofahrer über die Verkehrslage vorgesehen. In die "Verkehrslage Saar" wurden Informationen zu den Baustellen des Landesbetriebes für Straßenbau integriert. Durch die ständige Weiterentwicklung der „Verkehrslage Saar“ werden zukünftig weitere Inhalte aufgenommen werden.

Verkehrsbeeinflussungsanlage

Das Saarland verfügt seit 1998 über Anlagen zur Verkehrsbeeinflussung. Die Streckenbeeinflussungsanlge an der A 620 und die Netzbeeinflussungsanlge an der A 6 und der A 8 steuern den Verkehr entsprechend des aktuellen Verkehrsgeschehens.

Die Steuerung und Überwachung der Verkehrsbeeinflussungsanlagen erfolgt durch die rund um die Uhr besetzte Verkehrszentrale in Rohrbach. Hier reagieren die zuständigen Mitarbeiter des Landesbetriebes für Straßenbau auf eingehende Störmeldungen und bedienen von dort aus die Anlage für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Die Verkehrszentrale ist zuständig für die Darstellung des aktuellen Verkehrsgeschehens durch automatische Auswertungen der vorhandenen Messstellen und die Überwachung sowie Bedienung der gesamten Anlage. Die Wahrnehmung von Koordinationsaufgaben im Zusammenhang mit Winterdienst, Hochwasser, Ozonalarm, Unwetterschäden, Einsätzen nach Unfällen, Naturkatastrophen oder Großveranstaltungen gehören auch zu ihrem Aufgabengebiet. Mittels der vorhandenen Informationstechnik erfolgt hier auch die zentrale Überwachung von betriebstechnischen Einrichtungen, insbesondere die Überwachung des Tunnels Pellinger Berg sowie die Überwachung des Fernmeldenetzes und der Wetterstationen (Glättemeldeanlagen).

Netzbeeinflussungsanlagen  leiten den Verkehr durch dynamische Wegweisung auf weniger belastete Alternativrouten um. Durch die Umfahrung von Staubereichen erreichen die Autofahrer nicht nur sicherer sondern auch schneller ihr Ziel. Die Netzbeeinflussungsanlage an der A 6 und der A 8 wurde im Jahr 2000 in Betrieb genommen. Die mittlerweile veraltete Technik der variablen Verkehrsschilder mit Prismenwendern wurde außer Betrieb genommen. Die Netzbeeinflussungsanlage wurde im Jahr 2010 durch die Anordnung von dynamischen Wegweisern mit integrierter Stauinformation (dWiSta) auf den neusten Stand der Technik gebracht und wieder in Betrieb genommen.
 
Die Anzeigen der Netzbeeinflussungsanlage befinden sich in den Zuläufen zu den Knotenpunkten der A 6 und A 8 auf folgenden Strecken:auf der A 6 am Autobahnkreuz Neunkirchen in Fahrtrichtung Saarbrücken

  • auf der A 8 am Autobahnkreuz Neunkirchen in Fahrtrichtung Luxemburg
  • auf der A 8 am Autobahndreieck Saarlouis in Fahrtrichtung Mannheim

Die Steuerung und Überwachung der Anlage erfolgt durch den Landesbetrieb für Straßenbau, in der rund um die Uhr besetzten Verkehrszentrale in Rohrbach.

Streckbeeinflussungsanlagen passen die zulässige Höchstgeschwindigkeit automatisch den aktuellen Verkehrs- und Witterungsverhältnissen an. Zusätzliche Anzeigen warnen vor Stau, Nebel, Unfall und anderen Gefahren. Als Folge ist ein Unfallrückgang bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Autobahn zu verzeichnen.

Die Streckenbeeinflussungsanlage (SBA) auf der Bundesautobahn A 6 und der A 620 , der sogenannten Stadtautobahn Saarbrücken verfügt auf einer Länge von rund18,5 Kilometern über 37 Anzeigequerschnitte an 26 Verkehrszeichenbrücken.

Der Verkehrsfluss innerhalb der Streckenbeeinflussungsanlage wird durch die Steuerung der Anlage in Abhängigkeit von der aktuellen Verkehrsbelastung und der Witterungsverhältnisse harmonisiert. Dies führt gerade bei hohen Verkehrsbelastungen zu einer besseren Ausnutzung und zu einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Straßenraumes. Der Verkehr wird somit sicher, wirtschaftlich, umweltverträglich und störungsfrei abgeleitet. 

Die Anlagentechnik der 1998 in Betrieb gegangenen Streckenbeeinflussungsanlage wurde im Jahr 2009 komplett modernisiert. Die mit Lichtfasertechnik ausgestatteten Wechselverkehrszeichen der Anlage wurden durch moderne LED-Technik umgerüstet. 

Durch die dem aktuellen Stand der Technik entsprechenden Anlagen, ist eine bessere Erkennbarkeit der Anzeigen gegeben und der Energieverbrauch der Anlage sowie der Unterhaltungsaufwand werden reduziert. Zudem wurde die Betriebssicherheit der Anlage durch die Modernisierung erhöht.

Die Steuerung und Überwachung der Anlage erfolgt durch den Landesbetrieb für Straßenbau, in der rund um die Uhr besetzten Verkehrszentrale Rohrbach.

Tunnelsicherheit

Nach den schweren Brandunfällen in Tunneln der vergangenen Jahre wurden seitens des Bundesverkehrsministeriums die im europäischen Vergleich schon sehr hohen Anforderungen an Straßentunneln überprüft und weiter angehoben. Die betriebstechnischen Einrichtungen des Tunnels Pellinger Berg wurden entsprechend des neuen Regelwerks umfassend modernisiert.

Der Tunnel Pellinger Berg liegt im Zuge des Streckenabschnitts der Bundesautobahn A 8 zwischen Saarlouis und Luxemburg auf dem Teilabschnitt Merzig/Wellingen und Perl/Borg unmittelbar hinter der Talbrücke Wellingen etwa 200 Meter vom Ortsrand entfernt.

Der Tunnel Pellinger Berg ist seit Dezember 1997 unter Verkehr. Derzeit fahren täglich rund 21.000 Fahrzeuge durch den Tunnel, darunter befinden sich 13 Prozent Lastkraftwagen. Die vorhandene technische Betriebsausstattung entspricht den Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT) Stand 2006.

Für planbare Tunnelsperrungen (z. B. Sanierung und Wartung) wird es künftig möglich sein die Tunnelröhren jeweils im Gegenverkehrsbetrieb zu nutzen. Hierdurch werden Vollsperrungen von einzelnen Tunnelröhren bzw. des gesamten Tunnels auf ein erforderliches Minimum reduziert. Die technischen Umrüstungen an der Betriebs- und Verkehrstechnik erfolgt im Jahr 2015. Darüber hinaus werden die Löschwasserleitungen saniert, die Tunnel-Beleuchtung erneuert und die elektronischen Wechselverkehrszeichen ausgetauscht und durch neue ersetzt. Zum Tunnelumfeld zählen auch die Beschilderungen bzw. Vorwegweiser an BAB A8, B406 und B407. Hier wird es ebenfalls zu Bautätigkeiten kommen.

Infolge technischer Anforderungen werden im Jahr 2015 die folgenden Anlagen erneuert bzw. modifiziert:

Zentrale Leittechnik
Die Zentrale Leittechnik ist ein bedeutsamer Aspekt in Hinsicht auf die Einrichtung des Gegenverkehrsbetriebs. Es werden Anpassungen in der Steuerungstechnik des Tunnels erforderlich, um beispielsweise Tunnellüftung und Tunnelbeleuchtung an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Beleuchtung
Die bestehende Anlage ist auf einen Richtungsfahrbahnbetrieb ausgelegt und darüber hinaus veraltet, so dass eine neue Beleuchtungsanlage in den beiden Tunnelröhren installiert wird. Diese ist so konzipiert, um auch einen Gegenverkehrsbetrieb zu ermöglichen.

Anpassung der Lüftungssteuerung
Die Steuerung der Lüftung wird angepasst, indem die Entrauchung für den Modellfall des Tunnelbrands im Gegenverkehrsbetrieb als ein zusätzliches Szenario angelegt wird.

Tunnelsperranlage
Die Sperranlage des Tunnels wird um mehrere Schrankenanlagen erweitert, um Sperrungen auch im Gegenverkehrsbetrieb durchführen zu können.

Wechselwegweiser
Die Wechselwegweiser im Bereich der BAB A8, B406 und B407 werden komplett erneuert. Hier wird an mehreren Standorten moderne LED- mit Prismenwender-Technik verbunden. Die Wechselwegweiser dienen zur Leitung des Verkehrs bei einer Tunnelsperrung.

Tunnelfunk
Der Tunnelfunk wird auf die Belange des BOS-Funks (Behörden und Organisationen von Sicherheitseinrichtungen, wie Polizei und Feuerwehr) erweitert, so dass der digitale Funk der Rettungskräfte auch in den Tunnelröhren, sowie im Querstollen genutzt werden kann.

Stromversorgung
Die USV (unabhängige Stromversorgung) wird teilweise erneuert. Bei einem Stromausfall wird die Stromversorgung durch ein hochleistungsstarkes Dieselaggregat sichergestellt. Die USV überbrückt die Stromversorgung vom Zeitpunkt des Stromausfalls bis zum Anlaufen des Dieselaggregats.

Löschwassersystem
Das Löschwassersystem wird erneuert, indem die Löschwasserleitungen in beiden Tunnelröhren ausgetauscht werden. Künftig werden Ringleitungen verlegt. Hierdurch wird die Verfügbarkeit des Löschwassers erhöht und Beschädigungen in Form von Lecks an den Leitungen können kompensiert werden. Aufgrund der erforderlichen Bautätigkeiten wird im Anschluss die Asphaltdeckschicht mittels aufgehellten Asphalts erneuert. Hierdurch wird der Tunnel bei der Durchfahrt in der allgemeinen Wahrnehmung heller. Die Baukosten für die Sanierung belaufen sich auf ca. 3,9 Millionen Euro und werden ausschließlich über Bundesmittel finanziert.